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Löffler verspricht viel Geld fürs Bad

Er werde dem Kreistag vorschlagen, die millionenschweren Neubau-Kosten für ein Hallenbad ins Ganzjahresbad einzubringen.
Von Christoph Klöckner

Landrat Franz Löffler versprach den Rodingern beim Neujahrsempfang in der Stadthalle, dass sich der Landkreis mit viel Geld beim Ganzjahresbad einbringen wolle. Foto: Christoph Klöckner
Landrat Franz Löffler versprach den Rodingern beim Neujahrsempfang in der Stadthalle, dass sich der Landkreis mit viel Geld beim Ganzjahresbad einbringen wolle. Foto: Christoph Klöckner

Roding.Wohl auch mit Blick auf die Kommunalwahlen im März hatte Landrat Franz Löffler am Donnerstag ein Wahlgeschenk für die Rodinger im Gepäck: Er versprach, die kalkulierbaren, millionenschweren Kosten für einen Neubau eines Hallenbads als Ersatz für das marode Kreishallenbad in Roding ins Ganzjahresbad der Stadt einbringen zu wollen. Das werde er dem Kreistag so vorschlagen, gab er vor den 600 geladenen Gästen des Neujahrsempfangs in der Stadthalle Roding bekannt und erntete dafür Beifall.

Dass sein Vorschlag im Kreistag die Mehrheit bekommen wird, davon wird er ausgehen - zumal die CSU dort die Oberhand hat. Doch ist das Thema Bäderfinanzierung auch von christsozialen Bürgermeistern dort in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert worden - manche Kommune mit selbstfinanziertem Bad und jährlichem Defizit fühlt sich da schlecht behandelt. Dennoch: Für die Stadt Roding ist die Bekanntgabe Löfflers eine gute Nachricht, die die Millionenlast des Badbaus um ein gutes Stück erleichtern wird. Insgesamt wird der Betrag laut Löffler etwa bei vier bis fünf Millionen Euro liegen, davon gebe die Hälfte das Land als Förderung fürs Schulschwimmen, die andere Hälfte solle der Landkreis beisteuern.

„Den Erfolg erarbeitet“

Er habe diese Botschaft bislang nicht öffentlich sagen dürfen, da der Bürgerentscheid zum Thema Ganzjahresbad lief und er als Landrat dabei neutral beiben musste. Er habe Respekt vor solchen Abstimmungen, die Roding etwa beim Sanddickicht oder jetzt zum Bad durchgeführt habe. Landrat Franz Löffler versprach zudem einen bestmöglichen Ersatz für das Krankenhaus Roding. Alle Beteiligten müssten hier ran, um möglichst schnell eine gute Versorgung auf die Beine zu stellen.

Christa Nowara, Eva Zieba und Wilfried Belk (v. r.) wurden für ihren ehrenamtlichen Einsatz als Schulweghelfer von Bürgermeister Franz Reichold im Namen der Stadt Roding mit der Verdienstmedaille geehrt. Foto: Christoph Klöckner
Christa Nowara, Eva Zieba und Wilfried Belk (v. r.) wurden für ihren ehrenamtlichen Einsatz als Schulweghelfer von Bürgermeister Franz Reichold im Namen der Stadt Roding mit der Verdienstmedaille geehrt. Foto: Christoph Klöckner

Zu Beginn hatte Landrat Franz Löffler ein Loblieb auf den scheidenden Bürgermeister Franz Reichold gesungen. Reichold sei der Manager der Stadt über 24 Jahre gewesen, habe Roding zur Blüte geführt, die Chancen und Möglichkeiten für die Stadt ergriffen und Wahrheit werden lassen. „Der Landkreis ist nur so stark wie seine Kommunen“, sagte Löffler. Reichold habe sich den Erfolg erarbeitet, sei einen geraden Weg gegangen - habe jedoch auch immer im Sinne der Menschen ausgelotet, wie weit er an den Rand des Weges gehen könne.

Zahlen sprechen für sich

Vor allem habe er die Stadt Roding in ein wirtschaftsfreundliches Klima geführt. Er habe nur drei Zahlen dabei, die das beweisen würden, so Löffler. Die Einwohnerzahl sei von 1996 bis heute um gut 1100 Menschen gewachsen - und das in Zeiten, wo andere Kommunen unter den Folgen des demografischen Wandels zu leiden gehabt hätten. Die Arbeitsplätze seien in der gleichen Zeit um 3678 angewachsen auf jetzt 8924: „Das ist eine Meisterleistung!“ Die Gewerbesteuer habe sich dazu in dem Zeitraum verdoppelt. Er dankte Franz Reichold ausdrücklich für diese Leistung.

Ehrungen

  • Schülerlotsen:

    Der Rodinger Stadtrat hatte vorgeschlagen, heuer mit der Verdienstmedaille nach der Ehrensatzung der Stadt Roding langjährige Schülerlotsen, die mindestens 20 Jahre ununterbrochen das Ehrenamt ausüben, zu würdigen. Bürgermeister Franz Reichold nahm die Ehrung vor und sprach von „Helden des Alltags“.

  • Gewichtheber:

    Christa Nowara ist seit über 23 Jahren Schulweghelferin in Roding. Darüber hinaus engagiert sie sich auch ehrenamtlich bei den TB03-Gewichthebern, bei der Verkehrswacht Roding und bei den Rodinger Weißbierfreunden.

  • Kultur:

    Eva Zieba ist ebenfalls seit 23 Jahren Schulweghelferin in Roding. Ehrenamtlich führt sie außerdem die Theatergruppe des Kunst- und Kulturvereins Roding und ist zudem die 2. Vorsitzende des Vereins. Bei der Partnerschaft mit dem polnischen Landkreis Dabrowa Tarnowska ist sie als Dolmetscherin und „Brückenbauerin“ für die Stadt tätig.

  • Verkehrswacht:

    Wilfried Belk ist seit 20 Jahren Schulweghelfer in Mitterdorf. Darüber hinaus ist er ehrenamtlich tätig bei verschiedenen Feuerwehren, beim Schützenverein Wildschütz Mitterkreith, beim Kegelverein Mitterkreith, beim MSC Roding im ADAC und bei der Verkehrswacht.

Zur aktuellen Lage präsentierte Landrat Löffler noch eine Zahl: 707 von 1700 Menschen, die bei uns im Landkreis Zuflucht gesucht haben, seien mittlerweile in Ausbildung und Arbeit integriert. Hier sei Großes geleistet worden: „So etwas kann man nicht verordnen. Das schafft eine Gesellschaft oder eben nicht!“ Das Thema Klimawandel sei allgegenwärtig - auch das müsse man annehmen, ohne es zu übertreiben. Löffler erinnerte an den Vortrag von Astronaut Ulf Merbold beim Landkreisempfang und dessen Appell, alles zu tun, um die Erde zu retten.

Das Maß für Digitalisierung

Was Löffler auf den Nägel brennt, ist auch das Thema Digitalisierung: „Das bewegt die Menschen!“ Gemessen werde dies oft an der Ausstattung etwa der Schulen mit Computern, Tablets oder Wlan-Verbindungen. Er dagegen frage, ob der Lehrplan dafür bereit sei und an den Schulen mit Digitalisierung richtig umgegangen werde. „Die Kinder müssen hier auch widerstandsfähig gemacht werden“, etwa gegen die negative Einflüsse und Fremdbestimmung aus dem Netz, betonte Löffler.

Chamer Landräte auf einen Blick: Theo Zellner war ebenso gekommen wie Ernst Girmindl und der amtierende Landrat Franz Löffler. Alle hatten ihre Gattinnen dabei und begleiteten Bürgermeister Franz Reichold (r.) und dessen Frau bei seinem letzten Jahresempfang im Amt. Foto: Christoph Klöckner
Chamer Landräte auf einen Blick: Theo Zellner war ebenso gekommen wie Ernst Girmindl und der amtierende Landrat Franz Löffler. Alle hatten ihre Gattinnen dabei und begleiteten Bürgermeister Franz Reichold (r.) und dessen Frau bei seinem letzten Jahresempfang im Amt. Foto: Christoph Klöckner

Das sei auch wichtig für den Wohlstand der Region. Manches dauere einfach zu lang, sagte der Landrat und führte als Beispiel die Elektrifizierung der Bahn von München nach Prag an. 30 Jahre seien einfach zu lang, „das muss schneller gehen!“ Beim Ausbau der digitalen Infrastruktur habe der Landkreis mit M-net einen Versorger der größten bayerischen Städte engagiert gehabt: „Dass die nicht rechnen können, haben wir nicht erwartet!“ Nun mache man das als einziger Landkreis in Bayern selbst.

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