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Leichte Verbesserung im Arbeitsmarkt spürbar

Im Vergleich zum April gab es im Mai positive Trends. Allerdings nicht in allen Sparten.

Foto: Peter Endig

Cham.Die Coronakrise hat im Mai den Arbeitsmarkt in der Oberpfalz bestimmt. So blieben die meisten sonst für die Jahreszeit typischen Entwicklungen, wie eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften im Hotel- und Gaststättenbereich, aus.

Mitte Mai waren in der mittleren Oberpfalz, das heißt in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Schwandorf und Cham sowie in der kreisfreien Stadt Amberg, rund 8260 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Das sind knapp 2510 Personen beziehungsweise 43,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Cham sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmer im Vergleich zum April um rund 100 Personen beziehungsweise um 5,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit dagegen stark an, und zwar um knapp 540 Personen beziehungsweise 47,5 Prozent. Mitte Mai waren knapp 1670 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Kreis Cham verbesserte sich von 3,1 Prozent im April auf nunmehr 2,9 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote im Mai bei 2,0 Prozent.

Im Laufe des Monats beendeten knapp 480 Personen die Arbeitslosigkeit. Das waren rund 100 Arbeitnehmer oder 16,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Gegenzug meldeten sich im Mai knapp 370 Arbeitnehmer neu oder erneut arbeitslos, das waren circa 80 Personen beziehungsweise 17,3 Prozent mehr als im Vorjahr. „Im Bezirk der Arbeitsagentur Cham ging die Arbeitslosigkeit zwar nur leicht zurück, aber immerhin zurück“, sagt der Leiter der Geschäftsstelle, Hans-Peter Hausladen.

Im Baugewerbe sind bis auf wenige Ausnahmen alle Wiedereinsteller an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die Auftragslage ist gut und insgesamt sind die Auswirkungen der Corona-Krise in der Baubranche vergleichsweise gering.

Die Nachfrage nach Fachkräften aus dem Metallbereich mit abgeschlossener Berufsausbildung ist zurückgegangen. In der Elektroindustrie ist die Lage unterschiedlich, von schlecht im Bereich Automotive bis gut in der Sparte Medizintechnik. Für wenige Bekleidungsfirmen ist die Mundschutzmaskennäherei ein kleiner Lichtblick. Im Gesundheitsbereich verstärken sich die Heime vereinzelt wieder mit Pflegern. Im ambulanten Bereich wird die Hauswirtschaft langsam wieder hochgefahren. Bei den nichtmedizinischen Gesundheits-, und Wellnessberufen ist die Arbeitslosigkeit gestiegen.

Die Arbeitsmarktbedingungen für Berufskraftfahrer sind derzeit gut, vor allem werden Fahrer im Baustellenverkehr oder Baustofftransport gesucht, aber auch Fahrer für Fern- und Nahverkehr. Auch der Warenverkehr, etwa im Lebensmitteleinzelhandel muss weiterhin sichergestellt werden. Ebenso sind Busfahrer gesucht, Post- und Kurierdienste benötigen Auslieferer.

Im Einzelhandel gehen seit Mitte Mai auch wieder Stellen aus anderen Bereichen als der Lebensmittelbranche ein. Zugänge an Arbeitslosen waren aus den unterschiedlichsten Bereichen des Handels zu verzeichnen.

Die Hotel- und Gastronomiebetriebe hoffen durch die vollzogene schrittweise Öffnung „endlich wieder auf bessere Zeiten“ und freuen sich auf ihre Gäste. Vom Verlauf der Sommer- und Herbstsaison ist abhängig, wie viel Personal eingesetzt werden kann.

Bei den Personaldienstleistern blieb die Anzahl der Stellenangebote konstant. Hausladen empfiehlt allen Arbeitgebern, die sich Sorgen machen, ein persönliches Beratungsgespräch mit ihrem Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service. Kurzarbeit verbunden mit Weiterbildungen könne eine Alternative zu Entlassungen darstellen.

Die Personalnachfrage ging im Hinblick auf Neumeldungen zurück. 200 neue Offerten kamen hinzu, rund 70 Angebote oder 25,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Stellenpool von Arbeitsagentur und Jobcenter waren im Mai knapp 1210 Angebote registriert, circa 110 weniger als im Mai 2019.

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