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Region Cham
Dienstag, 25. September 2018 13° 1

Tradition

Mächtigen Kirtabaum in die Höhe gewuchtet

Zum Patrozinium der Chamerauer Pfarrkirche St. Peter und Paul stellte die Landjugend eine 30-Meter-Fichte auf den Kirchplatz.
Von Hermann Schropp

Gewaltig anstrengen mussten sich Chameraus starke Männer, um den Baum hochzuhieven. Foto: CHE
Gewaltig anstrengen mussten sich Chameraus starke Männer, um den Baum hochzuhieven. Foto: CHE

Chamerau.Zum Patroziniums- und Kirtabrauchtum der Pfarrei zählt auch der Kirtabaum, der jedes Jahr auf dem Kirchplatz aufgestellt wird. Zurück zu den Wurzeln könnte man sagen – auch wenn dieser Baum gar keine mehr besitzt. Gemeint ist aber ohnehin vielmehr die alte Tradition, welche in Chamerau seit vielen Jahren begangen wird. Die Landjugend stellte am Freitag aus Anlass des Weihetages der Pfarrkirche St. Peter und Paul also wieder einen Kirtabaum auf.

Zu einem Gemeinschaftswerk der KLJB und dem Brauchtum verbundener Burschen und Männer wurde am Freitagabend das Kirtabaumaufstellen in Chamerau. Die Katholische Landjugend hatte neben der Kirche alles für das Kirchweihfest der Chamerauer vorbereitet. Der stattliche Baum wurde von der Pfarrei gespendet. Bevor es Zeit zum Feiern war, galt es aber noch einige vorbereitende Aufgaben zu lösen.

Gemeinsam mit den Burschen schmückten Mädchen der Landjugend den Kirtabaum mit Kränzen und weiß-blauen Girlanden. Mit enormem Kräftepotenzial hievten Chameraus junge Männer mit Unterstützung der erfahrenen, schon etwas älteren Mitbürger den 30 Meter langen Stamm innerhalb einer Stunde in die Senkrechte. Routiniert bewältigten 33 Männer den Kraftakt. Sie brachten mit Hilfe von jeweils zwei zusammengebundenen langen Stangen, den „Schwaiberln“, den mächtigen Baumstamm langsam und sicher in die Senkrechte, bis er aus dem tiefen „Versenkungsloch“ schnurgerade in den blauen Himmel ragte. Unterstützend ertönte die ganze Zeit der Kommandoruf „Hau Ruck“ von Ernst Schlamminger, der den Baumstamm vor dem Aufstellen wegen seines enormen Umfanges erst mal mit der Motorsäge bearbeiten musste. Nachdem der Kraftakt geschafft war, applaudierten die Besucher das Geschehene. Die Chamerauer Kirchweih war eröffnet.

Der mit vielen bunten Bändchen geschmückte Fichtengipfel des 30 Meter hohen Baumes hat nun die Aufgabe, über die Chamerauer Hausdächer hinweg den Leuten des Umlandes zu verkünden, nach Chamerau zu kommen und mit der Ortsbevölkerung zusammen am Kirtasonntag in Geselligkeit dieses alljährliche Ereignis zu feiern.

Anschließend versammelte sich die Dorfgemeinschaft um den Kirtabaum, um das Kirchweihfest zu feiern, die Landjugend übernahm die Bewirtung. Mit Grillspezialitäten, Kuchen und Getränken war für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Die beiden Vorsitzenden der KLJB begrüßten die Gäste bei herrlichem Wetter. Sie dankten allen Mitgliedern und freiwilligen Helfern, die beim Schmücken des Baumes und dessen Aufstellung mitgeholfen haben. Auch zeigten sie sich zufrieden über die vielen Gäste, die am Kirtabaumaufstellen teilnahmen. „Das ist zwar eine Mordsarbeit, aber doch eine tolle gemeinschaftliche Arbeit. Letztlich zeigt es, dass in der Gemeinde alle zusammen helfen“, so die Vorsitzenden der KLJB, Christopher Hannes und Maria Piendl. Unter den vielen Gästen waren auch Bürgermeister Stefan Baumgartner und Pfarrer Kilian Limbrunner. (che)

Der Brauch

Tradition: Der Kirtabaum wird laut einem bayerischem Brauch am Vortag der Kirchweih im Ort aufgestellt.

Baum: Ein Nadelholz-Stamm wird dazu geschält, entastet, sowie mit Bändern und Kränzen geschmückt.

Faustregel: Die Länge des Baumes entscheidet. Es gilt:„Pro Meter brauchst einen Mann!“

Ursprung: Wo der Brauch kommt, ist unklar. Erste (Mai)Bäume sind im 16. Jahrhundert nachgewiesen.

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