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Erlebnis

Literatisch den Silbersee umrunden

Lorna Baier bietet einen Spaziergang um den Stausee bei Treffelstein an – mit fantasievollen Geschichten über die Natur.
Von Martin Hladik

Eine literarische Genusswanderung um den Silbersee bietet Lorna Simone Baier am 7. September um den Silbersee an. Foto: Martin Hladik
Eine literarische Genusswanderung um den Silbersee bietet Lorna Simone Baier am 7. September um den Silbersee an. Foto: Martin Hladik

Tiefenbach. „Silbrig ruht der See...“ heißt es in der Presseankündigung von Lorna Simone Baier. Am 7. September wird sie eine literarische Genusswanderung machen. Erstmals am Silbersee. „Mit Kurzgeschichten aus Natur und Esoterik mit kabarettistischen Einschlägen...“ Da wollten wir natürlich mehr wissen. Zum Gespräch treffen wir uns genau dort, wo Anfang September auch die rund 2,5-stündige Runde um den See beginnen soll: An der Staumauer des Sees. Unten glänzt der Silbersee wie versprochen silbrig und eine einsame Schwimmerin gleitet an den letzten, warmen Augusttagen durchs Wasser. Eine schöne Atmosphäre für ein Gespräch.

Der Silbersee bietet sich an

Die Wanderung um den Silbersee veranstalte sie tatsächlich zum ersten Mal, sagt Lorna Baier. Aber nicht zum ersten Mal arbeitet die Oberviechtacherin mit der Gemeinde Tiefenbach zusammen. „Im vergangenen Jahr habe ich eine Sonnwendwanderung bei Altenschneeberg gemacht. Die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Ludwig Prögler war wunderbar.“ Es gebe in der Region viele schöne Flecken, an denen sie sich vorstellen könne, Genusswanderungen anzubieten, berichtet Lorna Baier. Der Silbersee habe ihr sofort gefallen, die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei gut gewesen und der Silbersee liege relativ nah zu ihrem Wohnort, da habe sie nicht lange überlegen müssen.

Die literarische Genusswanderung

  • Termin:

    Einmal rund um den Silbersee geht es am Samstag, 7. September, bei der Genusswanderung „Silbrig ruht der See und ist doch so lebendig“. Dabei wird Lorna Simone Baier an ausgewählten Stellen selbstverfasste Kurzgeschichten aus Natur und Esoterik mit kabarettistischen Einschlägen vortragen. Start ist um 17 Uhr am Parkplatz der Staumauer.

  • Dauer:

    Für die Runde auf dem markierten Seerundweg sind knapp drei Stunden veranschlagt.

  • Kosten:

    Der Teilnehmerbeitrag beläuft sich auf acht Euro, für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren fünf Euro. Bei regnerischem Wetter wird die Veranstaltung um eine Woche verschoben.

  • Anmeldung:

    Aus diesem Grund wird um Anmeldung bei Lorna Simone Baier, Telefon 0151/19159906 oder E-Mail wandern@bergpoetin.eu gebeten.

  • Tipp:

    Es werden feste Schuhe und ausreichend Getränke empfohlen.

„Das Einzige, was mich ein bisschen zum Grübeln gebracht hat, war die Länge der Runde.“ Aber mit 2,5 Stunden sei das Ganze mit Gehen und Erzählpausen sicher noch machbar. Ausgesucht hat sie sich sechs bis acht ihrer kurzen Texte, die sie an passenden Orten erzählen wird. Das Stück über den Silbersee sei extra für diese Wanderung entstanden. In ihren Prosatexten personifiziert Lorna Baier gerne die Natur. Der See selbst kommt zu Wort, der zum Beispiel wortwörtlich sauer wird, wenn er zuviel Nährstoffe erhält.

Mehr wollen wir aber noch verraten. Vielleicht nur, dass die Geschichte vom Silbersee mittlerweile schon eine Fortsetzung bekommen hat. Weil sich der See in der ersten Geschichte über den Wind beklagt, der nur bei ihm sei, wenn es ihm gut gehe, kommt jetzt der Sturm zu Wort, der sich fragt, was der See sich so ziere. Es sei gar nicht so leicht zum See 500 Meter nach unten und dann wieder ein paar hundert Meter nach oben zu kommen, wenn man mit Höchstgeschwindigkeit über die Gipfel brause und der See sich in der Senke ducke. Spätestens bei dieser Erzählung, wird klar, dass Baier fantasievoll zu erzählen weiß und was sie mit dem Ausdruck „kabarettistische“ Naturerzählungen meinen könnte.

Der Silbersee bietet viele schöne Ecken. An ausgewählten Stellen wird Lorna Baier selbstverfasste Texte vortragen, die sich meist mit der Natur beschäftigen.  ArchivFoto: Roider
Der Silbersee bietet viele schöne Ecken. An ausgewählten Stellen wird Lorna Baier selbstverfasste Texte vortragen, die sich meist mit der Natur beschäftigen. ArchivFoto: Roider

Tatsächlich hat sie als Poetryslammerin Auftritte in ganz Deutschland gehabt. Das habe sie aber mittlerweile aufgegeben. Sie sei schon damals eigentlich zu alt für diese Jugendszene gewesen. Aber so hat sie Erfahrung mit dem Erzählen von Geschichten vor Publikum gesammelt. Aktuell ist sie glücklich darüber seit einem Jahr zu dem Literaturzirkel der „Sonntagdichter“ im Landkreis Schwandorf zu gehören. Freuen darf man sich auch über eine Veröffentlichung ihrer Texte in einem kleinen regionalen Verlag im Herbst/Winter.

Als Wanderführerin zertifiziert

Ihre ersten Erfahrungen als Wanderführerin, seit 2017 darf sich Lorna Baier sogar zertifizierte Gesundheitswanderführerin nennen, hat sie im Naturpark Hirschwald gesammelt. Lorna Baier, die aus dem Naabtal bei Schwandorf stammt, habe in dem Naturpark bei Amberg mit Wanderführungen begonnen. Es war ein Umweg zurück zu ihrer eigentlichen Ausbildung. Als studierte Historikerin habe sie nämlich an der Universität Regensburg Jahre zuvor ihre Magisterarbeit über Siedlungsgeschichte im Gebiet des Hirschwaldes geschrieben. „Wälle und Wege“ heißt diese Art der Wanderung, bei der sie viele über ehemalige Dörfer, Befestigungen und alte Wege – gemeint sind alte, überregionale Handelsrouten – berichten kann. Ihr Wanderangebot verbindet sie auch mit den Volkshochschulen im Bereich des Landkreises Schwandorf, die sie derzeit zusammenschließen. Eine der Auftaktveranstaltungen des neuen Zusammenschlusses wird eine ihre Wanderungen sein.

Ideen für weitere Wanderungen scheinen Lorna Baier nicht zu fehlen. Sie könne sich durchaus vorstellen, ihr siedlungsgeschichtliches Konzept auch im Böhmerwald und in der Grenzregion fortzusetzen. Auch für ihre Genusswanderungen gebe es noch viele schöne Ecken in der Region.

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