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Naturschutz

Kräuter und Heupferd-Teenies

Monika Kerner vom Landesbund für Vogelschutz weiht die Gartenzwergerl in die Geheimnisse einer Streuobstwiese ein.

  • Bekränzt mit Wiesenlabkraut, lauschen die Gartenzwergerl Kräuterpädagogin Monika Kerners Ausführungen. Fotos: Hainzinger-Feigl
  • Monika Kerner zeigt in der Becherlupe ein Heupferd, das noch in der Pubertät ist.

Bad Kötzting.Wie gut, dass alles in der Natur zusammenhängt – selbst wenn man, wie Vinzenz, von einer Brennnessel gepiesackt wird.

Schnell ein zerriebenes Spitzwegerich-Blatt auf die juckende Stelle, und schon wird’s besser. Dies und noch so vieles mehr über das, was in der Streuobstwiese blüht und krabbelt, hat Monika Kerner vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Gartenzwergerln gezeigt, aber auch fühlen, riechen und schmecken lassen.

Wissen über die Wiese

Katja und Markus Fischer hatten zu diesem Zweck der Kindergruppe des Vereins für Gartenbau und Landespflege am Freitag ihre Streuobstwiese in Weißenregen zur Verfügung gestellt. Entlang des Weges sammelten die Kinder verschiedene Kräuter-Spitzwegerich, Gundermann, Schafgarbe, Wiesenlabkraut und Klee -, die am Ende der Wiesen-Begehung verspeist werden sollten. Immer wieder wusste Monika Kerner zu den Gewächsen und Tieren in der Wiese Interessantes zu berichten. So ist der Saft vom Spitzwegerich nicht nur gut gegen juckende Mückenstiche (oder Brennnessel); getrocknet als Teeaufguss hilft er auch gegen Husten.

Auch Gundermann war früher eine Heilpflanze - „gund“ heißt im Althochdeutschen „Eiter“, wogegen diese Pflanze eingesetzt wurde.

In der Küche muss Gundermann sehr sparsam verwendet werden, hat er doch einen sehr intensiven Geschmack.

Wiesenlabkraut duftet nicht nur süß, aus ihm lassen sich auch tolle Blütenkränze winden, was die Gartenzwergerl auch gleich ausprobierten. Wem das nicht Schmuck genug war, der durfte sich mithilfe von Löwenzahnmilch Sternmiere-Ohrringe ans Ohrläppchen kleben. Auch zur Brennnessel wusste die Kräuterpädagogin Kerner Interessantes: Der Zellsaft der Brennnessel ist nichts Anderes als Ameisensäure. Mit Ameisen kamen die Zwergerl am Freitag nicht in Kontakt. Dafür entdeckten sie einen Junikäfer, der ausführlich unter der Lupe beobachtet wurde, aber auch ein Heupferd (noch in der Pubertät), eine Marienkäfer-Larve oder eine Wanze. Zu letzterer meine Monika Kerner: „Seht Ihr, jetzt pumpt sie.“ Pumpt sie? Die Erklärung: Schwere Käfer wie Wanzen oder Maikäfer müssen ihre Flügel erst aufpumpen, um überhaupt abheben zu können. Am Ende des Weges machten die Kinder im Schuppen von Katja und Markus Fischer Station, um die gesammelten Kräuter zu hacken und auf Butterbroten zu verteilen.

Limo, selbst gemacht

Die Butter wurde übrigens selbst gemacht: Sahne in ein Einweckglas geben und los geht’s mit dem Schütteln, bis aus Sahne Butter geworden ist.

Und zuguterletzt hatte Monika Kerner von zu Hause Kräuterlimonade mitgebracht, die sehr lecker schmeckte. Das Rezept: In einen Liter Apfelsaft ein Kräuterbündel mit Giersch, Minze, Holunderblüten-Dolden und Gundermann (nur einen Stängel!) geben, dazu noch den Saft und die Schale einer Zitrone; das Ganze über Nacht ziehen lassen. Aufgegossen mit Mineralwasser ein erfrischender Genuss.

Monika Kerner ist als Kräuterpädagogin Spezialistin für Kräuterführungen im Jahresprogramm des LBV-Zentrums.

Im LBV-Zentrum Nößwartling ist sie neben der Verwaltung auch für die Umweltbildung verantwortlich.

Die Info- und Unterrichtsangebote lauten: Baustein „Wildkräuter“ im Ausbildungsprogramm zum Naturpädagogen. Verschiedene Umweltbildungsangebote rund um das Thema „Pflanzen“, die von Schulen und Kindergärten abgerufen werden können. Quelle: LBV

Kräuterpädagogin

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