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Montag, 28. Mai 2018 28° 1

Ausflug

Kötztinger Senioren besuchen St. Hermann

Die Wallfahrtsstätte bei Bischofsmais ist für den Bayerischen Wald besonders bedeutsam. An alte Bräuche wurde erinnert.

Der Bad Kötztinger Seniorenclub besuchte die Wallfahrtsstätte St. Hermann bei Bischofsmais. FOTO: KNI

BAD KÖTZTING.Eine der bedeutsamsten Wallfahrtsstätten des Bayerischen Waldes, St. Hermann bei Bischofsmais, war heuer das Ziel des Muttertagsausfluges des Seniorenclubs der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Bad Kötzting. Bei schönstem Frühlingswetter machten sich das reiselustige Völkchen auf den Weg in das benachbarte Niederbayern. Und nach einer knappen Stunde hatte es das landschaftlich reizvoll gelegene Ziel erreicht.

In der Wallfahrtskirche ging die Clubleiterin Brigitte Ertl kurz auf die Ursprünge der Wallfahrt ein. Hermann oder Hirmon, wie sie in Bodenmais sagen, stammte aus Heidelberg und war Laienbruder im Kloster Niederalteich. Im Jahr 1322 ließ er sich als Einsiedler in der Nähe von Bischofsmais nieder. Da er aber wegen seiner Begabung der Weissagung vom Volk verehrt wurde, zog er sich weiter in den damaligen Urwald zurück.

Seine Kapelle und Zelle aber wurden bald zu einer Wallfahrtsstätte. Hermann starb 1326. Seine Gebeine ruhen in der Pfarrkirche von Rinchnach. Über der Quelle neben der Holzkapelle wurde 1611 eine steinerne Rundkapelle errichtet. Als auch diese für den Wallfahrerstrom zu klein wurde, wurde die große Wallfahrtskirche gebaut.

In der Einsiedelei, deren Wände völlig mit Votivtafelen bekleidet sind, steht das Gnadenbild. Es zeigt Hermann als Bischof mit Kirche. In der anschließenden ehemaligen Zelle sind viele Weihegaben (holzgeschnitzte Gliedmaßen) aufbewahrt. Auch heute kommen viele Wallfahrer im Vertrauen auf die Fürsprache des Heiligen.

Eine Besonderheit in St. Hermann war früher das „Hirmonhopsen“. Eine hölzerne Hermannsfigur mit beweglichem Haupt wurde vorsichtig angehoben. Wenn das Haupt nickte („gnauckte“), galt dies als Zeichen, dass Bitten und Anliegen erhört wurden. Diesen Brauch führten insbesondere heiratswillige Mädchen aus.

Die Figur ist heute noch vorhanden, jedoch ist der Kopf angeleimt. Im Anschluss an diese Ausführungen feierten die Senioren in der Kirche eine kurze Andacht. (kni)

Der Einsiedler

1322/23 baute der Einsiedler Hermann nahe Bischofsmais eine Klause und eine Kapelle zu Ehren des hl. Hermann Josef (1150-1241).

Wie sein Namenspatron Hermann Josef war er Marienverehrer. Mit der Gabe der Weissagung begnadet, wurde er oft aufgesucht.

Die Wallfahrtsstätte erlangte bereits ab dem 16.Jahrhundert überörtliche Bedeutung. Von 1992-1994 wurde St.Hermann samt Außenanlage saniert. Quelle: Gemeinde Bischofsmais

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