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Umwelt

Klimawandel auf dem Schirm

Die Waldbauern aus dem Hohenbogen Winkel trafen sich zur Jahresversammlung. Großes Thema war der Wald im Jahr 2100.

Forstdirektor Dr. Arthur Bauer blickte bei seinem Vortrag in die ökologische Zukunft des Bayerischen Waldes.  Foto: Reinhard Adam
Forstdirektor Dr. Arthur Bauer blickte bei seinem Vortrag in die ökologische Zukunft des Bayerischen Waldes. Foto: Reinhard Adam

Neukirchen b Hl Blut.Zu Beginn der Versammlung bat der erste Vorsitzende Alois Simeth um das Totengedenken für die verstorbenen Mitglieder des vergangenen Jahres. In der Runde der Waldbesitzer konnte er anschließend den zweite Bürgermeister Hans Kerscher, Forstdirektor Dr. Arthur Bauer, Revierförster Florian Fischer und den forstlichen Mitarbeiter der WBV, Förster Florian Weigl, herzlich willkommen heißen.

In seinem Tätigkeitsbericht erinnerte Simeth an die Aktivitäten seit der letzten Jahreshauptversammlung. Unter anderem fanden wieder die regelmäßigen Holzstammtische mit interessanten Vorträgen zu forstlichen Themen statt. Es wurden ein Motorsägenkurs, Forstpflanzenbestellungen, regelmäßige Gespräche mit dem Forstamt sowie diverse Vorstandssitzungen durchgeführt. Die Vertreter der WBV nahmen an der Laubholzversteigerung in Reißbach, am Runden Tisch zur Borkenkäfersituation in Cham teil. Im November wurde der neue Betriebsteil der Firma Teredo in Arnschwang besichtigt. Ein besonderes Ereignis war die Verleihung des Waldbaupreises der Arbeitsgemeinschaft der Waldbauernvereinigung im Landkreis Cham an Georg Maurer vom Schicherhof, dessen Forstbetrieb breit aufgestellt sei, so Simeth weiter.

Kampf gegen Borkenkäfer

Das vergangene Jahr war wieder geprägt vom Kampf gegen den Borkenkäfer, bereits im zeitigen Frühjahr begann der Schädling wieder sein Werk. Ein ungewöhnlich kühler Mai konnte ihn temporär aufhalten. Der darauffolgende trocken-heiße Sommer begünstigte seine Entwicklung aber wieder und sorgte für einen hohen Anfall von Schadholz. Simeth bat, auch jetzt noch befallene Bäume auszuräumen, um den Anfangsbestand des Schädlings im kommenden Jahr möglichst niedrig zu halten.

Förster Florian Fischer stellte im weiteren Verlauf die notwendige Satzungsänderung vor. Hintergrund war die Sicherstellung der Förderfähigkeit der WBV. Die Änderungen wurden von der Versammlung einstimmig bewilligt. Forstdirektor Bauer ging in seinem Vortrag auf den aktuellen Waldzustandsbericht 2019 ein. Herausstechend sei hier, dass bis Jahresende bundesweit ca. 10 Millionen Festmeter Schadholz angefallen sein werden. Die zuständige Ministerin Kaniber bezeichnet diese Situation als dramatisch, so Bauer. In Hinblick auf diese Lage stelle man den Waldbesitzern in Bayern 38 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.

Mittels einer Grafik stellte Bauer die Entwicklung der Durchschnittstemperaturen seit 1881 dar. Hier wird der erhebliche Temperaturanstieg ab 1991 deutlich. In der Folge gerieten die Bäume immer mehr unter Trockenstress. Die Wasserversorgung ging kontinuierlich zurück. Gerade in den letzten Trockenjahren seit 2015 wurde die Lage für die heimischen Baumarten immer ungünstiger. Dies drückt sich in einem deutlichen Blatt-/Nadelverlust aus. Anhand einer Klimarisikokarte stellte Bauer die voraussichtliche Klimatoleranz einzelner Baumarten bis ins Jahr 2100 dar. Demnach wird im Gebiet des Landkreises die Fichte an Bedeutung verlieren. Die Buche und Tanne werden sich weitgehend halten können, während Douglasie und Eiche von der sich abzeichnenden Klimaänderung eher profitieren werden.

Angepasste Wildbestände

Im Landkreis ist insgesamt ein Anstieg der Verbisssituation zu verzeichnen. Gerade die Wiederbewaldung von Schadflächen sollte, wo möglich, mit naturverjüngten Bäumen erfolgen. Dabei ist die Mithilfe der Jagd entscheidend. Angepasste Wildbestände sind wichtig. Die Entwicklung der Borkenkäfersituation stellt sich laut Bauer seit 2015 dramatisch dar. Die entscheidenden Gegenmaßnahmen sind die Beseitigung von befallenen Bäumen und Brutmaterial.

Auch im Winterhalbjahr sollten die Bestände nach „zeichnenden“ Bäumen abgesucht werden. Zusätzlich ging Bauer noch auf das Borkenkäferprojekt am Hohenbogen ein. Er stellte die Resonanz der angeschriebenen Waldbesitzer und mögliche weitere Schritte dar. Ein Schwerpunkt könne die konsequente Erschließung der Flächen sein. (kra)

Notizen

  • Finanzen:

    Geschäftsführer Alois Geiger legte einen Bericht über die Finanzen der Vereinigung ab. Es wurden 14 139 Festmeter Fichtenholz vermarktet.

  • Entlastung:

    Die beiden Kassenprüfer konnten im Anschluss von einer einwandfreien Führung der Geschäfte berichten, so dass die Versammlung dem Vorstand und der Geschäftsführung einstimmig die Entlastung erteilte.

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