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Lautstarker Tag der Grabesruhe

Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte machte in Cham und Furth gegen Infostände des III. Wegs mobil.
Von Johannes Schiedermeier und Christina Schweitzer

Gegenüber dem Infostand des III. Wegs bildete sich in Cham eine spontane Gegenkundgebung des Oberpfälzer Bündnisses für Toleranz und Menschenrechte, angeführt von Marius Brey („Die Linke“), die lautstark die Durchsagen des Lautsprecherwagens störte. Foto: Schiedermeier
Gegenüber dem Infostand des III. Wegs bildete sich in Cham eine spontane Gegenkundgebung des Oberpfälzer Bündnisses für Toleranz und Menschenrechte, angeführt von Marius Brey („Die Linke“), die lautstark die Durchsagen des Lautsprecherwagens störte. Foto: Schiedermeier

Landkreis.Der Tag der Grabesruhe am Karsamstag geriet lautstark. Die kurzfristig angekündigten Infostände des rechtsradikalen „III. Wegs“ führten zu lautstarken teils spontanen Gegenkundgebungen. Auf dem Chamer Marktplatz propagierten die Rechten rassistische Parolen. Das Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte fuhr gegen den Lautsprecherwagen spontan einen eigenen Verstärker auf und konterte mit dem Lied „Rassist“ des bayerischen Liedermachers Hans Söllner „Du scheiß Rassist, schau dass di schleichst. Des is mei Heimat und net dei Reich!“

Mit Trillerpfeifen und Sprech-Chören störten sie den Auftritt der Rechten, die gerne eine „Europäische Eidgenossenschaft“ ausrufen würden, statt „Europäischer Diktatur“. Viele Chamer und Gäste saßen im Marktplatz, feuerten zum Teil die Gegendemonstranten mit Beifall an und beobachteten erstaunt bis amüsiert das Wettrüsten. Die Rechten versuchten, mit der Ausrufung einer eigenen Spontandemo sowie einem großvolumigen Lautsprecher zu kontern. Allerdings sprang das Aggregat nicht an, was den Gegendemonstranten, die von Marius Brey („Die Linke“) angeführt wurden, ein mitleidiges „Oooooh“ entlockte.

Brey kritisierte die Informationspolitik der Chamer Bürgermeisterin Karin Bucher, die rechten Kräften zwar Lautsprecherwagen und Infostand genehmige, ihre Bürger aber nicht darüber informiere: „Es ist eine Schande, dass sowas, wie die da, heute schon wieder unwidersprochen auf einem Marktplatz auftreten darf.“

Laut aber friedlich

Nachdem der Infostand zu zwei Spontandemonstrationen eskaliert war, stockte die Chamer Polizei auf drei Streifenwagen zur Beobachtung auf und Vizepolizeichef Stefan Fischer informierte beide Seiten über die strikten Vorgaben, bis hin zu einer klaren Trennung der Fronten über den Farbunterschied des Pflasters zwischen Marktplatz und Rosenstraße. Die Auseinandersetzung blieb friedlich, aber lautstark.

Auch die Further marschierten gegen die „Nazis“ auf. Foto: Schweitzer
Auch die Further marschierten gegen die „Nazis“ auf. Foto: Schweitzer

Gegen 14 Uhr bröckelten beide Seiten ab. Sie zogen weiter nach Furth im Wald. Am Samstagnachmittag fand dort ab 15 Uhr ebenfalls eine kurzfristig angekündigte Demonstration des "III. Wegs" auf dem Stadtplatz statt.

Das Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte hatte die Further Bürger dazu aufgerufen, gegen die Aktivitäten dieser Bewegung zu demonstrieren. Marius Brey war als offizieller Vertreter des Bündnisses auch in Furth vor Ort. Die rund 70 Anwesenden der Gegenbewegung pfiffen die Anhänger des dritten Weges mit Trillerpfeifen aus .

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