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Region Cham
Montag, 23. Juli 2018 26° 8

Wettbewerb

Lams zahlreiche Leuchttürme

Die Kommission für den Landesentscheid von „Unser Dorf hat Zukunft“ besuchte den Markt und war beeindruckt.
Von Maria Frisch

  • Einfach schön – der Bauerngarten im Panoramapark Foto: kli
  • Schnittlauchbrote von den Kleinen für die Gäste Foto: kli

Lam.Einen würdigen Emfang bereitete der Markt Lam den zehn Juroren aus den verschiedenen Fachsparten für den Landesentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ am Mittwochvormittag. Die zweieinhalbstündige Präsentation, bei der sich Lam von seiner „Schokoladenseite“ zeigte und viele Pluspunkte einheimste, begleiteten Bürgermeister Paul Roßberger und seine Stellvertreter, Markträte, Pfarrer Ambros Trummer, Rektor Sepp Baumann, der OGV als kräftigste Fraktion sowie einige Bürger.

Etliche Kindergartenkinder empfingen die Landeskommission musikalisch. Foto: kli
Etliche Kindergartenkinder empfingen die Landeskommission musikalisch. Foto: kli

Kindergartenkinder stimmten wegen des Regens das Willkommenslied in der Pfarrkirche an und bewirteten die Kommissionsmitglieder auf dem späteren Rundgang mit einem Imbiss. Landrat Franz Löffler freute sich, dass es immer wieder Orte auf Kreisebene weit nach vorne schaffen. Genauso froh war er über die aktive Gartenbauabteilung im eigenen Haus und einen sehr rührigen Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine. „Das ist der Motor dieses Wettbewerbs bei uns in der Region.“

Ohne die Bürger geht nichts

Der Landkreischef war voll des Lobes, weil die Menschen vor Ort mitmachen. Diese Mitwirkung sei für eine Region unverzichtbar. Der Vorsitzende der Bewertungskommission, Günter Knüppel, Ministerialrat im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, führte aus, dass Lam der dritte Tag der Reise sei. Insgesamt sind die Juroren zwei Wochen in Bayern unterwegs und schauen sich die 15 Dörfer an, die auf Regierungsbezirksebene eine Goldmedaille erhielten. „Es ist zweifellos für Lam schon ein Riesenerfolg, überhaupt zu dieser Elite zu gehören“, zollte der Fachmann Respekt und Anerkennung.

Als Gäste waren bereits zwei Vertreter dabei, die für den Bundeswettbewerb im nächsten Jahr zuständig sind. Bürgermeister Paul Roßberger reichte wichtige Informationen zum Ort weiter, bevor Kirchenpfleger Gert Paulus im Schnelldurchlauf Wissenswertes über die Kirche und Pfarrei vermittelte. „Unsere Barockkirche ist das Wahrzeichen von Lam – ein Alleinstellungsmerkmal und obendrein ein Geschichtsbuch des Ortes.“ Darin spiegeln sich die Jahrhunderte seit der Gründung wider.

Bei der Bestattung unter Bäumen nehme die Pfarrei Lam eine Vorreiterrolle ein, so die Organisatoren. Foto: kli
Bei der Bestattung unter Bäumen nehme die Pfarrei Lam eine Vorreiterrolle ein, so die Organisatoren. Foto: kli

Die Pfarrei verfüge über vier Friedhöfe. „Als erste Pfarrei bieten wir eine Bestattung unter Bäumen an. Das alles ist nur in einer lebendigen Pfarrei möglich“, unterstrich Paulus. Die Pfarrei pflege eine enge Kooperation mit dem Markt Lam. Der Rundgang bezog den Urnenfriedhof, die Bestattung unter Bäumen, das denkmalgeschützte „Kreitmeier-Häusl“ und „Schlosser-Done-Anwesen“ mit ein. Gegenüber dokumentiere das Wandbild an der alten Post die Rodung bei der Besiedelung durch die Mönche. Letzte Etappenziele im Ortsinneren waren der Marktplatz und der Panorama-Park. Rektor Josef Baumann gab einen Abriss über die wichtigste Institution – die Grund- und Mittelschule. Auf dem Koppenhof, den die Delegation mit dem Bus erreichte, fand die Abschlussbesprechung statt.

Das renovierte „Schlosser-Done“-Anwesen (im Bild Besitzerin Monika Kerner) entwickelte sich zum Schmuckkästchen. Foto: kli
Das renovierte „Schlosser-Done“-Anwesen (im Bild Besitzerin Monika Kerner) entwickelte sich zum Schmuckkästchen. Foto: kli

Jeweils ein Vertreter der Bewertungskommission gab einen ersten Eindruck ab. Elmar Henke, Bürgermeister und Vertreter des Bayerischen Gemeindetages, nahm die Entwicklungskonzepte ins Visier. Lam habe eine bedeutende Kulturlandschaft, um die sich die Verantwortungsträger genauso kümmerten wie um die Menschen. „Die Symbiose, nämlich sich die Eigenständigkeit zu bewahren und sich gleichzeitig dem Tourismus zu öffnen, ist nach unseren Beobachtungen gut gelungen“, lobte Henke. Die Schule unterscheide sich von städtischen Bildungseinrichtungen. Als gute Lösung befand der Fachmann das Parkhaus in der Ortsmitte. Das noch fehlende Leitbild steuerte er selber bei. Dies könne man an den Buchstaben des Ortes festmachen: L für lebenswert, A für agil und aktiv und m für motivierend.

Wolfram Vaitl, Präsident des bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, sprach über die Rubrik „Soziales und kulturelles Leben“. Die Zulässigkeit der vielen Bestattungsformen auf dem Friedhof demonstriere, dass man auch etwas Neues wagt. „Das ist recht innovativ.“ Auch er fand Gefallen an der „grünen“ Schule, die die Landeskultur vermittelt. „Ich sehe über diesem Ort eine gute Zukunft“, schloss Vaitl.

Erst Baulücken schließen

Über Baugestaltung und Bauentwicklung äußerte sich Nikolaus Neuleitner von der Bayerischen Architektenkammer. Ihm gefiel die Absicht, erst die Baulücken im Innenbereich zu schließen, bevor neue Baugebiete ausgewiesen werden. Es sei notwendig, den Marktplatz ins Visier zu nehmen. Man solle versuchen, die Flächen barrierefrei und einheitlich zu gestalten. Im Rahmen der Marktplatzsanierung sei eine gemeinsame Energieversorgung der öffentlichen Gebäude ratsam.

Das Ressort „Grüngestaltung und Bauentwicklung“ übernahm Johannes Bayer von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege beim Bayerischen Landkreistag. Er hob den schönen Baumbestand und die dekorativen Kübel am Marktplatz hervor und lobte die Pflegeleistung des OGV. „Insgesamt verfügen Sie über viele Leuchtturmprojekte, die beispielhaft und vorbildlich sind“, so Bayer.

Über die Rubrik „Dorf in der Landschaft“ hielt Guido Romor, Dipl. Ing. am Amt für Ländliche Entwicklung, ein Fazit. Das Verdienst über Jahrhunderte sei, dass man sich eine Kulturlandschaft auf hoher Qualität erarbeitet habe. Er lobte die artenreichen naturnahen Plenterwälder. Aufgabe der Verantwortungsträger und der Bevölkerung sei, die Vielfalt zu erhalten und das Zusammenspiel Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Eigeninitiativen zu wahren. Das Ergebnis wird am 25. Juni um 15 Uhr bekanntgegeben.

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Die zehn Juroren aus den Fachsparten

  • Konzepte:

    Elmar Henke (Gemeindetag); Jakob Oberpriller (Architekt)
    Johannes Bayer (Landkreistag), Klaus Neisser (Architektenkammer)
    Anneliese Göller, (Landesbäuerin), Wolfram Vaitl (Verband Gartenbau/Landespflege)
    Nikolaus Neuleitner (Architektenkammer), Thomas Lauer (Verein Heimatpflege)
    Bernd Carl (Architektenkammer), Guido Romor (Ländliche Entwicklung)

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