mz_logo

Region Cham
Freitag, 22. Juni 2018 16° 6

Arnschwang

Libellen – Akrobaten und Jäger der Lüfte

Über den wundersamen Lebenszyklus der Libellen referierte Ralph Sturm, einer der besten Natur- und

LBV-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz (li.) dankte Ralph Sturm für sein beeindruckendes Referat.
LBV-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz (li.) dankte Ralph Sturm für sein beeindruckendes Referat.

Arnschwang.Tierfotografen Bayerns, im LBV Zentrum „Mensch und Natur“ und begeisterte dabei die vielen interessierten Gäste, die vom LBV-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Schindlatz begrüßt wurden.

Lange wurden Libellen aus Unwissenheit einst als „Augenstecher“, „Teufelsnadel“, „Pferdetod“, „Hühnertod“ oder „Pferdeschlächter“ bezeichnet. Heute wisse man, dass Libellen absolut harmlos seien und weder stechen, noch vergiften können. Genau das Gegenteil sei der Fall. Sie würden uns intakte Strukturen in der unmittelbaren Nähe anzeigen und in ihrem Leben als Fluginsekt Hunderte anderer Insekten fressen. Mit fantastischen Bildern zeigte Ralph Sturm den Zyklus von der Larve bis zur Libelle. Die Libellen seien wendig, könnten bis zu 50 km/h fliegen und würden ihre Beute im Flug jagen. In der Luft seien sie sehr schnell, als Larve leben sie im Verborgenen. Libellen würden dort leben, wo Menschen ohne technische Hilfsmittel nicht leben könnten, wie z.B. am Wasser, bei Mooren, Baggerseen usw. Am Wasser würden sie ihre Nahrung finden. Großlibellen würden viel Mut beweisen und sogar gegen Vögel vorgehen. Den Körperbau sowie die Flügel von Groß- und Kleinlibellen erklärte Ralph Sturm genau und veranschaulichte mit herausragenden Bildern. Als Feinde der Libellen nannte er den Spatz, Rauch- und Uferschwalben, den Mauersegler und den Neuntöter. Auch Spinnen sowie der klebrige Sonnentau seien Gefahren für die Libellen.

Der Hinterleib, den man früher als gefährlichen Stachel bezeichnete, sei beweglich für die Balz. Die Paarung erfolge häufig in der Luft. Ralph Sturm zeigte verschieden Balz- und Paarungsverhalten, sowie die Eiablage.

Als Larve leben diese erstaunlichen Insekten bis zu drei Jahre unter Wasser, als fertig entwickelte Libelle nur einige Wochen an Land und in der Luft. Als unscheinbar gefärbte Larve bewegen sie sich extrem langsam am Grund von Gewässern, damit sie keinem Fressfeind auffallen. Als farbenprächtige Libelle schwirren sie akrobatisch und mit hoher Geschwindigkeit durch die Luft und vertreiben sogar Vögel aus ihrem Luftraum. Libellen nutzen ihre Flugkunst zur Revierverteidigung, Partnerfindung und Paarung. Trotzdem setzen sie sich vielen Gefahren aus und müssen auch gegen ihre natürlichen Feinde und Konkurrenten bestehen. Wie so oft spielt auch der Mensch eine wesentliche Rolle im Werden und Vergehen der Libellen.

Auf viele Fragen ging Ralph Sturm abschließend ein. Dabei betonte er, dass wir unsere Insekten durch das ständige Zurückschneiden der Hecken regelrecht „verheizen“. Die exakten Zusammenhänge in der Natur seien vollkommen unbekannt. „Das einzige worauf man in der Natur verzichten kann, ist der Mensch“, so Ralph Sturm abschließend.

LBV- Kreisvorsitzender Schindlatz dankte dem Referenten für sein außergewöhnliches Referat und einzigartigen Fotos mit einem Präsent. (fgr)

Vortrag

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht