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Region Cham
Montag, 24. September 2018 13° 2

Kommune

Leerstände: Chamer Händler schlägt Alarm

Günter Salzberger sieht den Marktplatz von Cham akut bedroht: Der Publikumsschwund sei enorm. Nun fordert er, gegenzulenken.
Von Christoph Klöckner

Archiv BE-Symbolbilder Kommunen
Archiv BE-Symbolbilder Kommunen

Cham.Er wohnt dort, wo in seinen Erinnerung einmal das Leben brummte – direkt im Herzen der Stadt, am Marktplatz. Dort hat Günter Salzberger sein Modehaus Heilingbrunner und beobachtet täglich den Marktplatz. „Der Publikumsschwund der letzten Monate und Wochen in der Innenstadt von Cham ist alarmierend“, hat er jetzt festgestellt und deshalb einen Brief an die Bürgermeisterin geschrieben.

Und ihn auch unserem Medienhaus nach der jüngsten Berichterstattung zum Leerstand in der Stadt zur Verfügung gestellt. Der Anstoß dafür sei für ihn eine Fernsehberichterstattung über zwiesel gewesen, wo die Innenstadt praktisch tot sei und nun eine Wiederbelebung gestartet werde, sagt er im Gespräch. Soweit sei Cham glücklicherweise noch nicht, stellt er fest. Dennoch müsse schnell etwas getan werden. Durch Entscheidungen etwa gegen ein Parken auf dem Marktplatz sei bereits viel verloren gegangen.

Im Schreiben an die Bürgermeisterin bittet er die Stadt, schnellstmöglich eine Zusammenkunft von Innenstadt, den Geschäftsleuten und den Bewohnern, zu organisieren, um dem Schwund entgegenzuwirken. Er sei sicher, dass die Bürgermeisterin das Problem erkannt habe. Schließlich arbeite seit zwei Jahren ein Arbeitskreis an der Marktplatzverbesserung. Salzberger kritisiert jedoch, dass darin zuerst Leute seien, die wenig mit dem Marktplatz zu tun hätten. Wenn man das Problem Leerstand nicht rechtzeitig in den Griff bekommen, sei das gefährlich, warnt Günter Salzberger. Bei Leerständen wie solche Häuser wie das Juweliergeschäft Ansel/Winter seien früher 40 Interessenten angestanden, um es zu mieten, sagt er. Leerstand könne Dominoeffekte auslösen, warnte er.

„Wer 30 Millionen Euro für die Stadthalle hat, wird dafür auch noch Geld übrig haben“

Günter Salzberger

Zudem rät er der Stadt, die Tourismus-Information doch an den Marktplatz zu legen – um Leerstand zu füllen und auch näher am Geschehen zu sein. Denn mancher Tourist frage, wo es denn die Information gebe. „Wer 3,5 Millionen Euro fürs Blaue Haus oder 30 Millionen Euro für die Stadthalle hat, wird dafür auch noch Geld übrig haben“, meint er. Auch beim „Goldenen Löwen“ sieht er einen Handlungsbedarf bei der Stadt, „schließlich ist es das älteste Gasthaus Chams!“ Der Leerstand reiße ein weiteres „Riesenloch“ am Marktplatz. Hier müsse unterstützend eingegriffen werden.

Das Unternehmen Frey sei zwar der Magnet für die Innenstadt. Doch bei so einem großen Unternehmen sei es leicht, etwa von verlängerten Öffnungszeiten zu reden. Bei Familienunternehmen mit wenig oder gar keinen Mitarbeitern sehe das anders aus. Er habe viele Kollegen erlebt, die ihr Geld ins Geschäft investiert hätten und es am Ende doch nicht geklappt habe. Die seien in Armut geendet, weil sie alles gegeben hätten: „Das waren keine schlechten Händler!“ Salzberger kritisiert auch die Parküberwachung, die zu kleinlich sei und die Kunden vertreibe. Hier sei Großzügigkeit gefordert. Die Bürgermeisterin habe ihm bereits „lapidar“ geantwortet, dass doch schon vieles getan worden sei, wie etwa die Marktplatzumgestaltung oder neue Parkplätze.

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