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KuRK Grafenwiesen ist Vergangenheit

Der Verein besteht seit 117 Jahren. Jetzt stimmten die Mitglieder fast einstimmig für die Auflösung der Kameradschaft.

Die KuRK Grafenwiesen ist seit Samstag Geschichte. Foto: Arbeitskreis Dorfgeschichte
Die KuRK Grafenwiesen ist seit Samstag Geschichte. Foto: Arbeitskreis Dorfgeschichte

Grafenwiesen.Nun ist es amtlich: Nach 117 Jahren hat sich die Krieger- und Reservistenkameradschaft Grafenwiesen aufgelöst. Bürgermeister Josef Dachs konnte zur Versammlung am Samstag zwar 24 Mitglieder begrüßen. Am Ergebnis der Ausschusssitzung vom 23. Mai, in der festgelegt wurde, dass alle Vereinstätigkeiten bis auf weiteres ruhen, änderte das jedoch nichts.

Trotz intensiver Bemühungen konnte kein Vorsitzender gefunden werden. Wahlausschussleiter Norbert Greisinger brach daraufhin die Wahl ab und erklärte die Suche nach einem Vorsitzenden für gescheitert.

Kommissarischer Vorsitzender Josef Dachs erklärte, dass als letzte Konsequenz nur die Auflösung des Vereins bleibe. Dazu sei eine Dreiviertel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder notwendig. Die Abwicklung des Vereins dauere mindestens zwölf Monate, da in dieser Zeit Gläubiger die Möglichkeit haben müssen, ihre Ansprüche geltend machen zu können. Laut Satzung muss das Vermögen für den Erhalt des Kriegerdenkmals und die Pflege der Parade-Kanone eingesetzt werden. Die Chronik wird in das Archiv der Gemeinde Grafenwiesen integriert. Mit 22 zu zwei Stimmen stimmten die Mitglieder schließlich für die Auflösung des Vereins. Die Reservistenkameradschaft wird über den Verband einer anderen Kameradschaft angegliedert. Die Krieger- und Reservisten-Kameradschaft besteht seit 1901 und wird zunächst unter dem Namen „Krieger- und Veteranenverein Grafenwiesen“ geführt. 29 ordentliche Gründungsmitglieder zählte der Verein. Zur gleichen Zeit wurde eine Vereinsfahne angeschafft. 32 Kameraden ließen ihr Leben. 1945 wurden Neugründungen von Krieger- und Soldatenvereinen verboten. 1953 lebte der Verein „Veteranen- und Kriegerverein Grafenwiesen“ wieder auf. Im Jahre 1957 konnte das 50-jährige Jubiläum gefeiert werden, verbunden mit einer Steigerung der Mitgliederzahlen auf 121.

1958 wurde eine Salutkanone angeschafft. Mit 8000 Mark finanzierte der Verein 1981 das Kriegerdenkmal mit. 1984 fand die Einweihung des neuen Kriegerdenkmals statt. 91 Namen von gefallenen Männern der beiden Weltkriege sind auf den Tafeln festgehalten.

1990 rief die Versammlung innerhalb des Vereins eine Reservistenabteilung ins Leben. Groß feierte der Verein zuletzt 2001 das einhundertjährige Gründungsfest. In der Zeit von 1929 bis 2013 sind namentlich 15 Vorsitzende erwähnt. Die letzte Vorsitzende war ab 2013 bis zur Auflösung Renate Hirtreiter. (khp)

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