MyMz
Anzeige

Mammutaufgabe für den AZV

Der Abwasserzweckverband Lamer Winkel genehmigte Haushaltssatzung und -plan 2020. Sanierung kostet siebenstellig.
Maria Frisch

Der Abwasserzweckverband Lamer Winkel tagte.
Der Abwasserzweckverband Lamer Winkel tagte. Foto: Jens Büttner/picture alliance/dpa

Lohberg.Nach der Besichtigung der Kläranlage Lamer Winkel in Ottenzell wurde die Sitzung des Abwasserzweckverbands Lamer Winkel im Lohberger Dorfstadl einberufen. Das Gremium beriet das weitere Vorgehen bei der Sanierung. Außerdem gaben die Verbandsräte ihr Einverständnis zur Haushaltssatzung und zum Etatplan 2020.

Technischer Geschäftsleiter Andreas Gmeinwieser machte wegen des immens umfangreichen Zahlenwerks den Vorschlag, einen eigenen Sitzungspunkt für die Sanierung anzusetzen. Es liege mittlerweile ein Sanierungsplan vor, der die Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten bis 2032 verteile. Dieser Zeitraum erscheine den Verantwortlichen zu langwierig. Andreas Gmeinwieser hat fünf Angebote von renommierten Ingenieurbüros vorliegen. Er legte dem Gremium nahe, drei davon auszuwählen und deren Referenzanlagen zu besichtigen. „Soviel wie notwendig, aber nicht mehr als nötig“, vertrat Verbandsvorsitzender Franz Müller die Marschroute.

Andreas Gmeinwieser informierte das Gremium noch über die durchgeführte Funktionsaufnahme der Kläranlage mit Betongutachten. Das Ergebnis der Stellungnahme zur Frage „Neubau oder Sanierung “ war eindeutig „Sanierung des Bestands mit Erweiterung der Becken, Gebäude“.

„Geringe Abwassergebühren“

„Wir haben mit 1,60 Euro geringe Abwassergebühren“, erinnerte Müller. „Wenn wir das Maßnahmenpaket auf relativ kurze Zeit umsetzen würden, müssten wir die Verbrauchgebühren drastisch erhöhen und auch noch Verbesserungsbeiträge verlangen.“

Das Gremium genehmigte im weiteren Verlauf das Protokoll der letzten öffentlichen Sitzung. Den Verbandsräten war der Haushaltsplan mit den dazugehörigen Anlagen zur Einsichtnahme zugesandt worden. Der vorgelegte Verwaltungsentwurf des Haushalts 2020 schließt im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben von 971 800 Euro (plus 6,27 Prozent gegenüber 2019). Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 280 100 Euro, das sich gegenüber den eingestellten 340 100 Euro des Vorjahres um 17,64 Prozent verringerte. Der Gesamthaushalt 2020 beziffert sich somit auf 1 251 900 Euro. „Der Verwaltungshaushalt ist mit den Personalkosten, dem Unterhalt der gesamten Anlagen, den Abschreibungen und so weiter nahezu vorgegeben“, betonte Franz Müller. Die voraussichtliche Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt betrage 134 834 Euro.

Problemstoffe

  • Medizin:

    Franz Müller sprach an, dass viele Medikamente ins Abwasser gelangen, weil die Bevölkerung zu arglos damit umgehe. Mikroplastik sei im Lamer Winkel erfreulicherweise nicht das große Thema, weil hauptsächlich Bergquellen das Trinkwasser lieferten.

  • Wasserqualität:

    In Gebieten, wo es aus dem Grundwasser entnommen werde, müsse auch an dieser Front gekämpft werden. (kfl)

„Gravierende Veränderungen im Verwaltungsetat hatten wir von 2019 auf 2020 nicht“, fasste Franz Müller zusammen. Bezüglich der Sanierung der Kläranlage werden Ingenieurskosten mit einer Honorarsumme von 40 000 Euro eingestellt. Die Einnahmen von 35 000 Euro sind Herstellungsbeiträge. In der Haushaltssatzung sind diese Zahlen nochmals zusammengefasst. Kredite zur Finanzierung der Haushalte nimmt der Verband nicht in Anspruch.

Limit für Kassenkredite

Betriebskosten- und Investitionsumlage werden nicht festgesetzt. Der Höchstbetrag der Kassenkredite wird auf 140 000 Euro festgesetzt. Die Verbandsräte genehmigten Haushaltssatzung und –plan einstimmig. „Es ist ein wirklich solider Haushalt“, kommentierte Franz Müller. (kfl)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht