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Beruf

Kinderhaus profitiert von Förderung

Das Kinderhaus St. Paulus Reichenbach beteiligt sich an der Fachkräfteoffensive für Erzieher. Es erhält dafür Zuschüsse bis 2022.
Ulrike Niklas

Das Kinderhaus St. Paulus geht in die Offensive, um auch weiterhin qualifizierte Fachkräfte in der Kinderbetreuung zu haben.  Foto: Niklas
Das Kinderhaus St. Paulus geht in die Offensive, um auch weiterhin qualifizierte Fachkräfte in der Kinderbetreuung zu haben. Foto: Niklas

Reichenbach.Mit dem Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher: Nachwuchs gewinnen, Profis binden“ unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Bundesländer und die Träger von Kindertageseinrichtungen dabei, pädagogische Fachkräfte zu gewinnen, bereits ausgebildete Fachkräfte im Beruf zu halten und ihre Kompetenzen zu stärken.

Der Bund stellt modellhaft Mittel zur Vergütung von Auszubildenden bereit. Außerdem wird in die Qualität der Ausbildung investiert sowie berufliche Entwicklungsperspektiven für erfahrene Fachkräfte geschaffen. Seit Beginn des neuen Kinderhausjahres 2019/20 ist das Kinderhaus St. Paulus Reichenbach mit dabei und erhält Zuschüsse in den Bereichen „Gute Praxisanleitung durch professionelle Begleitung der Fachschülerinnen und -schüler“, sowie „Neue Perspektiven mit dem Aufstiegsbonus für Profis“.

Drei Azubis im Kinderhaus

Derzeit werden im Kinderhaus St. Paulus Reichenbach drei Auszubildende im Zuge der praxisintegrierten Ausbildung zum Erzieher sowie zwei Azubis in der herkömmlichen fünfjährigen Erzieherausbildung ausgebildet. „Mit unserem Engagement im Ausbildungsbereich möchten wir einen Beitrag leisten, Fachkräfte zu gewinnen und dazu beitragen, eine gute und qualitativ hochwertige Betreuung für alle Kinder in unserer Obhut sicherzustellen. In Zeiten des flächendeckenden Fachkräftemangels“, sagte Kinderhausleitung Monika Kulzer, die fortführt, dass es unabdingbar sei, sich im Ausbildungsbereich zu engagieren. „Seit Jahren bilden wir aus und es hat sich gelohnt.“ Inzwischen seien von den derzeit 14 Erzieherinnen im Team sieben Erzieherinnen ehemalige Auszubildende und drei Erzieherinnen ehemalige Kinderpflegerinnen, die eine Weiterbildung von der Kinderpflegerin zur anerkannten Fachkraft genutzt haben.

Mit Hilfe des Bundesprogramms bilden sich derzeit Kinderhausleitung Monika Kulzer sowie Erzieherin Monika Aumer zur „Qualifizierten Praxisanleitung“ weiter, und für die Einrichtung wird das Zertifikat „Zertifizierte Praxiseinrichtung“ erworben. Außerdem gibt es einen finanziellen Zuschuss, so dass eine Freistellung von sechs Stunden in der Woche für die Anleitung der drei Auszubildenden in der praxisintegrierten Ausbildung ermöglicht wird.

Mehr Geld für die Ausbildung

„Das sind seitens der Politik zwar richtige Signale, jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte Kulzer. Genauso wichtig sei eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung für Erzieherinnen, hier bestehe unverzüglicher Handlungsbedarf. „Erst wenn wir mit der Ausbildungsvergütung mit anderen Ausbildungsberufen mithalten können, werden wir wieder junge Menschen für den Beruf begeistern.“

Nicht nur im Ausbildungsbereich werden Fördermittel abgerufen, sondern auch im Bereich „Profis binden“. Hier erhalten seit Beginn des Kinderhausjahres 2019/20 drei Mitarbeitende mit Zusatzqualifizierung in den Bereichen Inklusion, Praxisanleitung und Krippenpädagogik einen finanziellen, monatlichen Aufstiegsbonus. Erfahrenen Fachkräften wird dadurch eine Entwicklungsperspektive ermöglicht, so Kulzer, und eine Wertschätzung für ihre Bereitschaft in der Fort- und Weiterbildung entgegengebracht. Auch der Freistaat Bayern erhält Fördermittel in Höhe von etwa 861 Millionen aus dem „Gute-Kita-Gesetz“ bis zum Jahr 2022. Anstatt diese Mittel komplett in die Qualitätsentwicklung zu investieren, fließt der Löwenanteil in die Beitragsentlastung der Eltern. Der Kampf um die gesuchten Fachkräfte in den Kinderbetreuungseinrichtungen ist somit weiterhin im vollem Gange. (run)

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