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Kunst

Konrad Niemeier erfüllt sich Maler-Traum

Der Künstler ist in Roding geboren und machte sich in Stuttgart einen Namen. In der Heimat präsentiert er eine neue Technik.
Von Bastian Schreiner

Das schreibt Professor Hans K. Schlegel über das Niemeiers Werk „Sturm“: In dem bewegten Wasser sind zeichenhaft drei Wellenformen zu sehen, die die scharfe zündende Dynamik der Bewegung zum Ausdruck bringen. Foto: Schreiner
Das schreibt Professor Hans K. Schlegel über das Niemeiers Werk „Sturm“: In dem bewegten Wasser sind zeichenhaft drei Wellenformen zu sehen, die die scharfe zündende Dynamik der Bewegung zum Ausdruck bringen. Foto: Schreiner

Roding.Konrad Niemeier (84) geht schon immer seinen eigenen Weg: Als Jugendlicher, als er von Strahlfeld aus den Sprung ins Schwabenland wagt, um dort Maler zu werden. Als Leiter des gleichnamigen Malerbetriebs, den er vier Jahrzehnte führt. Und als Künstler, der lange experimentiert und schließlich eine neue Maltechnik auf den Markt bringt. Seine Heimat hat Konrad Niemeier in all den Jahren nicht vergessen – und kehrt deshalb für eine Ausstellung im Rodinger Rathaus zurück zu seinen Wurzeln.

Die Vernissage findet am Donnerstag um 19 Uhr statt. Bis Weihnachten können im ersten und zweiten Stock 30 seiner Werke bestaunt werden. Dabei präsentiert Niemeier Bilder, die er mit „arcobaleno“ – einer Regenbogen-Maltechnik – gestaltet hat. Diese Unikate leben von ihrer Großflächigkeit. Die technische Umsetzung bleibt das Geheimnis des Künstlers.

Er hat als Kind gerne gezeichnet

Unter dem Titel „Farbe.Form.Im Einklang“ sind bis Weihnachten 30 seiner Werke im Rodinger Rathaus zu sehen. Foto: Schreiner
Unter dem Titel „Farbe.Form.Im Einklang“ sind bis Weihnachten 30 seiner Werke im Rodinger Rathaus zu sehen. Foto: Schreiner

Niemeier ist im Dezember 1933 in Strahlfeld geboren und aufgewachsen. Nach der Schule wollte er seinen Traum verwirklichen und Maler werden. „Ich habe schon als Kind gerne gezeichnet. Dieses Berufsziel lag mir am Herzen“, sagt Niemeier im Gespräch mit unserem Medienhaus. Deshalb stemmte er sich als 14-Jähriger auch gegen den Wunsch der Mutter, dass ihr Sohn vor Ort bleibt und notfalls auch in der Landwirtschaft arbeitet. Knecht bei einem Bauer zu sein, kam für Niemeier auf keinen Fall in Frage. Da Jobs und Lehrstellen im damaligen Armenhaus – so wurde der Landkreis an der Grenze zu Tschechien bezeichnet – sehr rar waren, machte sich Niemeier auf zu seinem Onkel in Stuttgart. 1948 begann er dort eine Lehre als Maler. Die Meisterprüfung legte er schließlich im Jahr 1957 ab.

In der Meisterschule lernte er den bekannten Professor Hans K. Schlegel kennen. Dieser ermutigte Niemeier am Ball zu bleiben und den eingeschlagenen Weg fortzuführen. „Ich bin seit 41 Jahren mit Professor Schlegel in Kontakt“, ergänzt er.

Vernissage

Ein Maler begegnet seinen Wurzeln

Der Künstler Konrad Niemeier – gebürtig in Strahlfeld – zeigt noch bis zum 30. November seine Werke im Rodinger Rathaus.

1958 baute sich der gebürtige Strahlfelder einen eigenen Malerbetrieb in Stuttgart auf, den er bis 1999 leitete. Seitdem widmet er sich verstärkt seinen künstlerischen Interessen und malt in erster Linie Landschaften und Stadtansichten, aber auch Tiere und Menschen. Er arbeitet hauptsächlich mit Kohle und Kreide auf Papier oder Acryl auf Leinwand. Mit seinen Werken Niemeier Farbstimmungen ausdrücken, weshalb für ihn die Reduzierung auf das Wesentliche im Vordergrund steht.

„Ich habe viele Seminare besucht“, erzählt der 84-Jährige. In der jüngeren Vergangenheit hat er seinen eigenen expressionistischen Stil entwickelt. Wie auf seiner Homepage nachzulesen ist, verlieren die Bildgegenstände dabei ihre Naturfarbe und Körperlichkeit, werden in eigenwerte Farbflächen umgesetzt und zu Symbolen ihrer selbst verwandelt. Es steht nicht die Form, sondern die Farbe im Mittelpunkt.

Die Fläche wird zum Kunstwerk

In Anlehnung an das Siebdruckverfahren hat er vor zwei Jahren die neue Technik „arcobaleno“ (italienisch für Regenbogen) – ein Druckverfahren mit Acrylfarben – entwickelt. Mit der Technik, die analog auch auf riesige Flächen ausgeweitet werden kann, werden Tapeten und Fliese bedruckt. Details möchte er nicht verraten. Dabei soll die Fläche – laut Niemeier bis zu 20 Meter – zum Kunstwerk verwandelt werden. Mit den Bildern können Wände in Hotels, Krankenhäusern oder Büros gestaltet werden.

Biografie und Experten-Meinung

  • Geburt:

    Konrad Niemeier ist am 26. Dezember 1933 in Roding-Strahlfeld geboren.

  • Ausbildung:

    Nach der Schule in Strahlfeld absolvierte er 1948 eine Lehre als Maler in Stuttgart. Im Jahr 1957 legte er schließlich die Meisterprüfung ab.

  • Familie:

    Niemeier ist in zweiter Ehe mit Bärbel Niemeier, geborene Sauter, verheiratet und hat vier Kinder.

  • Beruf:

    Im Jahr 1999 übergab Niemeier den gleichnamigen Malerbetrieb in Stuttgart an Sohn Marco.

  • Professor Hans K. Schlegel:

    „Die (...) Bilder mögen verdeutlichen, mit welchem Elan und welcher Ausdruckskraft Konrad Niemeier seine Bildwelt aufbaut. Menschliche Anteilnahme, naturnahe Dramatik wie emotionelle Ausdruckskraft der Farbe charakterisieren seine malerisch-künstlerischen Arbeiten.“

„Zunächst braucht man einen genauen Entwurf, da die Formen später exakt sein müssen“, erklärt er. Zwei, drei Tage braucht der Künstler für ein Motiv. Das „arcobaleno“-Design basiere auf seiner künsterlischen Erfahrung gepaart mit Handwerkstradition. Seine Werke sollen Farbspiele darstellen, die Freude machen und entspannen.

Freude bereitet ihm der Besuch in der Heimat. „Zu Familienfesten komme ich immer gerne zurück nach Strahlfeld“, betont er. Im Rodinger Rathaus stellt Niemeier nach 2015 zum zweiten Mal aus. Und bei der Eröffnung am Donnerstagabend hofft er, viele alte Bekannte zu treffen.

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