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Frühschoppen

Löffler will Landkreis für Zukunft rüsten

Der Landrat sprach über die Aufgaben nach der Kommunalwahl. Dabei spielt die Bildungspolitik eine bedeutende Rolle.

Obertraubenbachs Feuerwehrchef Max Schoierer (2.v.r.) mit der CSU-Kreisspitze sowie Schorndorfs neuer Ortsvorsitzenden Andrea Lausser (3.v.l.) Foto: csa
Obertraubenbachs Feuerwehrchef Max Schoierer (2.v.r.) mit der CSU-Kreisspitze sowie Schorndorfs neuer Ortsvorsitzenden Andrea Lausser (3.v.l.) Foto: csa

Schorndorf.Auch für den CSU-Kreisverband Cham gilt es, die Weichen in Richtung bayerische Kommunalwahlen am 15. März 2020 zu stellen. Entsprechend übernahm heuer beim politischen Frühschoppen beim Nanzinger Kirta Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler den Part als Hauptredner.

Max Schoierer, 1. Kommandant und Vorstand der Feuerwehr Obertraubenbach, freute sich über den guten Besuch. Der Erlös aus dem Nanzinger Kirta komme der Feuerwehrarbeit zugute, auch im Nachwuchsbereich. Unter den Ehrengästen hieß Schoierer insbesondere Regionaldekan und Rodings Stadtpfarrer Holger Kruschina, Landrat Franz Löffler, MdB Karl Holmeier und MdL Dr. Gerhard Hopp willkommen. Neu im Amt ist Andrea Lausser als Schorndorfer CSU-Ortsvorsitzende. Der besondere Dank galt der FFW Obertraubenbach und dem CSU-Kreisverband Cham.

Gegen eine CO-Steuer

Am 80. Jahrestag nach Beginn des Zweiten Weltkrieges verwies MdB und Kreisvorsitzender Karl Holmeier darauf, dass der Erhalt von Frieden und Freiheit nach wie vor keine Selbstverständlichkeit darstelle. Dazu bedürfe es eines starken Deutschlands in Europa. Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler war es ein Anliegen, der FFW Obertraubenbach zu danken: „Schön, dass hier der Kirta in dieser Form noch aufrechterhalten wird, wo doch Werte in unserem Land jeden Tag etwas wegbröckeln.“ Genauso war es Löffler wichtig, an Markus Sackmann zu erinnern. Am 4. September jährt sich dessen Todestag zum vierten Mal. „Er war sehr eng mit dem Nanzinger Kirta verbunden und hat unserem Landkreis sehr gutgetan.“

Vor den Landkreis-Themen ging Löffler allgemein auf politische Gedanken ein. Zu den jüngsten Europawahlen mit dem langen Gezerre um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten nahm er klar Stellung: „Vertrauensbildend war dieser Prozess nicht, Hinterzimmerpolitik muss der Vergangenheit angehören“. Die Klimaschutzdebatte habe unser Land ganz gewaltig erfasst. Löffler plädierte für Ausgewogenheit. Es könne nicht sein, „dass die Ballungszentren uns sagen, wie wir uns auf dem Land zu verhalten haben“. Wenn die Städterer 30 Prozent Bioprodukte verlangen, aber dann selber nur zehn Prozent kaufen, dann passe etwas nicht zusammen. Genauso wenig übrigens, wenn die grünen Bundestagsabgeordneten im Inland die meisten Flugkilometer bestreiten.

In einer CO2-Steuer sieht Löffler einen dauerhaften Angriff auf die Bürger in der Fläche und die Pendler. Es würde beispielsweise auch über eine Kfz-Steuer gehen. Er wolle Anreize unterstützen und Alternativen fördern. Es müsse sich das Verbraucherverhalten ändern, das nicht immer auf den billigsten Preis ausgerichtet sein dürfe.

Die Motivation für Landrat Franz Löffler, bei den nächsten Kommunalwahlen erneut zu kandidieren, ist nach seinen Worten nicht das Schulterklopfen für die erzielten Leistungen und Erfolge in der Vergangenheit . Vielmehr reizten ihn die notwendigen Impulse für die Zukunft, um dem Landkreis weiterhin gute Chancen zu eröffnen. Allerbeste Arbeit müsse weiter im Bereich der Bildung geleistet werden, um Innovation und Fortschritt zu gewährleisten. Löffler nannte Stichworte wie Robotik oder künstliche Intelligenz: „Wenn wir es nicht tun, die anderen sind schon längst dabei.“ Die Rolle des Menschen im Produktionsprozess werde sich ändern, entsprechend gelte es, die Bildungspolitik im Landkreis dafür fit zu machen. Um in der Produktionstechnik vorne mit dabei zu sein, hofft Löffler auch auf neue Studiengänge am Chamer Campus.

In Bezug auf den Schienenverkehr sprach Löffler von einem Trauerspiel. Was den Ausbau angehe, sei man dank des Einsatzes von MdB Holmeier zumindest in der ersten Stufe dabei. Bei den Straßen habe sich schon einiges getan, die große Aufgabe sei die B 20 mit einem vierspurigen Ausbau. 4,5 Millionen investiere der Landkreis jährlich in den ÖPNV, jedoch seien weitere Verbesserungen notwendig. Ein Taktverkehr sei auf dem flachen Land aus Kostengründen nicht zu stemmen. Dafür setzt Löffler auf innovative Formen, wie ein Rufbussystem und bessere Verknüpfungen zwischen ÖPNV und Individualverkehr.

Waldumbau ist große Aufgabe

„Wir nehmen es nun selber mit einem Eigenbetrieb in die Hand“, sagte Löffler zum Breitbandausbau im Landkreis Cham. Weil es eine dauerhafte Aufgabe sei, dürfe man aber nun nicht „vorschnell hudeln“, immerhin gelte es, rund 1600 Kilometer Glasfaser zu verlegen. Ebenfalls eine riesige Aufgabe sei der Mobilfunk-Ausbau. „Man muss aber auch Masten akzeptieren“, so Löffler zu Widerständen in der Bevölkerung. Ziel beim Mobilfunk müsse der 5G-Standard sein, auch dafür sei Glasfaser unabdingbar.

„Die Landwirtschaft hat es derzeit nicht leicht.“ Es würde wohl etwas in der Gesellschaft nicht stimmen, wenn sich Bauern schon fast verleugnen müssten. Das Tierwohl etwa habe nicht unbedingt allein etwas mit der Betriebsgröße zu tun. Löffler präferiert einen Spagat zwischen anlassbezogenen Überprüfungen sowie Eigenverantwortung. „Die Verbraucher müssen auch Produkte aus der Region besser kaufen“, sagte Löffler.

Besorgt zeigt sich der Landrat, was die Forstwirtschaft betrifft. Der Waldumbau in Richtung Mischwald würde eine große Aufgabe darstellen. Zum Thema Flächenverbrauch sagte er: „Wir müssen Leerstände besser im Blick haben und mehr in die Höhe bauen.“ Er ist dagegen, dass eine Zentralbehörde den Flächenverbrauch regelt. Diese Entscheidung müsse auf kommunaler Ebene bleiben. „Nehmt die Kommunalwahlen ernst“, so seine Bitte am Ende. Löffler dankte allen Menschen, die sich im Landkreis ehrenamtlich engagieren. „Sie sind das Rückgrat und ihre Leistung ist unbezahlbar“. (csa)

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