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Lohbergs Tierpark hat Elch-Zwillinge

Der Nachwuchs ist eine Woche alt und schon die große Attraktion im Bayerwald-Tierpark. Mutter Rhea wacht über die Kleinen.
Von Maria Frisch

Die Geschwister haben ihre „Milchtankstelle“ immer im Blickfeld.  Foto: Maria Frisch
Die Geschwister haben ihre „Milchtankstelle“ immer im Blickfeld. Foto: Maria Frisch

Lohberg.„Die „kalte Sophie“ erscheint als Geburtstermin nicht sehr einladend, denn an den Eisheiligen treten häufig noch Nachtfröste auf. Da Elche aber ohnehin kühlere Temperaturen lieben, schreckt sie ein fallendes Thermometer wohl kaum ab. So brachte die Elchkuh „Rhea“ aus dem Bayerwald-Tierpark in Lohberg am vergangenen Freitag ein Zwillingspärchen zur Welt.

Die eine Woche alten, langbeinigen Elchkälber lassen bereits die Herzen von Pflegern und Besuchern schmelzen. Elchkuh „Rhea“, die vor zwei Jahren aus Hellabrunn nach Lohberg umsiedelte, war schon immer für eine Überraschung gut. Obwohl junge Elchkühe beim ersten Kalben normalerweise nur einen Sprössling haben, gebar die junge Mutter bereits im Vorjahr süße Racker im Doppelpack. „Bedauerlicherweise war eines der Neugeborenen zu schwach und daher nicht überlebensfähig“, erzählte Tierärztin Claudia Schuh vor fast genau einem Jahr.

Zwillinge waren Überraschung

Der junge Elch macht ein Mittagsschläfchen hinter dem Rücken der Mutter.  Foto: Maria Frisch
Der junge Elch macht ein Mittagsschläfchen hinter dem Rücken der Mutter. Foto: Maria Frisch

Auch heuer sei sie zunächst nicht sicher gewesen, ob die Dame trächtig war. Kaum zu glauben, dass zwei langbeinige Elchbabys im Mutterleib Platz finden und sich der Bauch für Beobachter augenscheinlich kaum wölbt. Umso mehr freuten sich Schuh und die zuständigen Tierpfleger, dass es unmittelbar nach der achtwöchigen Corona-Schließung gleich so frohe Kunde gab. Mittlerweile staksen die beiden Neugeborenen mit Mama Rhea durch das Gehege und ziehen mit ihren unendlich langen Beinen alle Blicke auf sich.

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Die Unternehmungslust der Kälber scheint geradezu ansteckend, wenn sie nicht gerade wieder hungrig an die „Milchtankstelle“ zurückkehren. Im Gefahrenfall würde das Kleine in freier Wildbahn bewegungslos im Gras liegen bleiben. „Schon im Alter von einigen Wochen rennen sie schneller als ein Mensch und mit drei Wochen beginnen sie, Zweige zu kauen,“ sagt Claudia Schuh und ist stolz auf die rasante Entwicklung.

Je nach Alter verbrauche ein Elch- Spross bis zu einige Liter Milch pro Tag. Ihre Mutter säuge sie bis in den Spätherbst hinein – zu dieser Zeit würden die Kälber aufgrund der Nährwerte schon weit über hundert Kilo wiegen. Das Muttertier sei von Anfang an auffallend gelassen gewesen – eine Titanin eben, wie ihr Name aus der griechischen Mythologie übersetzt bedeutet. Natürlich sei Schuh nach der Ankunft von Rhea in Lohberg froh gewesen, dass sich die Münchnerin augenscheinlich sehr wohl fühlte. Das Elchgehege erhielt im Zuge der Vorbereitungen ein neues Tor, um das Ausladen des Ankömmlings schonend und unproblematisch abzuwickeln.

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„Im Juni wird sie erst drei Jahre alt“, erzählt die Tierärztin von ihrem Schützling aus der Landeshauptstadt. Die Geburt eines Elchkalbes dauere im Normalfall höchstens eine Viertelstunde. Die Kuh fresse die Nachgeburt zur Stimulierung der Milchproduktion, da sie sehr proteinhaltig sei. Dies geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit, da die werdende Mutter es vorgezogen habe, sich dazu zurückzuziehen.

Ob der Nachwuchs männlich oder weiblich ist, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Dass die Nachzucht im Vorjahr und heuer so schnell gelungen ist, bedeutet schon einen Erfolg“, freut sich Schuh. Auch in freier Wildbahn suche sich die Elchkuh zur Geburt ein ruhiges Plätzchen in einem Fichtendickicht oder einer Baumgruppe, vor neugierigen Blicken versteckt.

Nachwuchs im Sitzen geboren

Vorsichtigen Schrittes wagen sich die kleinen Elche vors Publikum. Foto: Maria Frisch
Vorsichtigen Schrittes wagen sich die kleinen Elche vors Publikum. Foto: Maria Frisch

Dort baue sie ein Lager oder „Bett“, in dem sie sitzend ihren Nachwuchs zur Welt bringe. Das Junge werde mit den Beinen und dem Kopf voran geboren. Durch das Trockenlecken nach der Geburt bilde sich ein enges Band zwischen Kuh und Kalb. „In den ersten beiden Tagen nach der Geburt wurden die Tierkinder noch im Sitzen gesäugt, tranken bis zu zehn Mal am Tag“, erläuterten die Tierpfleger, die oft nach dem Rechten sehen und sehr um das Wohlbefinden der kleinen Sympathieträger bemüht sind. Die Kuh selbst beende die Mahlzeit, indem sie zunächst nasale Locklaute von sich gebe.

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„Elchkühe haben ein mit vier Saugwarzen versehenes Gesäuge. Ihre Milch ist fetter als Kuhmilch und sehr nährstoffreich. Deshalb wächst der Nachwuchs sehr schnell“, berichtet die Veterinärin. Zwischen 70 und 80 Zentimeter hoch und 80 bis 100 cm lang, hat das Neugeborene in etwa die Maße des Kopfes seiner Mutter.

„Zu nahe kommen dürfte man dem Kleinen aber nicht. Die fürsorgliche Mama würde in diesem Fall sofort in Angriffsstellung gehen“, müssen die Pfleger stets im Hinterkopf haben.„Es ist wirklich ein herzerfrischender Anblick, wie die Neulinge keck auf ihren ewig langen Beinen ihrer Mama folgen“, freut sich Claudia Schuh.

Elch-Geburt

  • Die Zwillinge:

    Die zwei kleinen Elche haben noch keinen Namen, weil ihr Geschlecht noch nicht eindeutig festgestellt wurde. 70 bis 80 Zentimeter hoch und 80 bis 100 Zentimeter lang sind die Jungtiere.

  • Mutter Rhea:

    Sie ist erst drei Jahre alt und stammt aus dem Tierpark Hellabrunn in München. Es ist nicht ihre erste Zwillingsgeburt: Bereits letztes Jahr brachte sie Junge im Doppelpack zur Welt. Groß war die Überraschung, da man ihr die Schwangerschaft kaum ansah.

Den Besuchern dürfte bei der Elchbeobachtung auch ein kleines Schwanenküken auffallen, das hinter der stolzen Schwanenmutter hertrottet.Das Paar mit dem weißen Gefieder teilt sich nämlich den Lebensraum mit den Elchen, der mit einem großzügigen Teich ausgestattet ist. Ein Küken sei relativ selten und zaubere gerade wegen der Wohngemeinschaft „mit den Langbeinigen“ jedem Besucher ein Lächeln ins Gesicht. Der Bayerwald-Tierpark kann noch einen weiteren Neuzugang vermelden.„Wir haben ein neues Wisent-Mädchen, das vom Tierpark Straubing kam“, berichtet Schuh.Das einjährige Mädchen trägt den Namen „Stanja“ und dient der Blutauffrischung im Lohberger Tierpark. (kfl)

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