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Berlin.

Klaus Hofbauer blickt zurück: Politische Erfolge, schlaflose Nächte

Beeindruckende Ausblicke: Klaus Hofbauer zeigt seinen Gästen das Innere der berühmten Reichstagskuppel.

Von Martin Hladik

Mit breitem Grinsen empfängt Klaus Hofbauer die Reisegruppe aus seinem Heimat-Wahlkreis: „Ihr seid die Letzen, die mit mir nach Berlin fahren.“ Für den Bundestagsabgeordneten hat die Zeit der Abschiede begonnen. Es ist die vorletzte Sitzungswoche, die letzte Reisegruppe, die letzte Arbeitsgruppensitzung ...

Wir nutzen die letzte Berlinfahrt zum Gespräch mit Hofbauer. Der Abgeordnete steckt mitten in einer anstrengenden Sitzungswoche mit Anwesenheitspflicht im Plenum bis spät in die Nacht, als wir uns in einem Parlamentarierlokal treffen.

Mit dem Zusammentreten des neuen Bundestages nach der Wahl im September wird er sein Amt abgeben. Freiwillig und ohne äußeren Zwang. „Reiflich überlegt“ habe er sich diese Entscheidung, und er bereue sie nicht, sagt Hofbauer. „Aber ich kann nicht verhehlen, dass das ein Einschnitt ist!“ Er müsse gestehen, dass es ihn „bewegt“ habe, als „einfacher Bürger Abgeordneter sein zu dürfen“.

Bewegende Augenblicke

Bewegt habe ihn zum Beispiel die Feier zu 60 Jahren deutsch-französischer Freundschaft. Das sei schon als Schüler ein Thema für ihn gewesen. Jetzt in der Parlamentsbibliothek nachzulesen, wie schwierig diese Entwicklung war, sei eines „der emotionalen Dinge gewesen, die nahegehen“.

„Ein Abgeordneter entscheidet nichts allein“, sagt Hofbauer. Es sei immer eine Teamleistung. „Diese Teamarbeit würde ich mir auf allen Ebenen wünschen“, sagt Hofbauer und meint nicht zuletzt den Landkreis Cham. Wegen dieser Teamleistung sei es in Berlin so wichtig, Netzwerke zu bilden. Allerdings sei die starke Lobbytätigkeit auch eine Gefahr: „Man muss schon aufpassen, dass man nicht auf die falsche Fährte geführt wird!“

Mitgearbeitet habe er bei der Osterweiterung als Berichterstatter. Hier habe er viele Reden gehalten, Kontakte geknüpft und alle Beitrittsländer bereist. Ein anderer Bereich sei der ländliche Raum. Wichtig sei die Aufnahme in die EU-Strukturförderung gewesen. Auch bei der Verkehrspolitik habe er mitarbeiten können – als Berichterstatter für den Verkehrshaushalt in vorderer Reihe. Als Chef des Arbeitskreises der CSU-Landesgruppe habe er alle Informationen erhalten. Seine Tätigkeit in Ausschüssen und Arbeitskreisen veranlasst den CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer zu der Bemerkung, Hofbauer sei ein „Multifunktionssprecher für die CSU“.

Schwierige Entscheidungen

Manchmal müssten Parlamentarier aber auch einsame und belastende Entscheidungen fällen, sagt Hofbauer. Die Nächte vor Entscheidungen zum Auslandseinsatz der Bundeswehr zum Beispiel: „Da kann ich bis zum heutigen Tag nicht schlafen.“

Mit Berlin als Stadt verbindet Hofbauer viele schöne Erlebnisse. Zum Beispiel genießt er das Viertel, in dem sein Apartment liegt. Hier gebe es viele kleine türkische Läden, in denen er Obst, Brötchen und so weiter bekomme. „Versäumt habe ich aber in den elf Jahren, mir Berlin anzuschauen.“

Einen Tipp für seinen Nachfolger hat der scheidende Parlamentarier übrigens nicht. „Jeder muss seinen Weg finden. Ich habe bei Karl Holmeier keine Bedenken, dass er das noch besser weitermacht als ich!“

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