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Lkw-Fahrer sind die Gewinner am Jobmarkt

Die Arbeitslosigkeit in Cham ist im Mai zwar leicht gesunken. Doch trübt die Corona-Krise die Stimmung in vielen Branchen.

Die Arbeitsmarktbedingungen für Berufskraftfahrer sind derzeit gut, vor allem werden Fahrer im Baustellenverkehr oder Baustofftransport gesucht, aber auch Fahrer für Fern- und Nahverkehr.
Die Arbeitsmarktbedingungen für Berufskraftfahrer sind derzeit gut, vor allem werden Fahrer im Baustellenverkehr oder Baustofftransport gesucht, aber auch Fahrer für Fern- und Nahverkehr. Foto: Uwe Anspach/picture alliance/dpa

Cham.Trotz der Corona-Krise zeichnet sich bei den Arbeitslosenzahlen im Raum Cham ein leichter Rückgang im Vergleich zum Monat April ab. Wie die Agentur für Arbeit Cham in ihrem aktuellen Monatsbericht meldet, hat sich die Arbeitslosenquote von insgesamt 3,1 Prozent im April auf nunmehr 2,9 Prozent im Mai verbessert. Damit sei die die Zahl der arbeitslos gemeldeten Arbeitnehmer im Monatsvergleich mit rund 100 Personen um 5,9 Prozent gesunken.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit in Cham dennoch stark angestiegen. Im Vorjahr hatte die Arbeitslosenquote im Mai mit 2,0 Prozent noch auf einem deutlich niedrigeren Niveau gelegen. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres stieg die Zahl um knapp 540 Personen. Das entspricht 47,5 Prozent. Mitte des Berichtsmonats sind nach Angaben der Arbeitsagentur knapp 1.670 Arbeitnehmer im Raum Cham arbeitslos gemeldet.

Optimismus in der Agentur

Der Leiter der Geschäftsstelle, Hans-Peter Hausladen, bewertet die Entwicklung optimistisch. „Im Bezirk der Arbeitsagentur Cham ging die Arbeitslosigkeit zwar nur leicht zurück, aber immerhin zurück.“ Dies sei insofern von Bedeutung, da bereits das Arbeitsmarktgeschehen im Vormonat von der Pandemie überschattet worden und so - unter Vorsicht- eine gewisse Vergleichbarkeit gegeben sei.

Die Rückkehr in den Arbeitsmarkt verläuft für die Arbeitnehmer im Vergleich zum Jahr 2019 schleppender. Im Laufe des Berichtsmonats haben knapp 480 Personen die Arbeitslosigkeit beendet. Das seien rund 100 Arbeitnehmer und damit 16,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Gegenzug hätten sich im Mai knapp 370 Arbeitnehmer neu oder erneut arbeitslos gemeldet, 17,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Baugewerbe brummt

Im Bauhaupt- und Baunebengewerbe seien bis auf wenige Ausnahmen alle Wiedereinsteller an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die Auftragslage sei aktuell gut und insgesamt gesehen seien die Auswirkungen der Corona-Krise in der Baubranche vergleichsweise gering, teilt die Behörde weiter mit.

Im Gesundheitsbereich verstärkten sich die Heime vereinzelt wieder mit Betreuungsfachkräften. Im ambulanten Bereich werde die Hauswirtschaft langsam wieder hochgefahren.

„Dank der Kurzarbeit bewegen wir uns mit einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent noch immer auf einem guten Niveau.“

Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf

Bei den nichtmedizinischen Gesundheits-, Körperpflege- und Wellnessberufen ist die Arbeitslosigkeit nach Angaben der Arbeitsagentur gestiegen. Die Nachfrage nach Fachkräften aus dem Metallbereich mit abgeschlossener Berufsausbildung sei hingegen zurückgegangen. „In der Elektroindustrie ist die Lage unterschiedlich, von schlecht im Bereich Automotive bis gut in der Sparte Medizintechnik. Für wenige Bekleidungsfirmen ist die Mundschutzmaskennäherei ist ein kleiner Lichtblick.“


Lkw-Fahrer sind stark gefragt

Die Arbeitsmarktbedingungen für Berufskraftfahrer sind derzeit gut, vor allem werden Fahrer im Baustellenverkehr oder Baustofftransport gesucht, aber auch Fahrer für Fern- und Nahverkehr. Auch der Warenverkehr insbesondere in systemrelevanten Bereichen wie dem Lebensmitteleinzelhandel müsse weiterhin sichergestellt werden. Ebenso seien Busfahrer gesucht, Post- und Kurierdienste benötigen Auslieferungsfahrer.

Im Einzelhandel waren die Vermittlungsmöglichkeiten bis Mitte Mai nur in systemrelevanten Bereichen gegeben (Lebensmittel), seitdem gehen auch wieder Stellen aus anderen Bereichen ein, teilt die Arbeitsagentur mit. Zugänge an Arbeitslosen waren aus den unterschiedlichsten Bereichen des Handels zu verzeichnen.

Hotel-und Gastrobetriebe hoffen auf bessere Zeiten

Die Hotel- und Gastronomiebetriebe hoffen durch die vollzogene schrittweise Öffnung endlich wieder auf „bessere Zeiten“ und freuen sich auf ihre (Stamm-)Gäste. Die Hoffnung auf eine gute Sommer- und Herbstsaison besteht noch immer. Von deren Verlauf ist vor allem abhängig, wieviel Personal eingesetzt werden kann.

Bei den Personaldienstleistern blieb die Anzahl der Stellenangebote konstant, es werden sowohl Fachkräfte als auch Helfer für Montage- und Lagertätigkeiten gesucht.


Kurzarbeit mit Qualifizierung verbinden

Die Personalnachfrage sei im Mai im Hinblick auf die Neumeldungen stark zurückgegangen. 200 neue Offerten kamen hinzu, rund 70 Angebote und damit 25,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Im gemeinsamen Stellenpool der Arbeitsagentur und des Jobcenters waren im Berichtsmonat knapp 1.210 Stellenangebote registriert. Mit rund 110 Offerten sind das 8,2 Prozent weniger als im Mai 2019.

Hausladen empfiehlt allen Arbeitgebern, die sich angesichts der aktuellen Situation Sorgen machen, ein ausführliches Beratungsgespräch mit ihrem persönlichen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service. „In der Beratung können kreative Alternativen zur Entlassung aufgezeigt werden“, betont der Geschäftsstellenleiter.

Auch Kurzarbeit verbunden mit Qualifizierung könne eine Alternative darstellen. „Warum die Zeit nicht nutzen, um die beruflichen Kenntnisse der Belegschaft den zukünftigen Herausforderungen anzupassen?“, fragt Hausladen.

Gutes Niveau trotz großer Krise

Im gesamten Bezirk der mittleren Oberpfalz, das heißt in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Schwandorf und Cham sowie in der kreisfreien Stadt Amberg, waren iom Mai rund 8.260 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet und somit knapp 2.510 Personen bzw. 43,6 Prozent mehr als im Vorjahr. So blieben die meisten sonst für die Jahreszeit typischen Entwicklungen wie eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften im Hotel- und Gaststättenbereich zum Saisonstart aus.

Aus Sicht von Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf, ist die Entwicklung dank der Kurzarbeit dennoch auf einem guten Niveau. „Zwar liegt die Arbeitslosigkeit deutlich über dem Stand des Vorjahres, doch von April bis Mai ist die Arbeitslosigkeit nicht weiter gestiegen. Dank der Kurzarbeit bewegen wir uns mit einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent noch immer auf einem guten Niveau und das in der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte.“

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