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Verkehr

Linksabbieger stecken fest

Wer von der Prälat-Wolker-Straße auf die Janahofer Straße abbiegt, wartet lange. Das wird sich so bald auch nicht ändern.
Von Anna Heidenreich

Wer von der Prälat-Wolker-Straße links auf die Janahofer Straße abbiegen möchte, steht oft länger. Foto: Anna Heidenreich
Wer von der Prälat-Wolker-Straße links auf die Janahofer Straße abbiegen möchte, steht oft länger. Foto: Anna Heidenreich

Cham.Die Luft draußen steht, ich auch. Ich sitze im Auto, das rhythmische Klacken des Blinkers im Ohr, und warte. Es ist kurz nach vier. Ich bin allein auf der Prälat-Wolker-Straße und möchte nach links auf die Janahofer Straße abbiegen. Dort herrscht das übliche Berufsverkehrs-Gewusel. Wie ein Pendel geht mein Kopf hin und her: Nach links in Richtung Netto-Filiale, nach rechts in Richtung des Jet-Kreisels und wieder nach links. Es ist kein Durchkommen. Ich schaue auf meine Stoppuhr. Zwei Minuten und 24 Sekunden zeigt sie an.

Normalerweise bin ich Teil der Blechlawine, die sich zweimal am Tag schleppend zwischen Floßhafen und Janahof entrollt. Dabei habe ich mir schon oft gedacht: Wie soll jemand, der aus Richtung Altenmarkt kommt, hier zu den Stoßzeiten einbiegen? Deshalb probiere ich es selbst aus – meine Vermutung bestätigt sich. Drei Minuten und 26 Sekunden dauert es, bis ich eine Lücke zum Abbiegen finde. Es kommt mir länger vor.

Zurück in der Redaktion sagen die Kollegen: „Wenn es blöd läuft, stehst da noch viel länger.“ Eine Kollegin nimmt deshalb vom Kindergarten aus nicht mehr den kürzesten Weg in die Redaktion, sondern umfährt die Prälat-Wolker-Straße über die Rodinger Straße und den Kreisel. Das ist zwar kein großer Umweg. Aber Sinn und Zweck der Sache kann das auch nicht sein, denke ich mir.

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  • Verkehrsnadelöhre: Die Stelle Janahofer Straße/Prälat-Wolker-Straße ist nur ein kleines Beispiel, das dem Autofahrer Nerven kostet. Lange Wartezeiten, überlastete Straßen, kuriose Ampelschaltungen: Wir wollen all diese Stellen im Landkreis Cham sammeln, um festzustellen, was die Gründe dafür sind und ob Besserung in Sicht ist.

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Eine Lösung ist nicht in Sicht

Eine Stunde später, um kurz nach fünf, probiere ich es noch einmal. Der Verkehr ist noch dichter. Aber ich habe Glück: Eine Dame bleibt stehen und winkt mich durch. Nur eine Minute und sieben Sekunden hat es diesmal gedauert. Ich frage mich, ob es nicht auch eine andere Lösung gibt.

Der Stadt ist das Problem an der Stelle bewusst, sagt der stellvertretende geschäftsleitende Beamte, Christian Plötz, auf Anfrage. „Sie werden das Problem nur lösen können, wenn man schneller in die Janahofer Straße kommt – oder eben andersrum.“ Es habe sich schon vor längerer Zeit etwas getan: „Vor ungefähr 15 Jahren haben wir auf der Janahofer Straße eine Einfädelungsspur gebaut, damit die Linksabbieger den Verkehr in Richtung Innenstadt nicht blockieren.“

Das entlastet zwar die Autofahrer, die aus Richtung Janahof kommen. Für die Abbieger in der Prälat-Wolker-Straße ist diese dritte Spur aber eher noch ein weiteres Hindernis. „Die Prälat-Wolker-Straße ist die nachrangige Straße. Die Abbieger hier müssen natürlich auch den Verkehr der Janahofer Straße beachten“, sagt Plötz.

Schleichwege helfen aus

Dort eine Ampel zu bauen, hält er für unwahrscheinlich. „Dass da zweimal eine Ampel geschaltet wird, schließt sich aus.“ Laut Plötz könnte aber trotzdem eine Besserung in Sicht sein: „In Zusammenhang mit dem Projekt Hochwasserschutz Stadellohe ist geplant, die Janahofer Straße leistungsfähiger zu machen.“ Hier seien Erhebungen gemacht und Maßnahmen diskutiert worden. Sei die Janahofer Straße erst einmal gestärkt, könne es auch sein, dass sich an der Stelle etwas tut.

Vorerst bleibt dieses Verkehrsnadelöhr aber bestehen – und den Autofahrern nichts anderes übrig, als über einen Umweg auszuweichen. Etwa, indem sie über den Netto-Parkplatz beziehungsweise den Steinweg zur nächsten Ampel fahren. Oder darauf zu vertrauen, dass jemand auf der Janahofer Straße stoppt, um einen reinzulassen.

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