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Dienstag, 17. Juli 2018 27° 6

Kunst

Malerin startet in Waldmünchen durch

2018 wird ihr Jahr: Erster Meilenstein für Claudia Gerstendorff ist die Ausstellung im AquaFit. Auch ihre Kurse sind gefragt.
Von Ingrid Milutinovic

Bereits beim Christkindlmarkt war Claudia Gerstendorff vertreten. Auch dort zeigte sie schon Bilder und leitete Interessierte an, selber einmal zum Pinsel zu greifen und die eigene Kreativität unter Beweis zu stellen. Foto: Milutinovic
Bereits beim Christkindlmarkt war Claudia Gerstendorff vertreten. Auch dort zeigte sie schon Bilder und leitete Interessierte an, selber einmal zum Pinsel zu greifen und die eigene Kreativität unter Beweis zu stellen. Foto: Milutinovic

Waldmünchen.2018 wird ein ganz besonderes Jahr, da ist sich Claudia Gerstendorff sicher. Was sie damit meint, erklärt sie mit wenigen Worten. Jetzt, da Sohn Yannis größer und selbstständiger sei, habe sie wieder mehr Zeit. Zeit zum Malen und zum Überlegen, wie es weitergehen könne, wie sie ihre Liebe zur Kunst auf andere übertragen könne.

Gemalt habe sie bereits als Kind, damals malte sie die Bilder aus ihren Märchenbüchern ab, erinnert sie sich. Mit 16 dann bekam sie von ihrer Mutter ihren ersten Ölmalkasten – stolz widmete sie sich den alten Meistern aus dem 20. Jahrhundert – unter anderem hatten es ihr Picasso oder Modigliani angetan. Zunächst sah dann ihr Lebenslauf aber ganz anders aus. Den elterlichen Hof bei Straubing wollte sie übernehmen und als Tierheilpraktikerin arbeiten. Keine geschützte Berufsbezeichnung, wie sie dann feststellte, und deshalb zunächst eine Ausbildung zur Heilpraktikerin absolvierte.

Alltag in der Uni-Klinik

Aber auch dann kam wieder alles anders, sie machte eine Ausbildung zur Krankenschwester, arbeitete im Krankenhaus Straubing auf der Intensivstation und anschließend im Universitätsklinikum Regensburg auf der Intensivstation der Herzchirurgie, bevor sie dem Klinikalltag den Rücken kehrte und als Pharmareferentin für ein homöopathisches Unternehmen ihren Lebensunterhalt verdiente.

Das Selbstporträt zeigt eindrucksvoll, dass Claudia Gerstendorff nicht nur einen „Blick“ für Motive hat, sondern auch, dass sie die verschiedensten Techniken beherrscht. Foto: wim
Das Selbstporträt zeigt eindrucksvoll, dass Claudia Gerstendorff nicht nur einen „Blick“ für Motive hat, sondern auch, dass sie die verschiedensten Techniken beherrscht. Foto: wim

Aber die Kunst ließ sie nicht los. Nachdem sie ihren jetzigen Mann kenngelernt hatte und nach Wien übergesiedelt war, fand sie dort endlich „ihren“ Weg. Sie suchte sich Künstler – unter anderem René Herar und Carmen Alberti –, nahm Privatunterricht und legte so von 2006 bis 2009 den Grundstock für ihr weiteres Leben. Nur in Wien gab es damals eine Kunstvolkshochschule, angeschlossen an die Wiener Kunstschule. Dort lernte sie alles, was mit bildender Kunst zu tun hat. Auch wenn sie keinen akademischen Abschluss hat, so hat sie trotzdem eine fundierte Ausbildung genossen. „Es ist Lernen ohne Ende“, sagt Gerstendorff. Dazu gehören nicht nur theoretische Dinge wie zum Beispiel Farbenlehre, auch das Auge muss ständig geschult, die Hand regelmäßig geübt werden.

Ehemann Christian (links), Sohn Yannis und Bürgermeister Markus Ackermann sind stolz auf den Erfolg von Claudia Gerstendorff. Die Familie hat sie in den vergangenen Wochen sehr unterstützt, sagte die Künstlerin. Foto: wim
Ehemann Christian (links), Sohn Yannis und Bürgermeister Markus Ackermann sind stolz auf den Erfolg von Claudia Gerstendorff. Die Familie hat sie in den vergangenen Wochen sehr unterstützt, sagte die Künstlerin. Foto: wim

Wenn man ihr Atelier im Breitenwiesweg betritt, kommt man in eine andere Welt. Landschaftsbilder, Aquarelle..., aber als erstes fallen Kinderbilder von Sohn Yannis auf. Jedes Jahr habe sie ein Bild von ihm gemalt, sagt sie. Diese soll er später einmal erhalten. Besonders haben es ihr Landschaften angetan – der Fotoapparat ist deshalb immer dabei. Auf dem Fensterbrett liegen Skulpturen – auch das ist ein Teil ihres künstlerischen Schaffens.

Am Donnerstag begann ein Malkurs mit der Wahl-Waldmünchenerin im Mehrgenerationenhaus, der sehr gut angenommen wird. Die Teilnehmer waren mit viel Konzentration bei der Sache. Einige Plätze sind noch frei. Foto: wim
Am Donnerstag begann ein Malkurs mit der Wahl-Waldmünchenerin im Mehrgenerationenhaus, der sehr gut angenommen wird. Die Teilnehmer waren mit viel Konzentration bei der Sache. Einige Plätze sind noch frei. Foto: wim

Bereits auf dem Christkindlmarkt war Gerstendorff mit einem Stand vertreten, am Donnerstag begann im Mehrgenerationenhaus der Kurs „Mal doch mal“. Groß und Klein will sie ansprechen. Hier können die Erwachsenen mehr von den Kindern lernen als umgekehrt“ sagt sie. „Kinder haben keine Schranken, sie sind expressiv, probieren einfach“. Auch wenn die Teilnehmer „einfach mal drauflos malen“ sollen – Irre Dinge können dabei rauskommen, weiß sie – soll es dabei nicht bleiben. Farblehre, Farbharmonie, Hand- und Augenschule sind Teil des Kurses.

Ungefähr 15 Teilnehmer im Alter von circa sechs bis 69 Jahren haben sich angemeldet und jeder soll nach seinen Fähigkeiten mitgenommen werden. Ein Blick in die Runde zeigte schnell: „Mal-Neulinge“ sitzen einträchtig neben Fortgeschrittenen, die bereits erste Bilder und eine eigene Pinselauswahl mitgebracht haben. An einem separaten Tisch entstehen bei den jüngsten Künstlern schon die ersten Blumen auf dem Papier. Wer noch zu dem Kurs stoßen möchte, kann bei Claudia Gerstendorff nachfragen. Telefon (01 51) 55 56 19 92.

So viele Gäste wie noch nie

Der Kirchenchor Ast, in dem Claudia Gerstendorff selber Mitglied ist, hat die Vernissage am Freitag Abend im AquaFit mit dem Lied „Gottes Segen“ eröffnet. Foto: wim
Der Kirchenchor Ast, in dem Claudia Gerstendorff selber Mitglied ist, hat die Vernissage am Freitag Abend im AquaFit mit dem Lied „Gottes Segen“ eröffnet. Foto: wim

Am Freitag ging es dann um ihre eigenen Bilder. Im AquaFit eröffnete Claudia Gerstendorff ihre erste Ausstellung. Mit so vielen Gästen, dass Bürgermeister Markus Ackermann gleich mehrfach überwältigt war: Über den Zuspruch, aber auch darüber, dass in den Werken von Claudia Gerstendorff neben vielem anderen Motive die Schönheit Waldmünchens zum Vorschein kommt. Die Vernissage mache Appetit auf die große Ausstellung, die demnächst im Waldmünchener Grenzland- und Trenckmuseum zu sehen sein werde, sagte er.

Bereits diese kleine Ausstellung aber zeigte, welch breites Spektrum die Künstlerin beherrscht. Da hingen moderne Bilder, aber auch Aquarelle von Waldmünchen, ein Selbstporträt oder auch ein Kinderbild Die Gäste standen noch lange beisammen und ließen die Werke auf sich wirken. Vielleicht ist bei dem einen oder anderen der berühmte „Funke“ über gesprungen. Der Funke, von dem Claudia Gerstendorff so gerne spricht und den sie gerne weitergibt.

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