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Region Cham
Samstag, 24. Februar 2018 2

Neujahrsempfang

Kommune, in der Miteinander zählt

Die Marktgemeinde Neukirchen b. Hl. Blut stattete den Ehrenamtlichen bei Veranstaltung im Katharinensaal ihren Dank ab.

  • Pfarrer Georg Englmeier hieß die Ehrenamtlichen im Katharinensaal von Neukirchen b. Hl. Blut willkommen.Foto: kbr
  • Bürgermeister Markus Müller nutzte den Neujahrsempfang für engagierte Bürger zur Rückschau und zum Ausblick auf 2018.Foto: kbr

Neukirchen b Hl Blut.Ehrenamtliches Engagement verantwortungsbewusster Bürger würdigten Pfarrei und Marktgemeinde beim Neujahrsempfang 2018. Monsignore Georg Englmeier begrüßte die Gäste im Katharinensaal, an ihrer Spitze die Repräsentanten des öffentlichen Lebens.

Englmeier machte sich für diesen Empfang Gedanken zur Politik, zur Weltlage und zu Ereignissen, die aufregen, und er versuchte, die Zeichen der Zeit zu verstehen: Große Verunsicherungen im Land setzten den Leuten zu und damit verbunden sei eine gewisse Ohnmacht. Kein Wohlstand könne verhindern, dass die Menschen Angst hätten – und Angst sei ein schlechter Ratgeber. Weiterhelfen könne „die Erfahrung von „Gemeinschaft, in der wir unsere Sehnsucht spüren, mit anderen leben und dabei einen eigenen Beitrag leisten – und genau das stellen Sie dar“, ermutigte der Seelsorger die Mitarbeiter in Kommune und Pfarrei. Ihr Einsatz sei ein Stück Sinnstiftung und Sinngebung für das eigene und das Leben in der Gemeinde.

„Mehr Anstand bitte in Wort und Tat!“, forderte Monsignore Englmeier mit Blick auf die Gesellschaft. Der Geistliche dankte allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz und die geopferte Zeit.

Ein bewegtes Jahr 2017

Bürgermeister Markus Müller betonte, der Empfang sei in erster Linie ein Dankeschön an die überdurchschnittlich engagierten Bürger. Er blickte zurück auf „die wichtigsten Projekte in einem bewegten Jahr 2017“ wie die Einweihung der zweiten Senioren-WG und der sanierten Grundschule samt Pausenhof, die Sanierung vieler Straßenabschnitte, den Bau von Forststraßen, den Abschluss der Städtebauförderung am Theresienplatz und „Schulhof“ sowie die Erschließung des Baugebiets „Am Klapenbach“ und ein grandioses Feuerwehrfest. Es gelte, für Stabilität in der Heimat einzutreten, so Müller, und an der guten Entwicklung der Marktgemeinde und des Landkreises zu arbeiten. Die Region sei für junge Menschen ein hervorragender Wirtschaftsstandort, in dem Facharbeiter absolute Mangelware seien.

Positiven Nachrichten stehe ein fragwürdiges Verhältnis von Gesellschaft und Politik gegenüber. Besonders in den sozialen Medien verschwinde offenbar jede Hemmschwelle von Kultur und Anstand. „Was kann man dagegen tun, und wie kann der Staat wieder mehr Vertrauen zurückgewinnen?“, fragte der Bürgermeister, der dann auf eine Reihe großer und positiv verlaufener Veranstaltungen einging, vom 25-jährigen Jubiläum des Wallfahrtsmuseums bis zur 660-Jahr-Feier des Wallfahrtsortes Loucim. Höchst erfreulich seien die Tourismus-Entwicklung, die hohen Steuereinnahmen sowie die sinkende Verschuldung trotz erheblicher Investitionen und großflächigen Grunderwerbs. Schockierend sei das AfD-Ergebnis bei der Bundestagswahl. Möglicherweise habe es mit den Sorgen der Menschen zu tun – davor, dass Errungenschaften in Gefahr seien wegen rasanter Digitalisierung, der national und international unberechenbaren Sicherheitslage, und der Flüchtlinge, die eine neue Heimat in Deutschland suchen. Die Verunsicherung lasse Ängste und Spannungen in der Gesellschaft erwachsen.

Die Folge davon sei ein steigender Zuspruch zu populistischen Strömungen – in den USA, in anderen Ländern Europas und auch in Deutschland. Gegen Globalisierung, Digitalisierung und Anonymität helfen nach Meinung von Markus Müller nur Bürgerfreundlichkeit, Menschlichkeit und Gerechtigkeit. „Das ist der Auftrag an die oben, aber auch an uns selbst. Alle demokratischen Kräfte sind aufgerufen, daran mitzuwirken, dann braucht uns um die Zukunft wirklich nicht bange zu sein.“

„Soziale Gemeinde“

In seinem Ausblick nannte Müller die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzepts, Straßensanierungen, die Erschließung des Gewerbegebietes und die Sanierung des Allwetterplatzes, die dritte Stufe des Breitband-Ausbaus zusammen mit dem Landkreis; den Abschluss des Bauhof-Neubaus; die Anschaffung einer Kehr-Saug-Maschine für eine saubere Gemeinde und schließlich die Bemühungen um einen Kunstrasenplatz.

Der Bürgermeister dankte allen, die sich freiwillig und unentgeltlich für die Gemeinschaft engagieren – sowohl in Vereinen als auch als Privatpersonen durch Einzelaktionen. „Sie alle machen unsere Kommune zu einer sozialen Gemeinde, in der das Miteinander zählt“, resümierte Markus Müller und freute sich im Anschluss auf das gemeinsame Abendessen, auf Gespräche und den Austausch untereinander. (kbr)

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