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Benefizaktion

Malteser erfüllen Herzenswunsch

Schwerkranke Margit Petschko aus Bad Kötzting besucht dank Benefiz-Aktion eine Vorstellung des Circus Krone in München.

Entspannung in der Pause der Zirkusvorstellung: Peter Zistler (vo. v. l.) mit seiner Mutter Margit Petschko und Tochter Christine Meier mit Luisa Gutsmiedl, Alexandra Bengler und Christian Bauer vom Malteser Herzenswunschteam Foto: Malteser/Bengler
Entspannung in der Pause der Zirkusvorstellung: Peter Zistler (vo. v. l.) mit seiner Mutter Margit Petschko und Tochter Christine Meier mit Luisa Gutsmiedl, Alexandra Bengler und Christian Bauer vom Malteser Herzenswunschteam Foto: Malteser/Bengler

Bad Kötzting.Einmal noch eine Zirkus-Vorstellung besuchen – das war der Herzenswunsch der schwerkranken Margit Petschko. Die 76-Jährige lebt in der Seniorenresidenz Benediktus, ist schwer erkrankt und auf den Rollstuhl angewiesen, muss immer wieder liegen. Als ihre Tochter Christine Meier vom Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen erfuhr, sah sie darin die Möglichkeit, ihrer Mutter diesen Wunsch zu erfüllen.

„Dieses Angebot passt perfekt zu uns Maltesern, da wir beides machen: Rettungsdienst und Hospizdienst.“, sagt Carsten-Armin Jakimowicz, der Amberger Stadt- und Kreisbeauftragte der Malteser. „Der Herzenswunsch-Krankenwagen erweitert unser Angebot in der Hospizarbeit, in der wir schon seit vielen Jahren aktiv sind.“

Rettung

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Die Rötzer Malteser sind immer einsatzbereit. Jede Schicht läuft anders. Und aus dem Nichts kann es plötzlich um alles gehen.

Die Waffenbrunnerin Christine Meier hatte vom Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen aus der Rundschau erfahren und sofort angerufen, damit der Wunsch ihrer Mutter so bald wie möglich in Erfüllung gehen konnte. Nach dem Erstkontakt gab es eine Menge zu organisieren: Braucht Margit Petschko während des Transports Sauerstoff und Medikamente, oder pflegerische Hilfeleistungen benötigt werden, ob und wie sie transportiert werden kann, wer der Ehrenamtlichen Urlaub erhält und in welchen Zirkus die Fahrt gehen soll.

Spezial-Stuhl von Zimmermann

Weil Margit Petschko sich selbst gerne an einen Besuch im Circus Krone vor 20 Jahren erinnert und auch ihr Sohn in München wohnt, war das Ziel schnell gefunden. Nach den ärztlichen Aussagen musste ein Liegendtransport durchgeführt werden, während der Zirkusvorstellung sollte die Patientin dann in einem besonderen Mobilitätsrollstuhl sitzen.

Trotz der schnellen Entscheidung wurde es für alle Beteiligten während der Planung noch spannend. Circus Krone kann aufgrund der baulichen Situation für jede Vorstellung lediglich vier Rollstuhlplätze anbieten, die beim zwei Wochen vor Veranstaltung beginnenden Verkauf oft schnell ausverkauft sind. Und so begann ein Wettlauf gegen die Zeit, der letztendlich ein glückliches Ende fand. Gleichzeitig galt es, für Margit Petschko den speziellen Rollstuhl zu organisieren, der schließlich vom Sanitätshaus Zimmermann in Straubing für diese Fahrt kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

„Meine Mutter hat an diesem Tag für ein paar Stunden ihre Krankheit vergessen.“

Christine Meier

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, konnte Margit Petschko in Begleitung ihrer Tochter Christine von zwei ehrenamtlichen Maltesern im Herzenswunsch-Krankenwagen zur Zirkusvorstellung nach München gefahren werden. Während der Fahrt schlief sie entspannt, um Kräfte für die Vorstellung zu sammeln. In München wurde sie von Sohn Peter erwartet und dem Team von Circus Krone. Gemeinsam schnupperte die Familie auf den besten Plätzen Zirkusatmosphäre und fieberte bei den Akrobatiknummern mit. Ein besonderes Highlight war für die Katzenliebhaberin Margit Petschko – die eigens mit Katzenkissen angereist war – dass Circus Krone sogar eine Katzendressur im Programm hatte.

Nach der Vorstellung, die die Familie müde, aber gelöst und entspannt verließ, brachte der Herzenswunsch-Krankenwagen Mutter und Tochter wieder zurück nach Bad Kötzting.

Tochter spendet für Aktion

Die Malteser Luisa Gutsmiedl und Christian Bauer von der Rettungswache Rötz, die die Fahrt durchführten, kamen selbst ins Schwärmen. „Ich fahre seit Jahren im Rettungsdienst und eine Herzenswunschfahrt ist so besonders, weil man die Menschen persönlich kennenlernt. Das ist immer sehr emotional.“, sagt Notfallsanitäter Christian Bauer. Ein besonderer Tag war es auch für Luisa Gutsmiedl. Für die Rettungssanitäterin und angehende Notfallsanitäterin war es die erste Herzenswunschfahrt. „Es ist auch für einen selbst ein tolles Gefühl zu sehen, dass der Gast Spaß hat und sein Wunsch erfüllt wird. Ich sehe das nicht als Job sondern als Ehre, den Herzenswunsch eines Menschen erfüllen zu dürfen.“

Die Maltester-Hilfsaktion

  • Schnelligkeit:

    Unheilbar kranken Menschen einen letzten Wunsch erfüllen und sie zu ihrem Wunschort zu fahren, das macht der Malteser Herzenswunsch-Krankenwagens. Seit Juni gibt es in Ostbayern diesen Dienst für Menschen in einer hospizlichen Situation. Für den Dienst haben die Malteser eine Koordinierungsgruppe mit ärztlicher Begleitung eingerichtet. Sie entscheidet kurzfristig, ob ein Wunsch erfüllt werden kann und ob der Zustand des Betroffenen die Erfüllung zulässt.

  • Mitmachen:

    Wer jemandem einen letzten Herzenswunsch erfüllen oder spenden möchte, kann sich an die Koordinatorin des Dienstes, Rebecca Marchese, wenden. Kontakt: Telefon (08 71)  9 23 30 40, rebecca.marchese@malteser.org.

  • Spendenkonto:

    online unter www.malteser-regensburg.de oder über das Spendenkonto der Pax Bank, IBAN: DE79 3706 0120 1201 2186 55, BIC: GENODED1PA7, Stichwort: Herzenswunsch.

Einmal noch… für ein paar Stunden aus dem Krankenhaus oder dem Hospiz herauszukommen und etwas persönlich Wichtiges erlebt oder zu Ende geführt zu haben, das steckt hinter der Idee des Malteser Herzenswunsch-Krankenwagens. Der Dienst ist für die Betroffenen kostenlos und wird rein über Spenden finanziert.

Tochter Christine Meier ist daher nun selbst aktiv geworden und hat mit ihrem Mann einen Spendentopf insLeben gerufen, der demnächst übergeben werden soll. „Meine Mutter hat an diesem Tag für ein paar Stunden ihre Krankheit vergessen. Ich möchte mithelfen, dass das auch andere einmal erleben können.“

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