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Volkskunst

Künstler mit der Kettensäge

„Holzwurmtage“ – So nennt sich ein Spektakel, bei dem in Lam acht Künstler mit der Motorsäge Skulpturen „schnitzten“. Alfons Wellisch aus Lohberg siegte.
Von Maria Frisch

  • Bayerwaldmeister Alfons Wellisch am Anfang seiner Arbeit

Lam.Wie immer hatte Alfons Wellisch aus Lohberg ein Gipsmodell seiner abstrakten Skulptur zu den Holzwurmtagen nach Engelshütt mitgebracht. Neben Johannes Seidl aus Schneiderberg war er einer der zwei Lokalmatadore unter den insgesamt acht Kettensägern, die aus Holzrohlingen am Samstag und Sonntag wahre Kunstwerke schufen.

Als einziger modellierte Alfons Wellisch eine abstrakte Figur, die die beschützende Rolle des Mannes in der Partnerschaft demonstriert. Die Jury kürte den Lohberger als Bayerwaldmeister. Als Preis waren 400 Euro ausgelobt. Im Gegenzug erhält das Objekt einen Ehrenplatz in der Gemeinde Lam im Umfeld der Tourist-Information.

Die FFW Engelshütt, die das Spektakel zusammen mit der Tourist-Info zum sechsten Mal initiiert hat, verzichtete auf ein Motto, sondern ließ den Ideen der acht Künstler freien Lauf. Die meisten formten eine Tier-Spezies mit ihren Ketten- und Schnitzwerkzeugen. Unter der Hand von Michael Schütt aus Bindlach bei Bayreuth entstand ein Adler, der mit ausgebreiteten Flügeln ein Beutetier erlegt. „Die Federn sind das schwierigste“, weiß der Holzkünstler. Eine Skulptur zu schnitzen dauert bei ihm zwischen einer Stunde und einer Woche, je nachdem, „was er im Kopf hat“. Als Gegenstück zum Adler fabrizierte Johannes Seidl flugunfähige Seevögel – Pinguine.

Karl-Heinz Stoiber aus Amberg, eigentlich Maler, konzentrierte sich voll und ganz auf eine Eule nebst ihrem gefiederten Nachwuchs.

„Das wird der Schäferhund meiner Freundin, namens Hexe“, ließ sich Rudi Mühlbauer aus Rittsteig in die Karten schauen, nachdem er einige Male die Kettensäge an dem harten Nussbaum-Koloss angesetzt hatte. Gleichfalls einen Vertreter aus der Vogelwelt hatte sich Franz Rossmeisl aus Steinach ausgesucht, einen Pfau. Er bedauerte ein wenig, dass Reinhard Baumann aus Neukirchen b. Hl. Blut heuer nicht unter den Akteuren war. „Der ist für mich der Beste“, lobte er den Holzschnitzer, der im Vorjahr eine wunderschöne Madonna kreierte.

„Ich bin heute richtig müde geworden“, meinte Ernst Hingerl, der älteste der schneidenden Zunft am Samstagabend. Der Kunstsäger aus Pettenreuth hatte ein ziemlich nasses Stück Holz erwischt („Pappeln wachsen ja vorwiegend am Wasser“), so dass er sich für seinen „Kunsthappen“ ordentlich plagen musste.

Hinter dem Namen für sein Werk verbarg sich eine Gabel, die einen Happen aufspießt, für die er schon einen Bestimmungsort hatte. „Die kommt nach Regensburg an einen Radlweg.“

Beruflich mit dem Rohstoff Holz zu tun hat Christian Kulzer aus Rettenbach, der einzige Debütant bei den diesjährigen Holzwurmtagen. Als gelernter Zimmermann hatte es schon mit 13 Jahren die Motorsäge in der Hand. Seine Hexe hatte einen direkten Bezug zu Engelshütt, weil sie sich hier bei der Rauh- und der Hexennacht treffen

Die Jury mit Bürgermeister Klaus Bergbauer an der Spitze hatte die Qual der Wahl und kürte schließlich Alfons Wellisch mit seiner abstrakten Skulptur „verbunden“ zum Sieger.

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