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Kirche

Klostermauer-Sanierung soll 2018 starten

Die Stützmauer, die das Chamer Kloster hält, bröckelt. Noch fehlt eine Förderzusage, doch geplant ist heuer der Baustart.
Von Christoph Klöckner

Das sieht nicht sehr haltbar aus: Gurte und Holzgestelle sichern derzeit die Stützmauer am Kloster, wie Pater Renju zeigt. Foto: Klöckner
Das sieht nicht sehr haltbar aus: Gurte und Holzgestelle sichern derzeit die Stützmauer am Kloster, wie Pater Renju zeigt. Foto: Klöckner

Cham. Jahrzehnte wirkte die Anlage unverwüstlich – mit ihren großen Ziegel- und Bruchsteinmauern entlang der Ludwigstraße und der Schleinkoferstraße. Imposant und erhaben beeindruckte das Redemptoristenkloster Chamer wie Gäste der Stadt – ein gebautes Glaubenszeugnis. Doch das Zeugnis der Baukunst von Anfang des 20. Jahrhunderts hat begonnen zu bröckeln.

Vor genau einem Jahr verlor ein Teil der Mauer etwas die Haltung. „Ein 40 Kilogramm schwerer Stein löste sich damals!“, sagt Pater Peter Renju, Leiter des Chamer Redemptoristenklosters in der Mitte der Stadt. Seit diesem „Mauerfall“ steht entlang der Mauer ein langes Baugitter.

Seit 2014 Schäden bekannt

Der Gehweg ist gesperrt, um vorbeilaufende Fußgänger vor herabfallenden Mauertrümmern zu schützen. Bereits 2014 habe er bei den Behörden gemeldet, dass die Mauer immer instabiler wird. „Das Risiko, dass etwas passiert, wollte ich nicht übernehmen!“, sagt er. Damals seien bereits einige Stellen der Mauer marode gewesen. Das hat zugenommen. Mittlerweile ist die Sanierung fest ins Auge gefasst. Wenn die Förderzusagen so kommen, wie geplant, kann die Ausschreibung für die Arbeiten wie der Baustart 2018 beginnen. Dabei ist vor allem die Finanzierung der Hauptbrocken, den es wegzuräumen gilt. Denn für den Redemptoristen-Orden selbst ist die benötigte Summe unerreichbar, so Pater Renju: „Das können wir nicht leisten!“

Aktuell sind 190000 Euro an Spenden zusammengekommen. Wer noch etwas geben will: Kloster Cham, Stichwort: Stützmauer/Klostermauer, IBAN: DE 65 7425 1020 0052 2777 04, BIC: BYLADEM1CHM Foto: Klöckner
Aktuell sind 190000 Euro an Spenden zusammengekommen. Wer noch etwas geben will: Kloster Cham, Stichwort: Stützmauer/Klostermauer, IBAN: DE 65 7425 1020 0052 2777 04, BIC: BYLADEM1CHM Foto: Klöckner

Die Kostenschätzung für die Sanierung lag nach dem erstellten Gutachten bei etwa 2,4 Millionen Euro für die Gesamtanlage, also vor allem die Mauer an der Ludwigstraße mit den beiden Auffahrten zum Kloster wie die Mauer entlang der Schleinkoferstraße. Doch mittlerweile gibt es für die untere Mauer, die schneller Hilfe braucht, eine detaillierte Kostenanalyse, die allein bei 1,6 Millionen Euro liegt. Wobei sich Pater Renju nicht sicher ist, ob das reicht: „Ich habe große Sorge, dass man noch mehr Sanierungsbedürftigkeit findet, wenn man dahinter aufmacht.“ Aufklärung verspricht er sich durch einen Ortstermin, den die Deutsche Stiftung Denkmalschutz demnächst beim Kloster hat, um dort genau zu schauen, was nötig ist.

Ein Herz fürs Kloster

Mittlerweile hat der Orden Förderzusagen von der Stadt Cham, dem Landkreis, der Diözese oder auch der Bayerischen Landesstiftung für Denkmalpflege. Etwa 400000 Euro bleiben auf den Schultern der Redemptoristen. Doch zeigt sich, dass die Chamer durchaus ein Herz für ihr Kloster haben.

„Man kann die ganze Hand reinstecken!“ – Pater Peter Renju demonstriert, wie brüchig die Stützmauer vor der Klosterkirche geworden ist.Foto: Klöckner
„Man kann die ganze Hand reinstecken!“ – Pater Peter Renju demonstriert, wie brüchig die Stützmauer vor der Klosterkirche geworden ist.Foto: Klöckner

190000 Euro sind aktuell auf dem Spendenkonto für die Mauersanierung zusammengekommen. „So viel hatte ich nicht erwartet“, freut sich Pater Renju. Zuletzt bei einer Veranstaltung mit Stadtarchivar Timo Bullemer habe der Tenor im Publikum gelautet: „Wir lassen unser Kloster nicht im Stich!“ Das sei großartig, so Pater Renju und betont: „Wir sind angewiesen auf die Menschen.“ Er bittet deshalb weiter um Unterstützung, um das Projekt stemmen zu können. Notfalls müsse der Orden ein Darlehen aufnehmen, um die Last zu tragen.

Vor allem die untere Stützmauer, die das Klosterensemble vor dem Absturz hält, hat durch den Druck von oben und das Wasser gelitten. Dazu sind Deckplatten lose und Stützpfeiler verschoben. Foto: Klöckner
Vor allem die untere Stützmauer, die das Klosterensemble vor dem Absturz hält, hat durch den Druck von oben und das Wasser gelitten. Dazu sind Deckplatten lose und Stützpfeiler verschoben. Foto: Klöckner

Da das Gesamtensemble, Mauer wie Kloster, als Denkmal geschützt sei, könne man nicht einfach die Mauer wegreißen und durch Haltbareres ersetzen. Vielmehr werde hinter den Mauern das Erdreich entfernt. Dort seien damals sicher Drainagen eingebaut worden, doch seien die wohl längst verschüttet. Deshalb sei der Hang nun in Bewegung geraten.

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