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Region Cham
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Cham.

Konjunkturpaket: 9,4 Millionen Euro für den Landkreis Cham

Der Vize-Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik, MdB Klaus Hofbauer, hat am Donnerstag Überraschendes verkündet: Der Landkreis Cham erhält aus dem Konjunkturpaket II nun doch 9,4 Millionen Euro. Das Geld wird sich auf Projekte in 31 von 39 Gemeinden. 36 hatten Anträge formuliert. Die Bürgermeister hatten befürchtet, dass es aus dem vielfach überzeichneten Programm kaum Geld geben werde.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler, im Verteilungsausschuss unteranderem zuständig für die Verteilung der 9,4 Millionen im Kreis, erläuterte die Entscheidung. „In Cham wird mit dem Zuschuss von 1,7 Millionen Euro die einzige hohe Summe fließen. Damit sichern wir uns die historische Chance auf einen Technologie-Campus.“ Die restlichen 30 Gemeinden seien mit kleineren Beträgen zum Zug gekommen. Das sei aber auch begründbar. Eine Förderung weniger Großprojekte wäre laut Löffler dem Ziel des Konjunkturpaketes zuwider gelaufen. Es gehe darum, dass möglichst viele Unternehmen die Krise überstehen. Dafür seien viele kleinere Projekte besser geeignet.

Löffler erklärte außerdem, der Geldsegen sei besonders darauf zurückzuführen, dass es gelungen sei, die umstrittenen Vorwegfestlegungen, in denen Geld für Großprojekte in Regensburg und Wackersdorf fließt, auf diese Regionen anzurechnen. So sei auch die Fläche zum Zug gekommen.

MdB Hofbauer stellte fest, in Anbetracht der Wirtschaftskrise habe die Große Koalition antizyklisch gehandelt und sei sich bewusst, dass sie damit an die Grenzen des haushaltspolitisch Vertretbaren gegangen sei. Ziel sei die Arbeitsplatzsicherung. Es sei Wert darauf gelegt worden, dass 70 Prozent der Gelder durch die Kommunen verwendet werden. Sicher werde mancher Wunsch nicht erfüllt werden können. Hofbauer bittet, das Gesamtprogramm des Bundes zu beurteilen. Es gehe darum, diverse Ziele zu erreichen, so die Sanierung von Gebäuden. Dabei würden Arbeitsplätze im Mittelstand gesichert und ein wichtiger Beitrag zur Energieeinsparung geleistet.

Ein Technologie-Campus entsteht

Die Stadt Cham wird Hochschulstandort. Der Landkreis erhält eine Außenstelle der Hochschule Deggendorf und kann damit künftig alle Bildungsabschlüsse vor Ort anbieten. Darüber freut sich Landrat Theo Zellner in einer Presseerklärung. Möglich wird dies auch dadurch, dass der Umbau und die energetische Sanierung des vorgesehenen Gebäudes in Cham in Höhe von 3,08 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II mit 1,7Millionen Euro gefördert werden. Zellner weist hin auf die Bedeutung des Campus für den gesamten Landkreis, insbesondere für die jungen Menschen. Bis heute müssten akademische Führungskräfte den Landkreis für das Studium verlassen. Dies sei nun nicht mehr nötig.

7,5 Millionen Gesamtkosten

Die Idee, eine praxisorientierte regionale Ausbildung der Hochschulen zu ermöglichen, habe Landrat Zellner bereits 2004 bei einem Gespräch mit dem damaligen Staatsminister Dr. Thomas Goppel und den Hochschulpräsidenten Bayerns erläutert. Die Investitionssumme zur Realisierung des Technologiecampus beträgt 7,5 Millionen Euro. Die Kosten für die Labor- und Raumausstattung in Höhe von 2,3 Millionen Euro werden als Anschubfinanzierung aus dem Programm „BayernFIT“ des bayerischen Wirtschafts- und Wissenschaftsministeriums finanziert. Der Umbau und die energetische Sanierung des Gebäudes in Höhe von 3,08 Millionen Euro wird aus dem Konjunkturpaket II mit 1,7 Millionen Euro finanziert werden. Die Restsumme hat die Stadt Cham zu schultern. Weiter ist noch die Finanzierung der Personal- und Betriebskosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro durch die Unternehmen des Mechatronik-Netzwerks und den Landkreis Cham zu tragen.

300 Studenten, 50 Mitarbeiter

Ziel sei, den Campus mittelfristig auf etwa 200 bis 300 Studenten und 30 Mitarbeiter auszubauen. Gleichzeitig ist geplant, circa 50 internationale Studenten auf dem Campus zu unterrichten. Das seit neun Jahren erfolgreich agierende Mechatronik-Netzwerk sei eine hervorragende Basis für die Umsetzung. Mit 30 Unternehmen aus verschiedenen Branchen und vier Landkreisen sowie zwei Fachhochschulen, der Berufsschule, der Volkshochschule, der IHK und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Cham als Projektträger ist dieses Netzwerk eines der größten in Bayern. Darüber hinaus kooperiert das Netzwerk mit einer Vielzahl von überregionalen Partnern. Dazu gehört der angesehene Institutsleiter des Bereichs Robotik und Mechatronik am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum, Prof. Dr. Gerhard Hirzinger. Hirzinger wird den Technologiecampus technologisch begleiten und mit konzipieren.

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