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Tradition

Kinder feiern St. Martin

Die Geschichte des Heiligen wurde in einem Schauspiel gezeigt. Danach wanderten die Kleinen mit Laternen durch die Straßen.
Von Johann Gruber

  • Der römische Offizier Martin (Andreas Scheuer) hatte Mitleid mit dem frierenden Bettler (Georg Macharowsky) und teilte seinen Mantel mit dem Schwert in zwei Hälften – eine für sich und eine für den Frierenden. Fotos: Johann Gruber
  • Markus Späth (li.) war mit Sohn Philipp und Rittertrainer Willi Späth (re.) beim Ritter und St. Martin 2019, Andreas Scheuer.

Furth i Wald.Am Montagabend strömten die Kinder auf den Further Schlossplatz, auf dem heuer erstmals die St. Martins-Andacht stattfand. Der Heilige war ab 334 als römischer Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens in der heutigen französischen Provinz Hauts-de-France an der Grenze zu Belgien stationiert. Die Gardisten trugen über dem Panzer die Chlamys, einen Überwurf aus zwei Teilen, der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war.

Der Legende nach begegnete Martin an einem Tag im Winter am Stadttor einem frierenden armen Mann. Aus Barmherzigkeit teilte er spontan seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Frierenden. In der folgenden Nacht erschien ihm dann im Traum Christus, bekleidet mit dem halben Mantel, den er dem Bettler gegeben hatte. Martin, der später der dritte Bischof von Tours wurde, ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche und wird auch in der orthodoxen, evangelischen und anglikanischen Kirche verehrt. Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl hieß die Kinder und ihre Begleiter auf dem Schlossplatz willkommen.

Der Appell des Pfarrers

In der Mitte des Platzes saß ein armer, frierender Mann, dargestellt vom Kinderritter Georg Macharowsky, zu dem ein römischer Offizier trat, der sein Schwert zückte und damit seinen Mantel zerteilte. Die Rolle des römischen Offiziers hatte traditionsgemäß Ritter Andreas Scheuer übernommen. Seidl würdigte diesen Heiligen als Vorbild in seinem Handeln, weil er ohne Zögern dem Beispiel Jesu folge und sich dem hilfebedürftigen Bettler zuwende Auch wir sollten mit offenen Augen sehen, wenn jemand unsere Hilfe bräuchte, mahnte der Geistliche. In den Fürbitten, die die angehenden Erstkommunionkinder vortrugen, wurde für die Menschen gebetet, deren Leben dunkel ist. Am Schluss der Andacht segnete Stadtpfarrer Seidl die Kinder und ihre Laternen.

Mit dem Lied „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ zogen die Kinder, angeführt von Andreas Scheuer auf seinem Ritterpferd Goya, vom Schlossplatz über die Rosenstraße, Herrenstraße, Stadtplatz und Kreuzkirchstraße mit ihren bunten Laternen zum Katholischen Haus für Kinder. Auf dem Vorplatz des Kindergartens St. Elisabeth hatte das Kindergottesdienstteam Getränke- und Brotzeitstationen aufgebaut, an denen sich lange Schlangen bildeten.

Wärme und Gemütlichkeit

Dieses Team organisierte auch die Andacht auf dem Schlossplatz zusammen mit dem Kindergartenpersonal um KiLeiterin Maria Altmann. Ein Feuerkorb in der Platzmitte spendete Licht und Wärme und bildete eine romantische Kulisse für den Ausklang. (fer)

Der Heilige martin

  • Werdegang:

    Weil sein Vater Offizier war, musste Martin auch zum Militär. Mit 15 Jahren wurde er Leibwächter von Kaiser Konstantin.

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