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Maiandacht ist verschoben

Der Mai ist der Monat der Marienfrömmigkeit. Wegen Corona findet heute statt der Andacht in Gillisberg ein Gottesdienst statt.
Hermann Schropp

  • Die kleine Fatima-Kapelle in Gillisberg lädt zum Gebet und stillen Verweilen ein. Foto: Hermann Schropp
  • Die Kapellenausstattung ist durch das vom Künstler Philipp August Henneberger aus Kötzting entstandene Mosaikbild der Fatima-Madonna recht modern und gepflegt. Foto: Hermann Schropp

Chamerau.Der Monat Mai rückt die Marienverehrung in den Mittelpunkt. Vielerorts ist auch in der heutigen Zeit der Mai noch durch die Verehrung der Gottesmutter geprägt. In der Kapelle am Gillisberg etwa fanden seit der Erbauung im Jahre 1966 bis heute über 300 Fatima-Andachten statt.

Nahe dem heutigen Standpunkt stand schon früher eine Kapelle, die vermutlich zwischen 1840 und 1860 von Bewohnern der Ortschaft Gillisberg erbaut wurde. Nachdem sie baufällig wurde und ein Blitzschlag sie zusätzlich beschädigte, war ihr Los gezogen. Sie musste am 21. Mai 1966 abgetragen werden. Aber die Einwohner von Gillisberg halfen mit Geldspenden, Hand- und Spanndiensten, eine neue Kapelle zu bauen.

Der damalige Pfarrer Josef Schlosser aus Chamerau, ein Förderer des Vorhabens und der Stifter des Madonnenbildes aus Glasmosaik, setzte sich dafür ein, dass die Kapelle an die Wunder von Fatima erinnern sollte. Am Abend des 13. August 1966 wurde die Kapelle mit einer feierlichen Lichterprozession eingeweiht. Seitdem erwarten die Menschen auf die Fürbitte Mariens hin in der Kapelle Hilfe aus Not, aus schwierigen Lebenssituationen und aus der Bedrängnis sowie Linderung und Hilfe.

Am heutigen Mittwoch sollte wie schon viele Jahre vorher um 19 Uhr die Glocke zum ersten Mal im neuen Jahr zur Fatima-Andacht geläutet werden. Diese volkstümlich gehaltene Andacht, bei der sich die Besucher um die Kapelle gruppieren, fand seit vielen Jahren immer mehr Anklang. Jeweils am 13. der Monate Mai bis Oktober, der Tage der Marienerscheinung in Fatima (Portugal) im Jahr 1917, versammeln sich hier Gläubige aus der Umgebung, um mit Gebeten und Liedern die Mutter Gottes zu verehren.

Wie bei allen Fatima-Andachten hätte wieder die etwa 35 Zentimeter hohe Marienfigur in der Kapelle aufgestellt werden sollen. Das Schnitzwerk befindet sich in Privatbesitz. Doch die Corona-Pandemie verhinderte die traditionelle Andacht in der Kapelle am 13. Mai. Als Ersatz findet um 19 Uhr eine Messe in der Pfarrkirche statt. Die erste Maiandacht ist auf Sonntag, 17. Mai, verschoben und wurde ebenfalls in die Pfarrkirche verlegt.

Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war es im deutschsprachigen Raum üblich, auch zu Hause in den Familien und Häusern ein zusätzliches Ave-Maria (ein Gegrüßet seist du Maria) zum Morgen-, Tisch- und Abendgebet zu verrichten. Dazu wurde in den Familien auch ein eigener Marien- oder Maialtar errichtet. Das hieß, um eine Marienstatue wie dieser in der Fatima-Kapelle in Gillisberg wurden Blumen aufgestellt – meist waren es die typischen Maiblüher wie Fliedersträuße oder Maiglöckchen, die als schmückendes Beiwerk zu finden waren. (che)

Die Fatimakapelle

  • Vorgänger:

    Die Entstehung der Alten Kapelle wurde auf 1840 bis 1860 geschätzt. 1966 musste sie wegen Baufälligkeit der heutigen Fatima-Kapelle weichen.

  • Maiandacht:

    Die traditionelle Andacht am 13. Mai fällt heuer wegen Corona aus. Als Ersatz findet um 19 Uhr eine Messe in der Pfarrkirche statt. (che)

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