MyMz
Anzeige

Ehrung

Kulturpreis für Werner Perlinger

Der seit fast 30 Jahren als Stadtarchivar in Furth tätige Perlinger erhielt die Auszeichnung des Bezirks in der Kategorie Heimatgeschichtsforschung.

Kulturpreisträger Werner Perlinger (Mi.) freut sich über die Auszeichnung, zu der ihm Bezirkstagspräsident Franz Löffler gratulierte.

Furth im Wald.Mit dem Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz in der Kategorie Heimatgeschichtsforschung ist der Further Werner Perlinger bedacht worden. Bezirkstagspräsident Franz Löffler überreichte ihm die mit 3500 Euro dotierte Auszeichnung. Der seit fast 30 Jahren als Stadtarchivar seiner Heimatstadt tätige Perlinger habe sich durch zahlreiche historische Veröffentlichungen um die Geschichtserforschung vieler Orte im Landkreis Cham hervorgetan, betonte der Laudator, Prof. Dr. Hans-Michael Körner, Lehrstuhlinhaber für Geschichtsdidaktik an der LMU München.

Der 1942 in Chammünster geborene Werner Perlinger habe nicht nur die Fachjury, sondern auch die Mitglieder des Kulturausschusses des Bezirkstags der Oberpfalz mit einer Vielzahl von qualitativ hochwertigen historischen Veröffentlichungen zur Erforschung der Geschichte zahlreicher Orte des Landkreises Cham und darüber hinaus überzeugt, so Körner.

Kurzes juristisches Intermezzo

Werner Perlinger interessierte sich schon früh für die Geschichte von Furth im Wald, der Stadt seiner Vorfahren, in welcher er seit seinem achten Lebensjahr lebt. Dieser Neugier an den historischen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen, die ja eine der Grundvoraussetzungen für einen guten Historiker ist, war es wohl auch geschuldet, dass Perlinger sich nach seinem Abitur und einem kurzen juristischen Intermezzo dem Beruf des Journalisten zuwandte. Mit 43 Jahren wechselte Perlinger vom Bayerwald-Echo zur Stadtverwaltung Furth im Wald über, wo er seitdem für das umfangreiche Archiv der Stadt verantwortlich zeichnet. Über seine Versetzung in den Ruhestand im Jahr 2007 hinaus widmet er sich tagtäglich dem städtischen Archivgut, auch als ehrenamtlicher Kreisarchivpfleger für den Altlandkreis Cham engagiert er sich.

Darüber hinaus bringt er seine historischen Fähigkeiten als zweiter Vorsitzender in den „Historischen Verein für Furth im Wald und Umgebung e.V.“ ein. Vielfach gelobt wird Perlingers Hilfsbereitschaft. So steht er nicht nur der Stadtverwaltung als wandelndes auskunftsfreudiges Lexikon zur Verfügung, sondern greift historisch interessierten Zeitgenossen immer wieder bei der Erarbeitung von Fach- und Seminararbeiten, beim Lesen alter Schriften oder der Übersetzung lateinischer Texte ratgebend und unterstützend unter die Arme.

Altes Waldlerhaus

Erwähnenswert ist auch, dass Perlinger vor knapp zwei Jahren ein altes Waldlerhaus in der Further Vorstadt kaufte, um dieses zu erhalten und schrittweise zu sanieren. Fast zeitgleich mit der oben angesprochenen beruflichen Neuorientierung im Jahr 1985 setzte auch Perlingers Wirken als Verfasser zahlreicher heimatgeschichtlicher Darstellungen ein. Anfangs waren es klein-formatige Hefte für Schulen und Feriengäste zu Furth im Wald und zur Burg Lichteneck sowie erste kleinere Beiträge in den „Jahrbüchern des Historischen Vereins für Furth im Wald und Umgebung“.

Bald schon folgten Aufsätze in überörtlichen Organen und Zeitschriften wie den „Beiträgen zur Geschichte im Landkreis Cham“, der „Oberpfälzer Heimat“, „Der Bayerwald“, „Schöner Bayerischer Wald“ und „Die Oberpfalz“. In der Gesamtschau kann Perlinger auf eine kaum mehr zu überschauende Zahl von mehreren Hundert Aufsätzen zu ganz unterschiedlichen historischen Themen seiner Heimatregion verweisen. Und schließlich folgten verschiedene Buchprojekte zu Furth im Wald, Arnschwang, Rimbach, Weiding, Eschlkam, Gleißenberg und Waffenbrunn.

Als herausragendes Werk Perlingers darf dabei freilich die dreibändig angelegte „Geschichte der Stadt Furth im Wald“ gelten, von welcher die beiden ersten Bände – 2011 und 2012 erschienen – bereits vorliegen und der dritte Band in wenigen Wochen vorgestellt werden wird. Es ist das Ergebnis und die Zusammenschau einer jahrzehntelangen, intensiven Beschäftigung mit der Geschichte der Stadt Furth und der näheren Umgebung und kann schon jetzt guten Gewissens als Lebenswerk von Werner Perlinger sowie als das Standardwerk zur Further Geschichte bezeichnet werden.

Bleibende Verdienste

Insbesondere der zweite Band legt offen, was den Heimatgeschichtsforscher Werner Perlinger auszeichnet. So kennt er als Archivar seiner Heimatstadt nicht nur „seine“ Urkunden, Akten und Rechnungsbände, er wertete auch Quellenbestände in den verschiedensten einschlägigen Archiven aus, so etwa im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München, im Staatsarchiv Landshut, im Staatsarchiv Amberg, im Archiv des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, im Bischöflichen Zentralarchiv Regensburg, im Stadtarchiv Cham, im Stadtarchiv Regensburg und im Pfarrarchiv Furth im Wald, um nur die Wichtigsten zu nennen,

Dieses gründliche Urkunden- und Aktenstudium paart sich bei Perlinger mit einer gekonnten Auswertung der Quellen sowie einer gelungenen Einbettung seiner Ergebnisse in die Erkenntnisse der aktuellen wissenschaftlichen regional- und landesgeschichtlichen Forschungsliteratur – durchaus orientiert an üblichen geschichtswissenschaftlichen Methoden und Fragestellungen. Zugute kommen ihm hierbei immer wieder seine zahlreichen Vorarbeiten und seine jahrzehntelange Erfahrung. Das Ergebnis ist folglich eine fundierte und gut lesbare Darstellung der Further Stadtgeschichte.

Perlinger kann auf ein beeindruckendes heimat- und regionalgeschichtliches Werk verweisen und hat sich auf dem Feld der Heimatgeschichtsforschung herausragende und bleibende Verdienste erworben. Er ist ein wahrhaft würdiger Kulturpreisträger.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht