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Politik

Klimaschutz geht uns alle an

Lisa Badum, Grünen-Sprecherin für Klimapolitik im Bundestag, nimmt in Cham auch die Regierung in Berlin in die Pflicht.

Lisa Badum, Grünen-Sprecherin für Klimaschutz im Bundestag Foto: cia
Lisa Badum, Grünen-Sprecherin für Klimaschutz im Bundestag Foto: cia

Cham. Mit der Sprecherin für Klimapolitik im Bundestag, Lisa Badum, konnten die Grünen nur wenige Wochen nach dem Besuch von Landesspitzenkandidatin Katharina Schulze, eine weitere hochrangige Parteipolitikerin in Cham begrüßen.

Kreisvorsitzender Michael Doblinger griff einleitend mit den Missständen im hiesigen öffentlichen Nahverkehr ein Thema auf, das seiner Meinung nach ein Paradebeispiel dafür sei, wie wesentliche Dinge von den Lokalpolitikern vernachlässigt würden. Die Bahnstrecke von Schwandorf nach Furth habe Kapazitätsprobleme, eine Fahrradmitnahme sei äußerst schwierig. „Es muss einiges passieren“, so Doblinger.

Das Klimaproblem sei spätestens in diesem Sommer für jedermann sichtbar gewesen, sagte Doblinger und schuf damit eine Brücke für Lisa Badum. Die entscheidende Frage sei ursprünglich mal gewesen, wie man das Thema Klima in die Köpfe bringe, sagte die Grünen-Sprecherin zu diesem Thema im Bundestag. Dies sei nun nicht mehr nötig, da jeder sehe, wie weit fortgeschritten das Klima-Dilemma bereits sei. Die Grünen erwarteten von der Regierung, dass die Problematik endlich mal aufgegriffen werde, noch sei es nicht zu spät,

Lisa nannte einige Fakten, um den Ist-Zustand, aber auch mögliche Lösungsansätze herauszustellen. Die 2015 unterzeichneten „Paris-Verträge“ enthielten das Ziel, die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu halten. Bereits jetzt habe man ein Grad erreicht – höchste Zeit zu intervenieren. In Deutschland konnte man die CO2-Emissionen seit 1990 zwar bereits senken, aber das Ziel (Senkung um 95 Prozent bis 2050) liege in weiter Ferne. Zeitlich näher liegend sei das Ziel einer 40-Prozent-Senkung bis 2020, Stand jetzt würde man aber über 32 Prozent nicht hinauskommen. Gerade in den Bereichen Windenergie und Verkehr bestünde wesentlich mehr Handlungsspielraum. Beim Verkehr seien die Emissionen in den letzten Jahren sogar gestiegen.

Als Lösungsansatz müsse man mit der europäischen Ebene, der nationalen Ebene und der kommunalen Ebene in drei Bereichen gleichzeitig eingreifen. Als Vorschlag für eine Veränderung europaweit könnten die Autohersteller neue Flottengrenzwerte erlassen: „Das ist nicht nur spritsparend, sondern auch effizient“, so die Grünen-Abgeordnete. Auf nationaler Ebene müsse man nachhaltige Mobilität stärken. Das Umplatzieren der verfügbaren Gelder sei hier ein vielversprechender Ansatz. Ferner müsse man die Subventionen für fossile Brennstoffe endlich abschaffen. Generell sei eine radikale Umlagerung des Verkehrs nötig, hin zu mehr Elektromobilität.

Lisa Badum schloss mit Ansätzen für die kommunale Ebene. Die Gemeinden müssten sich Verbündete suchen und Erfahrungen austauschen. Dies gehe mit einer zukunftsfesten Stadt- und Raumplanung einher. Darüber hinaus müssten existierende Förderprogramme besser genutzt werden. Ohne die Kommunen könne ohnehin keine Mobilitätswende stattfinden. Aus Sicht von Lisa Badum sind alle beschriebenen Ebenen gleichermaßen wichtig und miteinander verknüpft: „Alles hängt zusammen, Lösungen sind kein Hexenwerk“, so die Klimasprecherin abschließend. Schließlich ermunterte sie alle dabei mit anzupacken. (cia)

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