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Kirchturm am Heilbrünnl wird erneuert

Ein Großteil der Gewerke wurde bereits vergeben. Unklar ist weiterhin, wann mit der Innensanierung der Kirche begonnen wird.
Von Bastian Schreiner und Jakob Moro

Nach dreijähriger Baupause wird der Turm der Wallfahrtskirche Heilbrünnl in den kommenden Monaten saniert. Fotos: Moro/Schreiner
Nach dreijähriger Baupause wird der Turm der Wallfahrtskirche Heilbrünnl in den kommenden Monaten saniert. Fotos: Moro/Schreiner

Roding.Auch wenn das Innere der Wallfahrtskirche für die Besucher nach wie vor beeindruckend ist, ein Großteil der Ausstattung ist nicht mehr im besten Zustand. Nach einer umfangreichen Maßnahme an den Grundfesten, am Mauerwerk und am Dachstuhl wäre es an der Zeit, endlich die Innenrenovierung in Angriff zu nahmen. Doch Zeitplan und Kostenrahmen seien weiter offen, wie Pfarrer Holger Kruschina wissen lässt. Gute Nachrichten gibt es hingegen für den Kirchturm: Die Restarbeiten werden demnächst angepackt. Damit wird die Außensanierung nach fast dreijähriger Pause heuer endlich abgeschlossen.

Die Putzarbeiten und der Gerüstbau wurden in den vergangenen Tagen bereits an Firmen vergeben, die Malerarbeiten sind laut Kruschina noch ausständig. Der Regionaldekan hofft nun, dass die Arbeiten zügig beginnen. Die Kosten belaufen sich auf rund 100 000 Euro. Bisher mussten in die Außensanierung rund 850 000 Euro investiert werden. Rechnet man alles zusammen, bleibt man voraussichtlich im Kostenrahmen, der im Vorfeld auf rund eine Million Euro beziffert worden war.

Wunsch geht nicht in Erfüllung

Bislang wurden Risse der Außenmauern verpresst, der Dachstuhl grundlegen saniert und das Kirchendach neu eingedeckt. Zudem wurde im Winter 2015/16 der Glockenstuhl saniert. Für die Innenrenovierung des Marienheiligtums wurden ursprünglich die beiden Jahre 2016 und 2017 ins Auge gefasst, damit die Wallfahrtskirche im Jahr 2018 zum 350. Jubiläum in neuem Glanz erstrahlt. Doch aus dem ersehnten Wunsch wurde nichts, weil sich die Baumaßnahme aufgrund gestiegener Preise im Gerüstbau verzögert hat.

Ambo: Die Heilig-Geist-Taube wurde kunstvoll am Ambo aufgebracht. Auf dem erhöhten Ort wird das Wort Gottes verkündet. Nach dem Zweiten Vatikanum kam es zur Wiederbelebung des Ambo. Foto: Moro
Ambo: Die Heilig-Geist-Taube wurde kunstvoll am Ambo aufgebracht. Auf dem erhöhten Ort wird das Wort Gottes verkündet. Nach dem Zweiten Vatikanum kam es zur Wiederbelebung des Ambo. Foto: Moro

„Mit Blick auf die Innensanierung stehen wir noch ganz am Anfang“, teilt Holger Kruschina im Gespräch mit unserem Medienhaus mit. Zunächst stehen die Voruntersuchungen an. Zudem müsse die Finanzierung gesichert werden, da die Pfarrei die Kosten allein keinesfalls schultern könne. Rodings Pfarrer rechnet mit Baukosten in Höhe von 800000 bis 1,5 Millionen Euro. Deshalb hofft Kruschina, dass gerade im Jubiläumsjahr noch die ein oder andere Spende eintrifft.

Die angekündigte Klimamessung im Gotteshaus werde wohl nicht durchgeführt, so Kruschina. Das sei bei einen Termin mit dem Landesamt für Denkmalschutz im April besprochen worden. Stattdessen soll auf die Ergebnisse einer Untersuchung aus dem Jahr 2010 zurückgegriffen werden. Außerdem soll eine vor acht Jahren erarbeitete Liste mit den Schadstellen der Ausstattung aktualisiert werden, um den Umfang der Restaurierung und die damit verbundenen Kosten abschätzen zu können.

Hochaltar: Über den Gnadenbild thront Gott Vater, zu seiner Rechten der Heilige Geist. Das Gnadenbild am Heilbrünnl stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und war der Ursprung der Wallfahrt. Foto: Moro
Hochaltar: Über den Gnadenbild thront Gott Vater, zu seiner Rechten der Heilige Geist. Das Gnadenbild am Heilbrünnl stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und war der Ursprung der Wallfahrt. Foto: Moro

„Es ist feucht, es gibt Risse und der Boden ist kaputt“, zählt er auf. Das komplette Inventar – wie beispielsweise die Altäre – sind laut Kruschina zuletzt in den 30er-Jahren überarbeitet worden. „Da haben wir einiges vor uns.“ Apropos Ausstattung: Auf der Kanzel, am Ambo und dem Hochaltar finden sich am Heilbrünnl drei Symbole des Heiligen Geistes, der gerade zu Pfingsten im Mittelpunkt steht. Der Geist Gottes ist bereits im Alten Testament zu finden. Das Christentum bezieht sich an mehreren alttestamentlichen Stellen auf den Heiligen Geist. Auch in der Schöpfungsgeschichte.

Der Heilige Geist am „Brünnl“

Die Taube, symbolisch die Verkörperung des Heiligen Geistes, ist in fast allen Gotteshäusern zu finden – auch am Heilbrünnl. Ganz oben am Hochaltar, über dem Gnadenbild ist die himmlische Szene mit Gott Vater auf seinem Thron, umgeben von Engeln, zu sehen.

Kanzel: Des Weiteren schwebt der Heilige Geist über der Kanzel. Die Taube, die symbolisch die Verkörperung des Heiligen Geistes bedeutet, ist in fast allen Gotteshäusern zu finden, auch am Brünnl. Foto: Moro
Kanzel: Des Weiteren schwebt der Heilige Geist über der Kanzel. Die Taube, die symbolisch die Verkörperung des Heiligen Geistes bedeutet, ist in fast allen Gotteshäusern zu finden, auch am Brünnl. Foto: Moro

In vielen Bibelstellen ist die Theologie des Heiligen Geistes vertreten. Es beginnt mit Maria, die Jesus durch den Heiligen Geist empfängt. Bei der Taufe kommt der Heilige Geist auf Jesus herab. Beim Abschied von Jesus kommt der Heilige Geist auf die Jünger herab. Trotz Bauarbeiten können die vier Heilbrünnlfeste wie geplant stattfinden. „Hochzeiten können in diesem Jahr sowieso und wohl auch noch 2019 regulär abgehalten werden“, sagt der Pfarrer. Dass das Heilbrünnl wieder zur Baustelle wird, ist klar, wie lange das noch dauert, steht in den Sternen.

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