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Tiere

Luchs und Wolf sorgen weiter für Ärger

Sieben Luchse im Lamer Winkel sind Jägern zu viel. Mit den Wölfen werden noch mehr Probleme für die Reviere befürchtet.
Von Alois Dachs

In Bayern sind zuletzt immer wieder Wölfe gesichtet worden. Foto: Patrick Pleul/Archiv
In Bayern sind zuletzt immer wieder Wölfe gesichtet worden. Foto: Patrick Pleul/Archiv

Lamer Winkel.Eine Aufhebung der Abschusspläne, den Schutz des Rehwildes und Unterstützung ihrer Anliegen durch den Landesjagdverband Bayern fordern die Jäger im Lamer Winkel. Bei einer Versammlung am Samstagabend im Hotel „zur Post“ in Lam belegte Herbert Liebl, dass sieben erwachsene Luchse im Lamer Winkel leben, einige von ihnen mit bis zu dreiköpfigem Nachwuchs.

Luchse verursachen Rehwildprobleme

Von der Rückkehr der Wölfe erwarten Jäger im „Wingei“ große Probleme.
Von der Rückkehr der Wölfe erwarten Jäger im „Wingei“ große Probleme.

In einer umfassenden Dokumentation unter dem Titel „Der Luchs und seine Lügen“, die Herbert Liebl mit Datenmaterial aus Wildkameras und Presseveröffentlichungen zusammengestellt hatte, widerlegte er Aussagen zum „Bermudadreieck für Luchse“, in dem angeblich kein Tier älter als drei Jahre wird. „In keiner Region Bayerns gibt es mehr Luchse, als bei uns“, sagte Liebl und belegte mit Fotos, dass zum Beispiel die Luchsin „Anja“ seit 2011 mehrere Junge in diesem Gebiet großgezogen hat. Schon 2003-2004 sei mit Manfred Wölfl ein Pilotprojekt geplant gewesen, das unter anderem auch einen legalen Abschuss von bis zu zwei Luchsen pro Jahr ermöglichen sollte, um die illegale Jagd auf die Großkatzen zu verhindern, sagte Liebl. Sieben nachgewiesene Luchse in diesem Gebiet sorgten mittlerweile für ein „massives Rehwildproblem“.

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Die überhöhten Abschusspläne könnten von den Jägern nicht mehr erfüllt werden. Liebl fordert deshalb die Abschaffung der Abschussplanung für die 31 Reviere – davon 20 Eigenjagden – im Lamer Winkel. Stattdessen riet er zu gemeinsamen Waldbegängen und einem von den Jägern geführten Monitoring. „Wir müssen gegen Lügen offensiv vorgehen“, forderte Liebl.

Der Wolf ist eine Herausforderung

„Wir haben auf kleinem Raum viel zu viele Luchse“, machte er deutlich und verwies aus Erfahrungen aus dem Harz, wo die Luchse unter anderem einen Muffelwildbestand von 400 Stück restlos vernichtet hätten. „Bestimmten Naturschutzorganisationen geht es nicht um die Erhaltung der Natur, sondern nur um den Kampf gegen die Jagd“, sagte Liebl, denn das Gleichgewicht werde von Luchs, Wolf, Fischotter, Biber und Mink massiv gestört. Eine zusätzliche Verschärfung der Probleme befürchten die Jäger im Lamer Winkel durch Wölfe. Der Wolf stelle eine erheblich größere Herausforderung dar, als sie der Luchs jemals war, so Manfred Wölfl, der beim Landesamt für Umweltschutz für große Beutegreifer zuständig ist.

„Wir haben auf kleinem Raum viel zu viele Luchse.“

Herbert Liebl

Nach Ansicht von Wölfl sollten die ermittelten Daten aus dem noch ausbaufähigen Luchsmonitoring der Jäger und der Luchsbeauftragten Sybille Wölfl zusammengeführt werden, um einen Abgleich zu erreichen. Nach den Erfahrungen in anderen Bundesländern, wo die Ausbreitung der Wolfspopulation und Schäden für Wild- und Weidetiere kaum mehr in den Griff zu kriegen seien, sollte in Bayern frühzeitig geplant werden, wie mit Wolfsrudeln umzugehen ist, forderte Kreisjagdberater Rudi Freimuth. Wölfl verwies darauf, dass mittlerweile in Bayern jährlich 1500 Biber zum Abschuss oder Fang freigegeben werden, die Probleme machen.

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Einzelkämpfer

  • Verständnis:

    Völlig überzogen sind nach Ansicht der Jäger im Lamer Winkel die Wolfsschutzprogramme. Bruno Ebner, Vorsitzender der Kreisgruppe Bad Kötzting, dankte Herbert Liebl für die umfassende Dokumentation, zeigte Verständnis für die Forderungen der Jäger aus dem „Wingei“.

  • Gesetzeslage:

    Viel wünschenswertes werde aber durch eine eindeutige Gesetzeslage verhindert, das sei ein Problem, das nur politisch gelöst werden könne, so Ebner an. Er appellierte an die Jäger, zum Jagdverband zu stehen, weil sie als „Einzelkämpfer“ mit ihren Anliegen keine Chance auf einen Erfolg hätten

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