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Jubiläum

Kolping zähmt den Bullen

Generalpräses Ottmar Dillenburg zelebrierte die Messe, ehe die Kolpingsfamilie das 150. Jubiläum auf dem Paradeplatz feierte.
Von Bastian Schreiner

Mit vollem Einsatz versucht auch Kolping-Vorstand Michael Fleck des Stiers Herr zu werden. Foto: Schreiner
Mit vollem Einsatz versucht auch Kolping-Vorstand Michael Fleck des Stiers Herr zu werden. Foto: Schreiner

Roding.Die Gemeinsamkeiten eines Bullen und der Kolpingsfamilie erschließen sich zwar auf den ersten Blick nicht, doch das Bullriding war am Sonntagnachmittag die Attraktion beim Familienfest am Paradeplatz. Wie es sich aber für einen katholischen Verband gehört, startete der Jubeltag mit einem Festgottesdienst, den Kolping-Generalpräses Ottmar Dillenburg in der Stadtpfarrkirche zelebrierte, ehe das Mittagessen und das Rahmenprogramm folgten.

Die Kolpingsfamilie Roding, die ihr 150-jähriges Bestehen heuer mit einigen Veranstaltungen feiert, wurde einst als Katholischer Gesellenverein gegründet. Die Geburtsstunde des Vereins war im Jahr 1868. Überlieferungen zufolge holte damals Konrad Bäumler, der neue Kooperator von Roding, die verbliebenen Mitglieder des ehemaligen Jugendvereins, der 1845 aus der Taufe gehoben worden war, zusammen. Der spärliche Rest versammelte sich, um sich zum „Jünglingsbund“ zu vereinen. Damit ist die Kolpingsfamilie die zweitälteste Gruppierung im Landkreis Cham.

Evangelisation und Weltdienst

Der Generalpräses überreicht der Vorstandschaft die Ehrendiplom-Urkunde.  Foto: Schreiner
Der Generalpräses überreicht der Vorstandschaft die Ehrendiplom-Urkunde. Foto: Schreiner

Zusammen mit Ottmar Dillenburg, der 2011 in Rom zum Generalpräses des internationalen Kolpingwerks gewählt worden ist, standen Regionaldekan Holger Kruschina, Ruhestandspfarrer Josef Schmaderer, Neupriester Matthias Nowotny und Diakon Werner Müller aus Walderbach am Altar. In einer mit Reizen und Informationen überfluteten Zeit sei es schwer, das Wesentliche zu erkennen, sagte Dillenburg in seiner Predigt. Deshalb gilt es, den Blick zu weiten und sich auf die frohmachende Botschaft Adolph Kolpings einzulassen. Aus bescheidenen Anfängen habe sich innerhalb weniger Jahrzehnte ein international agierender Sozialverband mit 400 000 Mitgliedern in 60 Ländern entwickelt. Hinter Kolping stecke ein Geheimnis – und zwar die Verbindung von Evangelisation und Weltdienst.

Besuch: Nach dem Festgottesdienst trug sich Generalpräses Ottmar Dillenburg zur Freude von Bürgermeister Franz Reichold im Rathaus in das Goldene Buch der Stadt ein.  Foto: Schreiner
Besuch: Nach dem Festgottesdienst trug sich Generalpräses Ottmar Dillenburg zur Freude von Bürgermeister Franz Reichold im Rathaus in das Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Schreiner

Im Sinne Adolph Kolpings fördere der Verband Bewusstsein für verantwortliches Leben und solidarisches Handeln. Er habe sich von den Nöten der Menschen anrühren lassen und versucht, die Probleme zu lösen. „In Roding engagiert man sich trotz aller Höhen und Tiefen schon seit 150 Jahren“, lobte Dillenburg und dankte den Mitgliedern für ihren Einsatz.

Gründer: Adolph Kolping (Todestag 4. Dezember 1865) war ein Priester, der sich insbesondere mit der sozialen Frage auseinandersetzte, und der Begründer des Kolpingwerkes.  Foto: Schreiner
Gründer: Adolph Kolping (Todestag 4. Dezember 1865) war ein Priester, der sich insbesondere mit der sozialen Frage auseinandersetzte, und der Begründer des Kolpingwerkes. Foto: Schreiner

Dabei versteht sich das Kolpingwerk als Weg-, Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft. Schwerpunkte des Handelns sind die Arbeit mit und für junge Menschen, das Engagement in der Arbeitswelt sowie das Zusammenwirken für Familien. Adolph Kolping sei ein Vorbild in Sachen Gläubigkeit, Selbstbewusstsein, Geschichtsträchtigkeit und Solidarität. „Tragt die Geschichte durch die Gegenwart mit Mut, Fantasie und Freude in die Zukunft“, forderte der Generalpräses, der anschließend die Ehrendiplom-Urkunde an Vorsitzenden Michael Fleck überreichte.

Eine wichtige Bewegung

Gestaltung: Der Chor „Vivace“ umrahmte den Gottesdienst in der Rodinger Stadtpfarrkirche am Sonntag musikalisch. Für die Darbietungen gab es am Ende reichlich Applaus.  Foto: Schreiner
Gestaltung: Der Chor „Vivace“ umrahmte den Gottesdienst in der Rodinger Stadtpfarrkirche am Sonntag musikalisch. Für die Darbietungen gab es am Ende reichlich Applaus. Foto: Schreiner

„150 Jahre sind ein freudiger Anlass, deshalb feiern wir das Jubiläum in großer Gemeinschaft“, sagte Fleck. Nach seinen Dankesworten erteilten die Geistlichen den Segen und zogen mit den Fahnenträgern der benachbarten Kolpingsfamilien unter den Klängen des Chors „Vivace“ aus der Kirche. Im Anschluss trug sich der aus Bad Bertrich in Rheinland-Pfalz stammende Festprediger (57) im Rathaus in das Goldene Buch der Stadt Roding ein. „Kolping ist eine wichtige Bewegung, die die christlichen Werte hochhält“, betonte Bürgermeister Franz Reichold.

Rahmenprogramm: Nach dem Mittagstisch war ein buntes Programm geboten. Neben der Bullriding-Meisterschaft waren verschiedene Stationen für die Kinder aufgebaut. (bs)  Foto: Schreiner
Rahmenprogramm: Nach dem Mittagstisch war ein buntes Programm geboten. Neben der Bullriding-Meisterschaft waren verschiedene Stationen für die Kinder aufgebaut. (bs) Foto: Schreiner

Nach dem Mittagessen stand die Bullriding-Meisterschaft an. Wegen eines Regenschauers wurde das Kaffeetrinken – inklusive vieler selbst gebackener Kuchen und Torten – kurzerhand in den Saal des Pfarrheims verlegt. Beim Bullriding siegte im Einzel Christof Schweiger (65 Sekunden auf dem Bullen) vor Kathrin Weindler (63) und Georg Kerscher (56). In der Team-Wertung setzen sich die Gewichtheber (272 Sekunden) durch. Auf den Plätzen folgten der Schützenverein Waldeslust (258) und der Pfarrgemeinderat (256).

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