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Literatur

Märchen mit modernen Themen

Zwölf Autoren, darunter auch eine Walderin, haben eine Anthologie mit dem Titel „neue märchen. Wasser“ geschrieben.
Von Karin Hirschberger

  • Autorin Marie-Anne Ernst, eine der Autorinnen des Werkes „neue märchen. Wasser“ bei der Arbeit in ihrem Büro Fotos: Hirschberger
  • Die neue Märchen-Anthologie „neue märchen. Wasser“

Wald.Seit Jahrhunderten üben Märchen eine andauernde Faszination auf die Menschen aus. Wer kennt sie nicht, die schönen, witzigen oder traurigen Märchen der Gebrüder Grimm oder Hans Christian Andersons? Aber welche Geschichten würden die Menschen heute erzählen? Das fragte sich der JGIM Verlag in Wien und startete eine Ausschreibung.

Unter den Einsendungen wurden zwölf Märchen ausgewählt und sind jetzt im Juni in der Anthologie „neue märchen. Wasser“ erschienen. Die Themen sind neben dem Wasser sehr vielfältig: Depression, Tod, Transsexualität, Mutterschaft, Neid, Habgier, Fleiß, Selbstverantwortung und Umweltschutz. Die Zielgruppe sind laut Verlag jene, die der Kindheit entwachsen und doch noch nicht erwachsen sind. Neben den Themen der Märchen sind auch die Autoren aus Deutschland und Österreich sehr verschieden. Die jüngste Autorin ist elf Jahre alt und erzählt ein grausames Märchen über Ausgrenzung.

Unter den Autoren ist auch Marie-Anne Ernst aus Wald zu finden. Sie hat bereits zwei Bücher über die Zahnfee Apollonia veröffentlicht sowie Geschichten in den Büchern „Phantastisches Ostbayern“ und demnächst „Mörderisches Ostbayern“.

Für Märchen habe sie sich schon immer interessiert, so Marie-Anne Ernst. Als Kulturwissenschaftlerin habe sei ein grundlegendes Interesse daran und auch durch ihre Kinder seien Märchen immer wieder ein Thema gewesen. Das Märchen sei auch heutzutage noch ein gutes Medium um Kindern wichtige Werte spielerisch zu vermitteln. Bei dem neuen Märchenband steht die Botschaft des Märchens im Vordergrund. Deutlich wird dies, weil die Autoren am Ende ihrer Märchen erzählen, was sie zu ihrer Geschichte inspirierte und warum ihnen dieses Thema am Herzen lag.

Bei Marie-Anne Ernst war es so: Sie wollte eine Verbindung zu den Märchen der Gebrüder Grimm schaffen. Ihr war es aber auch wichtig, eine aktive Heldin zu haben und keine Prinzessin, die darauf wartet gerettet zu werden. Aber die Autorin aus Wald wollte mit ihrem Beitrag „Der verwunschene Quelltopf“ auch auf die Erzähltradition der Märchen hinweisen. Bevor die Märchen von den Gebrüdern Grimm niedergeschrieben wurden, waren sie nur mündlich überliefert worden.

Idee des Verlags ist auch, dass dieses Märchenbuch in den Schulen gelesen wird und dass damit gearbeitet wird. Die Beiträge besitzen typische Merkmale und klassischen Aufbau eines Märchens, haben aber moderne Themen. Ein klassisches Genre wird in die Gegenwart geholt. Im Herbst erscheint eine günstigere Softcover-Version und für den Unterricht in der Schule gibt es Begleitmaterial. Auch Lesungen durch die Autoren sind möglich, weitere Infos auf der Homepage des JGIM Verlags. Illustriert ist das Buch mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen. „neue märchen. Wasser“ ist im Buchhandel und auf Amazon erhältlich.

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