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Kohlenmeiler bleibt wegen Corona aus

Die Meilerwochen – eines der Highlights des Waldmünchner Sommers – mit allen Veranstaltungen wurden abgesagt.
Von Ingrid Milutinovic

Dicht an dicht saßen die Gäste letztes Jahr auf dem Meilerplatz - dieses Jahr ist dies nicht möglich.  Foto: Ingrid Milutinovic
Dicht an dicht saßen die Gäste letztes Jahr auf dem Meilerplatz - dieses Jahr ist dies nicht möglich. Foto: Ingrid Milutinovic

Waldmünchen. Jetzt hat es also auch den Kohlenmeiler erwischt. Eigentlich war es den meisten wohl schon (irgendwie) klar gewesen, dass die Veranstaltungen in dieser Form nicht stattfinden können. Die Veranstalter haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht – schließlich ist die Zeit auf dem Meilerplatz nicht nur „der wohl schönste Biergarten Bayern“ – um Bürgermeister Markus Ackermann, der regelmäßig dort zu finden ist, zu zitieren.

Der Meiler ist auch ein großes Stück Kultur, Heimatgeschichte und Brauchtum. Viele Besprechungen gab es über das Für und Wider. Eingebunden waren dabei neben Jürgen Köbler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten als „Vater des Meilers“ unter anderem Monika Wagner vom Volkstumsverein, Revierförster Hans-Norbert Dirscherl und natürlich auch die Köhler selber.

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Viele Helfer sind Risikogruppe

Auch beim Anzünden ist kein Abstand möglich.  Foto: IngridMilutinovic
Auch beim Anzünden ist kein Abstand möglich. Foto: IngridMilutinovic

Letztendlich überwogen aber die Argumente, die für die Absage sprachen. Monika Wagner erzählt, welche Gründe für die Entscheidung sprechen. Das fängt bereits beim Aufbau des Meilers an, sagt sie. Die Schüler der Berufsschule, die regelmäßig tatkräftig mithelfen, fallen aus. Es findet kein Unterricht statt und bei der Arbeit auf dem Meilerplatz kann der geforderte Mindestabstand oft nicht eingehalten werden. Die Mehrzahl der Köhler zählen zur altersmäßigen „Risikogruppe“ – bleibt also kaum jemand übrig. Und dann das Anzünden des Meilers. So viele seien regelmäßig gekommen, um sich dies nicht entgehen zu lassen. Das Einhalten des Sicherheitsabstands beim Anzünden selber aber auch auf dem Platz – kaum möglich und auch nicht zu kontrollieren.

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Und dann natürlich die „Romantischen Feierabende“ am Mittwochabend. Wahre Besuchermagnete seien die Abende immer gewesen, sagt Wagner. Der Besucheransturm sei meist so groß gewesen, dass die aufgestellten Garnituren nicht gereicht hätten. Veranstaltungen dieser Größe seien generell nicht gestattet – also „abgesagt“.

Absagen

  • Nicht stattfinden werden:

    Geplant waren auf dem Meilerplatz das Anzünden am 10. Juli, der Jägerstammtisch am 17. Juli, der Aufbau des Kindermeilers am 25. Juli und das Ablöschen des Meilers am 1. August.

  • Gründe:

    Aufgrund der Corona-Pandemie kann hiervon keine Veranstaltung stattfinden. Gründe sind das Verbot von Großveranstaltungen, Probleme beim Einhalten der Abstandsregeln und auch die Tatsache, dass der Großteil der Helfer zur „Risikogruppe Alter“ gehören,

Und ein weiteres Problem hätte es an diesen Abenden gegeben. Sowohl die Köhlermusi, die stets zünftig aufspielte, als auch das „Thekenpersonal“ seien zu einem großen Teil altersgemäß „Risikogruppen“. Thema Kindermeiler: „Bring mal 30 Kindern bei, dass sie nicht nur in Reih’ und Glied hintereinander, sondern auch noch mit zwei Metern Abstand gehen sollen. Und dann das Holz aus sicherer Entfernung an den Köhler übergeben müssen – schier unmöglich“, so Wagner.

Keine Kohle aus dem Meiler

Und auch der Jägerstammtisch lebe von dem Miteinander, dem Erfahrungsaustausch. Von den vielen kleinen, schönen Momenten auf dem Meilerplatz wollte Monika Wagner gar nicht erst reden. Von den Wandergruppen, die regelmäßig vorbeikommen zum Beispiel, die sich dann statt gemütlich zusammen auf dem Platz verstreut an Tische setzen müssten – und das ohne Bier und Brotzeit.

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Für alle, die regelmäßig für ihre Grillfeste die Kohle bestellt hatten, sei es natürlich eine Enttäuschung. Auch wenn die Grillfeste wohl wieder erlaubt sein werden - die Kohle, die übereinstimmend immer wieder als besonders gut bezeichnet wurde, gibt es heuer nicht. Dafür müssen jetzt andere Quellen gesucht werden.

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