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Kultur

Liederabend „taugt ins Kraut ei“

Hubert Treml konnte als Liedermacher zusammen mit Robert Prill das Publikum in Falkenstein begeistern.

Unser Bild zeigt den Liederschreiber Hubert Treml mit Hut und seinen Mitwirkenden Robert Prill. Foto: Hermann Markl
Unser Bild zeigt den Liederschreiber Hubert Treml mit Hut und seinen Mitwirkenden Robert Prill. Foto: Hermann Markl

Falkenstein.Auf Einladung des Teams der Pfarr- und Gemeindebücherei trat am Samstagabend im gut gefüllten Saal der Burg Falkenstein der oberpfälzische Liedermacher Hubert Treml mit seinem Kollegen Robert Prill auf. Der aus Weiden (aus da Wein) stammende und in Regensburg beheimatete Komponist zeigt sich als Wortakrobat, der Auftragswerke für Kongresse, Ausstellungen, Schulen und soziale Initiativen schreibt. Er ist weit über Bayern hinaus bekannt und erklärt den Oberpfälzer Dialekt, der viel mit dem Englischen gemeinsam hat. Seine Mundartlieder kann man zwischen Rock und Volksmusik einordnen.

Treml erklärte, dass es in der oberpfälzischen Sprache zwei kennzeichnende Doppellaute gibt: „ou und ai“ genauso im Englischen, z. B. Bou und Show, oder Faiss und Face. Treml und Prill singen zu ihrer Gitarre, aber auch der Fotzhobel (Mundharmonika) kommt zum Einsatz. Sehr bekannt ist sein Lied über den Kirwakouchn. Er band das Publikum mit ein und fragte, ob jemand den Kirwakouchn erklären könnet.

„Wos bessers als den Toud findst überoll“, so lautet der Titel des Liedes, das auf die Bremer Stadtmusikanten zurückgeht. Ähnlich lustig geht es weiter mit den gesammelten 400 Liebeserklärungen von Oberpfälzern, die im Büchlein „Habe die Ehre“ zusammengefasst sind. Der Titel des dazugehörigen Liedes heißt: „Du taugst mir ins Kraut ei“. Auf die kühle Raumtemperatur im Sal eingehend sang er das Lied: „Huschala, huschala, heid is kold“. Semmelknödl und Schwammerlsoss passte zu der zu Ende gehenden Pilzsaison. Kritisch merkte er, dass wir leben, wie wenn wir die Kings auf der Welt wären, in Wirklichkeit sind wir doch nur klein. Darauf folgte: „Vor da Hollerstaudn muast an Huat ziagn“. Leider kennen viele Menschen keine Heimat mehr, die reden nur noch von der Abgrenzung.

Bevor er auf Shakespierres Othello gesanglich einging, schilderte er, dass immer mehr falsche Nachrichten verbreitet werden, wie Fake news von Trump. Viele schimpfen über die Lügenpresse, aber anderen Lügnern laufen sie nach. „Lou de net vo am Taschendeichl taischn“. Treml versteht es nicht, nachdem es uns gut geht, wieso Einzelne immer wieder schreien „ich erst, ich erst“. Wie erziehen wir unsere Kinder, alle kommen doch dran. Er zeige auch gern Gesicht gegen Fremdenfeindlichkeit. Keine Stadt der Welt lebt für sich hinterm Mond. Er forderte die Zuhörer auf: „Zeige Gesicht, dass der Hass nicht durch die Gassen zieht!“ Lang anhaltender Applaus und ein Präsent von Simone Griesbeck beendeten den netten Liederabend. (rar)

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