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Maria als mitleidende Mutter

Dieses Thema stand bei der ersten Rötzer Maiandacht im Mittelpunkt. Ab Dienstag dürfen Gläubige wieder Gottesdienst feiern.
von Günther Hofmann

Pfarrer Alexander Dyadychenko spendete seinen Segen. Wegen technischer Probleme konnten die Maiandacht und auch der Segen nicht online ins Netz gestellt oder abgerufen werden. Foto: Günther Hofmann
Pfarrer Alexander Dyadychenko spendete seinen Segen. Wegen technischer Probleme konnten die Maiandacht und auch der Segen nicht online ins Netz gestellt oder abgerufen werden. Foto: Günther Hofmann

Rötz.„Gnadenmutter du von Rötz, Gruß Dir tausendmal! Schütze deine Kinder stets, schütz‘ das Schwarzachtal!“ Mit dem Wallfahrtslied zur Schmerzensmutter von Rötz begann die erste Maiandacht am vergangenen Freitag in der St. Martinskirche in Rötz.

Der erste Mai gilt für viele als Zeichen des Neuen und des Beginns. In ein paar Tagen soll es wieder öffentliche Gottesdienste geben – in diesen Tagen ist auch das eine Chance zum Neuanfang. Und mit Gott und der Gottesmutter Maria sei das immer möglich. Mit diesen Worten leitete Pfarrer Alexander Dyadychenko seine Andacht zum Thema „Mitleidende Gottesmutter Maria“ ein. Die Lesung aus dem Johannesevangelium, bei dem die Mutter Jesu unter seinem Kreuz steht, leitete zu einer Betrachtung über. Diese sollte zeigen, dass Maria das Ringen Jesu mit dem Tod erlebt habe. Für Maria spanne sich der Bogen zurück in den Tempel. Sie erinnere sich an den greisen Simeon und sein preisendes Wort, aber auch an seine Weissagung: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen!“ Nun erfülle sich dieses Wort. Und das Schwert schneide scharf und tief in ihre Seele ein. Auch heute müssten tausende Mütter erleben, wie ihre Kinder qualvoll sterben . Bei einer Krankheit könnten Ärzte zumindest die Schmerzen oft noch lindern. Aber im Säbelrasseln und im Kugelhagel der Kriege lindere niemand die Qual der Leidenden, und vielen Müttern bleibt nichts anderes möglich, als hilflos dabei zu stehen.

Nach dem Lied „Ave Maria“ widmete sich Pfarrer Dyadychenko einer Besonderheit der vielen Darstellungen von Maria. Meist werde sie mit Krone als Himmlische Königin abgebildet. Doch Maria sei nicht nur eine Himmlische Königin, sondern eben auch eine mitleidende Mutter. Wie das Evangelium erzähle, stehe sie unter dem Kreuz. An diesem Ort sei sie keine Himmlische Königin. Dort sei nichts zu erkennen von Glanz und Macht, nur ihr Schmerz stehe im Mittelpunkt. Maria sei aus genau diesem Grund eine gute Fürsprecherin in einer Not: weil sie den Tod des eigenen Sohnes miterleben musste. Und auch heute leide die Gottesmutter Maria mit uns, in dieser schweren und schwermütigen Zeit. Mit Bittrufen und dem Lied „Regina Coeli“ endete die erste Maiandacht, die noch Gläubige stattfinden musste. Doch für die gibt es Hoffnung: Ab Dienstag dürfen Gottesdienste wieder besucht werden. Dafür sind aber strenge Regeln zu beachten. In der Kirche ist der Abstand von zwei Metern zu wahren. Auf dem Boden der Martinskirche sind die Wege mit roten Pfeilen und auch die Sitzplätze markiert.

Nur Personen, die in einem Haushalt wohnen, dürfen auch zusammensitzen. Für Sonntagsgottesdienste gibt es Ordnerdienste. Diese sind vor Beginn des Gottesdienstes anwesend. Wenn kein Open-Air-Gottesdienst möglich ist, sind die Plätze in den Kirchen wegen der Abstandsregelung begrenzt. Die Ordner werden dann kontrollieren, ob alle ausgewiesenen Plätze belegt sind. Wenn ja, darf die Kirche niemand mehr betreten. Pfarrer Alexander Dyadychenko freut sich darauf, endlich wieder Gottesdienst mit seiner Gemeinde feiern zu können, gemeinsam zu beten und zu singen.

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