MyMz
Anzeige

Politik

Kötztings Freie Wähler sind gerüstet

Nach fünfeinhalb Jahren ziehen die Bad Kötztinger Freien Wähler eine positive Bilanz. Leerstände bleiben ein Problem.
Von Alois Dachs

Die neue Vorstandschaft der Freien Wähler in Bad Kötzting mit der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Emmi Kollross (links). Als gleichberechtigter Stellvertreter kam Julian Preidl (Vierter von links) ins Vorstandsteam.  Foto: Alois Dachs
Die neue Vorstandschaft der Freien Wähler in Bad Kötzting mit der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Emmi Kollross (links). Als gleichberechtigter Stellvertreter kam Julian Preidl (Vierter von links) ins Vorstandsteam. Foto: Alois Dachs

Bad Kötzting.„Wir bemühen uns, bei geplanten Projekten die Bürger von Anfang an mitzunehmen“, nannte Bürgermeister Markus Hofmann bei der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler ein Erfolgsrezept seiner Stadtpolitik. Die Bilanz nach fünfeinhalb Jahren formulierte Vorsitzender Robert Riedl so: „Die Stadtpolitik trägt unsere Handschrift“ – und trotzdem seien die meisten Beschlüsse im Stadtrat einstimmig gefallen.

Das Nebenzimmer der Pfingstlstubn konnte die knapp 40 Versammlungsteilnehmer kaum fassen, als die Freien Wähler zur Jahresversammlung luden. „Ich bin überwältigt“, sagte Vorsitzender Robert Riedl, der sich an diesem Abend auch über drei neue Mitglieder freuen konnte, so dass nun 120 politisch interessierte Bürger den Ortsverband der Freien Wähler bilden. Stellvertretende Kreisvorsitzende Emmi Kollross nannte diesen Ortsverband in ihrem Grußwort ein Erfolgsmodell. Die Freien Wähler seien auf dem besten Weg, Bad Kötzting zu einer Vorzeigekommune zu machen. Sie ermunterte die Mitglieder zur Kandidatur für Stadtrat und Kreistag, „denn nur wer kandidiert, kann etwas beeinflussen“.

Die Schulden halbiert

„Mir macht meine Aufgabe immer noch unendlich viel Spaß“, sagte Bürgermeister Markus Hofmann zu Beginn seiner Bilanz über fünfeinhalb Jahre, bei der ein Ausblick auf die nahe Zukunft dominierte. Die Bürger forderten allerdings viel, seien aber manchmal nicht bereit, selbst etwas dafür zu tun. Deshalb sei sein Ziel, „die Leute von Anfang an abzuholen“, wenn irgendwo Projekte anstehen. Regelmäßige Fraktionsführer-Besprechungen und die jährliche Klausur der Stadträte böten nicht nur allen gleichen Informationsstand, sondern ermöglichten auch der Verwaltung, frühzeitig Projekte vorzubereiten, was mit großem Einsatz und Talent auch geschehe, sagte Hofmann. Schulden halbiert und Millionen investiert – das seien die wesentlichen Erfolge der vergangenen fünfeinhalb Jahre.

Der Ausbau der Westsiedlung (im Bild), der Landshuter Straße und der Ziegelgasse waren in der Amtszeit von Bürgermeister Markus Hofmann drei große, neben vielen kleinen Straßenbauprojekten. Foto: Alois Dachs
Der Ausbau der Westsiedlung (im Bild), der Landshuter Straße und der Ziegelgasse waren in der Amtszeit von Bürgermeister Markus Hofmann drei große, neben vielen kleinen Straßenbauprojekten. Foto: Alois Dachs

Die staatliche Stabilisierungshilfe habe natürlich zum Erfolg viel beigetragen. Trotzdem bestehe weiterhin absoluter Sparzwang, denn gerade in den Bereichen Straße, Kanal und Wasser warteten noch große Aufgaben. Der Bürgermeister verwies auf Projekte wie Westsiedlung, Gehstorfer Straße, Ziegelgasse, Urtlbachplatz, Frauenholzweg, Hauser Siedlung, die Straße Kieslau-Buchberg und die Vorbereitungen für Brückenneubauten beim alten Freibad nach Sperlhammer, oder im Kurpark und am Oberberger-Steg. Anstehende Kanalsanierungen erforderten eine Prioritätenliste und entsprechende Förderung, für die stets ein Konzept erarbeitet werden müsse.

Das Ergebnis der Neuwahlen

  • Vorsitz:

    1. Vorsitzender der Freien Wähler ist erneut Robert Riedl, seine gleichberechtigten Stellvertreter sind Bürgermeister Markus Hofmann, Wolfgang Pilz, Sylvia Ebner-Fuchs und Julian Preidl. Preidl will künftig die neuen Medien stärker nutzen, um die Arbeit der Freien Wähler zu präsentieren.

  • Schriftführer:

    Neue Schriftführerin ist Sylvia Ebner-Fuchs.

  • Schatzmeister:

    Den Posten übernimmt weiterhin Christina Riedl.

  • Öffentlichkeitsarbeit:

    Die Öffentlichkeitsarbeit führt weiter Alois Dachs.

  • Kassenprüfer:

    Als Kassenprüfer wurden Isabell Dachs und Christian Wühr bestätigt.

Das große Ziel „Bad Kötzting barrierefrei“ erfordere planerische und finanzielle Anstrengungen, sei aber für einen Gesundheitsstandort absolut wichtig, sagte der Bürgermeister, der auch die grundlegende Sanierung des Rathauses mit behindertengerechtem Zugang als eine der nächsten Aufgaben sieht. Für die Restflächen im Gewerbegebiet Arnbrucker Straße gebe es viele Interessenten, ebenso für ältere Häuser in der Innenstadt. „Wenn sich halt die Besitzer zu einem Verkauf entschließen könnten…“, bedauerte Markus Hofmann das Festhalten an manchen „alten Burgen“.

Die grundlegende Mauersanierung am alten Friedhof und dessen Neugestaltung als Erlebnisfläche für Einheimische und Gäste stehe in nächster Zeit ebenso an, wie die Umsetzung des vor dem Abschluss stehenden Verkehrskonzepts, die Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze für Kinder sowie Ausbau und Sanierung der Förderschule, „die aus allen Nähten platzt“. Die Überlegung, ein kommunal geführtes medizinisches Versorgungszentrum zu schaffen, habe dazu geführt, dass die Ärzteschaft selbst aktiv wurde und nun alle älteren Bad Kötztinger Hausärzte Nachfolger für ihre Praxen finden, freute sich Hofmann, der auch einen dauerhaften Bestand des Krankenhauses mit der bisher gebotenen Versorgung gesichert sieht.

Ideengeber im Kreistag

Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pilz berichtete von der Arbeit im Kreistag, die wesentlich durch Vorschläge der Freien Wähler geprägt werde. Themen wie Müllgebühren-Steigerung, Digitalisierung, E-Mobilität und der Rufbus erforderten aber weiter große Anstrengungen. Das bestätigte später auch Kreisrat Dr. Thomas Klyscz, der die wenig zukunftsorientierte Ausrichtung der CSU-Kreistagsfraktion kritisierte. „Wir sind in vielen Dingen Schrittmacher im Kreistag“, führte er aus. Auch müsse endlich im Tourismus eine Regionalwerbung für den Bayerischen Wald kommen, beim Konzept „Cham liegt am Arsch der Welt“ sei „das Geld zum Fenster hinausgeschmissen“ worden, sagte Wolfgang Pilz.

Vorsitzender Robert Riedl erinnerte an den Europawahlkampf und verschiedene Aktionen der Partei, etwa die Teilnahme an der Chamlandschau und den Besuch von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Riedl dankte den Stadt- und Kreisräten für ihre Arbeit, die dazu beigetragen habe, dass Bad Kötzting „eine Hochburg der Freien Wähler geworden ist“.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht