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Kradfahrer stürzte schwer

Ein schwerer Unfall ereignete sich am 24. September 2017 in Eschlkam.

Das Gericht in Cham musste über die Teilschuld eines Autofahrers entscheiden.Foto: dpa
Das Gericht in Cham musste über die Teilschuld eines Autofahrers entscheiden.Foto: dpa

Cham. An einer unübersichtlichen Kreuzung stürzte ein Mopedfahrer, als ein Ausweichmanöver schiefging. Er hatte ein heranfahrendes Auto erst in letzter Sekunde gesehen. Neben den schweren Verletzungen wurde beim Sturz sogar ein Verkehrsschild aus der Verankerung gerissen.

Inwiefern der beteiligte Autofahrer am Unfall Schuld hatte, versuchte nun das Chamer Amtsgericht zu klären. Laut Anklage war der Fahrer unaufmerksam und hatte dem Moped die Vorfahrt genommen. Diese Fahrlässigkeit sei aber nach Meinung der Verteidigung zu vernachlässigen. Die Straßenkreuzung sei dermaßen unübersichtlich, zudem soll der Mopedfahrer viel zu schnell unterwegs gewesen sein. Darüber hinaus hätte der Kleinradfahrer seine Spiegel falsch justiert.

Der Angeklagte erklärte, dass er langsam auf die Kreuzung zugefahren sei und seinen Blick nach links und rechts gerichtet hatte. Dann sei das Moped plötzlich aufgetaucht. Er habe den Sturz gesehen und sich auch um das Opfer gekümmert. Er sei ebenso wie der Mofafahrer unter Schock gestanden. Er selbst sei zum Sturzzeitpunkt an der Kreuzung gestanden und nicht in Bewegung gewesen. Nur langsam hatte er sich nach eigener Aussage vorgetastet, da ihm die gefährliche Straße geläufig sei. Er wisse nicht mehr wie weit genau er auf der Kreuzung stand, als es zum Unfallgeschehen kam. Der am Unfalltag eingesetzte Polizist dem Gericht berichtete, dass das Mofa Vorfahrt gehabt habe. Die Sicht an der Kreuzung sei sehr schlecht, ein großer Gartenzaun versperre das Blickfeld. Höchste Vorsicht sei an der Stelle geboten, mahnte der Polizeibeamte.

Das noch minderjährige Opfer schilderte den Unfallhergang aus seiner Sicht. Er sei maximal 55 km/h gefahren, als er in Kreuzungsnähe das Auto wahrnahm. Im Zuge des Ausweichmanövers sei es zu einer leichten Berührung mit dem Fahrzeug gekommen, dadurch sei das Moped von der Fahrbahn abgekommen. Er habe sich in einem Randstein verfangen und sei daraufhin gestürzt.

Das Auto sei definitiv in einem Zug bis zur Kreuzungsmitte vorgefahren. Der Geschädigte erlitt einen Bruch des Handgelenks eine Steißbeinfraktur sowie Hüftverletzungen. Er musste sechs bis acht Wochen krankgeschrieben werden. Mittlerweile seien alle Verletzungen verheilt und er habe Geld von der Versicherung erhalten. Diese habe sämtliche Schäden vollumfänglich reguliert. Es stünden keine weiteren Ansprüche mehr im Raum.

Laut Richter Wolfgang Voit hatte die Staatsanwaltschaft bereits eine Einstellung des Verfahrens angeregt. Da der Angeklagte diese gegen Geldauflage jedoch abgelehnt hatte, sei überhaupt erst der Strafbefehl erlassen worden. Hiergegen hatte der Angeklagte Einspruch eingelegt, so dass es zur Verhandlung kommen musste. Nach längerem Zögern erklärte sich der 61-Jährige bereit, eine Geldauflage von 1000 Euro anzuerkennen. Das Gericht hatte klar gemacht, dass ein Freispruch in weiter Ferne lag. Das Geld darf er in zwei Raten zu je 500 Euro zahlen. Begünstigt wird die Bergwacht Furth im Wald. (cya)

Gericht

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