MyMz
Anzeige

Behinderteneinrichtung

Landkreis Cham: Frater missbraucht Behinderte

Ein Frater hatte sexuelle Kontakte zu Bewohnern einer Behinderteneinrichtung. Er wurde versetzt, der Staatsanwalt ermittelt.

Der Frater stammte aus dem Kloster Reichenbach.

Reichenbach. In einer Behinderteneinrichtung des Ordens der Barmherzigen Brüder in Reichenbach (Landkreis Cham) hat ein Frater behinderte Männer sexuell missbraucht. Nach Bekanntwerden der Vorfälle wurde der Ordensbruder von seiner Aufgabe abgezogen. Die Polizei ermittelt wegen des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener.

Die Leitung der Einrichtung gab am Montag bekannt, dass sie Anfang des Jahres erstmals über die Vorfälle informiert worden sei. Die Ordensleitung sei zusammen mit der Leitung des Hauses und dem Missbrauchsbeauftragten der Barmherzigen Brüder in Bayern dem Verdacht sofort nachgegangen. Der Frater, der sexuellen Kontakt zu drei behinderten Männern einräumte, musste die Einrichtung sofort verlassen.

Der Ordensbruder selbst hat die Vorfälle bei der Staatsanwaltschaft Regensburg angezeigt. Die Anklagebehörde bestätigte dies auf Anfrage. Nach derzeitigem Ermittlungsstand habe es vorher keine Hinweise auf die Taten gegeben. Der Strafrahmen für sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen liegt bei drei Monaten bis zu fünf Jahren Haft.

Der Missbrauchsbeauftragte des Ordens, Dr. Klaus Luckow, sagte zur MZ, eines der drei Opfer erhalte eine besondere Betreuung durch Fachkräfte im Haus. Die beiden anderen hätten die Einrichtung schon länger verlassen. In einigen anderen Fällen, in denen der Frater erfolglos versucht habe, sexuellen Kontakt aufzunehmen, seien wohl keine Folgeschäden zu befürchten. Die Ordensgemeinschaft bat die Bewohner, deren Betreuer und Angehörigen „und allen, deren Erwartungen durch diese Vorkommnisse enttäuscht worden sind“, um Entschuldigung. Der betroffene Frater bereue die Vorfälle zutiefst.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht