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Literatur

Leben und Pilgern

Die Gemeindebücherei hat Rom-Pilger Gerhard J. Reisinger zur Vorstellung seines Pilgertagebuches eingeladen.
Karin Hirschberger

Autor Gerhard J. Reisinger mit dem Team der Walder Gemeindebücherei Foto: Karin Hirschberger
Autor Gerhard J. Reisinger mit dem Team der Walder Gemeindebücherei Foto: Karin Hirschberger

Wald.Zahlreiche Gäste waren der bereits zur Tradition gewordenen Buchvorstellungseinladung der Bücherei Wald ins herbstlich dekorierte Pfarrheim in Wald gefolgt. Birgit Kainz vom Bibliotheksteam Wald freute sich neben dem Verfasser, Gerhard J. Reisinger, und seiner Frau Gisela auch viele Gäste aus nah und fern begrüßen zu dürfen. Einleitend zitierte sie einen Satz aus dem Pilgerbuchbuch: „So einen Weg geht man mit dem Herzen, dem Kopf, den Augen und den Ohren, Meditation und Gottvertrauen – nicht mit den Beinen, dafür wäre der Weg zu weit.“ Vorweg nahm der Verfasser die Frage, die ihm immer wieder als erstes gestellt wird: Was veranlasst einen Menschen, sich diese Strapazen eines so langen Fußmarsches, immerhin sind es 1062 Kilometer bis nach Rom, aufzubürden? – Der Wunsch, einmal eine Fußwallfahrt zu machen, existierte bei ihm schon lange, so Reisinger. Aber es kam immer das Leben mit seinen vielen beruflichen, politischen und zahlreichen ehrenamtlichen Aufgaben dazwischen. Und so verschiebt man ein solches Vorhaben immer wieder. Als er aber nach ernsteren gesundheitlichen Problemen wieder genesen war und er das ärztliche OK bekam, machte er sich im außergewöhnlich heißen August 2018 auf den Weg.

Quasi mit auf Weg genommen

In den folgenden eineinhalb Stunden berichtete der Autor von dieser Pilgerreise. Es gelang ihm, in Wort und Bild die Zuhörer quasi auf seinen Pilgerweg mitzunehmen. Freies Erzählen wechselte ab mit dem Vorlesen einzelner Tagesetappen aus dem Pilgertagebuch. Reisinger schilderte die Begegnungen mit den Menschen, der Freiheit, den Eindrücken, den Gedanken und Glaubenserfahrungen. Aber auch von seinen Ängsten und den schwachen Momenten, in denen er auch an ein Aufgeben dachte. Ein Pilgerweg sei auch wie der Lebensweg eines Menschen. Es gibt ein Auf und Ab, Höhen und Tiefen zu bewältigen. Sonnige Tage wechseln sich ab mit Regen und Sturm. Diesen Weg von Schwandorf bis nach Rom ging er in 44 Tagen. Er wisse jetzt, dass ein Rosenkranz 2,7 Kilometer lang ist, und davon habe er viele gebetet.

Gerhard Reisinger schreibt in seinem Buch: „Diese Pilgerreise war eine Gnade für mich. Die Menschen, die ich kennenlernen durfte, die Erfahrungen, die Landschaften, die gespürte Einsamkeit und der Glaube.“

Ein emotionaler Abend

Nach seinen Ausführungen hatten die Zuhörer noch viele Fragen, und es ergaben sich rege Diskussionen. Es stellte sich heraus, dass viele der Gäste selbst auch schon kleinere Wallfahrten unternommen hatten, so zum Beispiel nach Altötting. Die meisten Gäste blieben noch lange zusammen sitzen, um den emotionalen Abend in gemütlicher Atmosphäre bei einem kleinen Imbiss ausklingen zu lassen. Viele nutzten auch die Gelegenheit, direkt beim Autor das reich bebilderte Pilgertagebuch zu erwerben und von ihm signieren zu lassen. (rhi)

Ausleihe ist möglich

  • Bücherei:

    Natürlich kann es auch in der Gemeindebücherei Wald ausgeliehen werden.

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