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Menschen

Maria Schneider, die Seele von Döfering

Vereine, allen voran „ihr“ OGV, ließen die Jubilarin zum 75. hochleben. Auch der Bürgermeister zieht den Hut: Ein Vorbild.
Von Petra Schoplocher

Geherzt wurde Maria Schneider von den Mitgliedern „ihres“ Obst-und Gartenbauvereins an ihrem 75. Geburtstag. Kein Wunder, ist sie doch dessen Seele, wie ihr Nachfolger Michael Stautner nicht müde wird, zu betonen. Foto: Schoplocher
Geherzt wurde Maria Schneider von den Mitgliedern „ihres“ Obst-und Gartenbauvereins an ihrem 75. Geburtstag. Kein Wunder, ist sie doch dessen Seele, wie ihr Nachfolger Michael Stautner nicht müde wird, zu betonen. Foto: Schoplocher

Schönthal.Es gibt Geburtstage – und es gibt Geburtstage wie den von Maria Schneider. An denen Ehrenamt auf einmal mehr wiegt als eine Zahl.

Egal, wen man bei der Feier gefragt hat, eines fiel allen zu der frischgebackenen 75-Jährigen ein: „Sie ist einfach immer da, wenn sie gebraucht wird.“ Das gilt für „ihren“ Obst- und Gartenbauverein ebenso wie für den Kirchenchor, die Feuerwehr, den Waldkapellenverein Rhan oder die Pfarrei.

Kein Wunder, dass Schönthals Bürgermeister Ludwig Wallinger dann von ihr als einem Glücksfall spricht, wie ihn sich jede Gemeinde nur wünschen kann. „In jeder Hinsicht beispielhaft“, beschreibt er das Engagement der 75-Jährigen. Dabei hatte Maria Schneider ihren Ehrentag erst gar nicht feiern wollen. 2016 nämlich war ihr Mann just an ihrem Geburtstag ins Koma gefallen und knapp zwei Wochen später gestorben. Ein Bild am Familientisch sorgte dafür, dass ihr Josef doch irgendwie dabei war. Was umso berührender war, als die Döferingerin ihre Begrüßungsrunde mit einem Vater Unser, vor allem für „all unsere lieben Verstorbenen“, begann.

Herzensthema Seniorenarbeit

„Sie ist eine Seele von Mensch“, war das Erste, was Michael Stautner, ihr Vorgänger an der Spitze des OGV, zu Maria Schneider einfiel. Sie leiste „mehr als sehr viel“. Das betreffe nicht nur „seinen“ Verein, sondern auch die Seniorennachmittage der Pfarrei, die sie zusammen mit ihrem Mann vor über 30 Jahren ins Leben gerufen hatte und die sie immer noch mit viel Zeit- und Gefühlsaufwand plant, organisiert und umsetzt. Gut möglich, dass sie nicht nur die Tische dekoriert, sondern auch noch einen Kuchen bringt...

Ins gleiche Horn stieß Pfarrer Alfons Eder, der bereits am Morgen gratuliert hatte. Sie gestalte und helfe mit, „man kann immer auf sie zählen“ lobte der Geistliche. Das betreffe die weltlichen Vereine ebenso wie die kirchlichen und die Pfarrei, „das ist in Dörfern wie Döfering ohnehin kaum zu trennen.“ Ganz praktisch sei ihm Maria Schneider aber auch im Gottesdienst eine Hilfe. „Sie stimmt die Lieder an, das tut sehr gut“, gibt Eder zu.

Maria Schneider ließ sich an ihrem große Tag gerne in die Mitte nehmen, von ihrer Familie und je einem Vereinsvertreter. Foto: Schoplocher
Maria Schneider ließ sich an ihrem große Tag gerne in die Mitte nehmen, von ihrer Familie und je einem Vereinsvertreter. Foto: Schoplocher

Ludwig Wallinger ergänzt, dass sich Maria Schneider bei all ihrem Einsatz dennoch am liebsten im Hintergrund hält. „Sie ist so rührig“, lobt er und verweist auf von ihr organisierte Veranstaltungen und Exkursionen, die OGV-Kindergruppe „Freche Früchtchen“ unterstützt sie nach Kräften. Persönlich zieht er den Hut, weil sie sich nach dem Tod ihres Mannen nicht unterkriegen ließ und dessen Engagement in vielen Bereichen weiter geführt habe. „Das zeichnet sie absolut aus“, findet das Gemeindeoberhaupt.

Zu den übernommenen Aufgaben zählt auch die Berichterstattung für unsere Zeitung. „Ich musste mir alles beibringen“, erinnert sie sich an die Zeit nach dem Tod ihres Mannes. „Irgendwie ging’s und geht’s schon“, lässt sie ihr Kämpferherz durchblicken.

Bei der Geburtstagsfeier in der Klosterschänke Schönthal bemühten sich die Vereine, ein wenig von dem zurückzugeben, was ihnen die 75-Jährige gegeben hat. Der Kirchenchor unter Leitung von Barbara Zwicknagl sang Glückwunschlieder und der OGV, der mit Vorstand und dem Pressteam stark vertreten war, hatte eine Collage und zwei Gedichte verfasst. „Der OGV und Döfering werden dir das ewig danken“, hieß es da. Für die „Kräuterhexe“ Maria gab es Nachschub in Topfform.

Warum tut man das Alles? „Es ist schön, wenn man den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann“, sagt Maria Schneider.

Geprägt von Musik und Ehrenamt

  • Stimmgebend:

    Seit 65 (!) Jahren singt Maria Schneider schon im Kirchenchor, eine Urkunde für 60 Jahre von Bischof Rudolf Voderholzer hält sie in Ehren.

  • Golden:

    Bereits 2014 zeichnete der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege die Döferingerin mit der Verdienstmedaille in Gold aus.

  • Miteinander:

    Mit ihrem Mann Josef, später Ehrenmitglied des Oberpfälzer Volksliedkreises, organisierte und bereicherte sie unzählige Veranstaltungen des Verbands.

  • Ideenreich:

    Als Pfarrgemeinderatsvorsitzende initiierte Schneider unter anderem die ersten Ehrungen für Ehejubilare, etablierte Kinderbibelwoche und Familiengottesdienste. Die Seniorenarbeit liegt ihr immer noch besonders am Herzen. Mindestens einmal im Monat organisiert sie eine Veranstaltung.

  • Ausgezeichnet:

    Im Jahre 2006 verlieh der damalige Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber Maria Schneider das „Ehrenzeichen für langjährige Verdienste von im Ehrenamt tätige Frauen und Männer“.

Enkelin ist der ganze Stolz

Auch wenn es keine Geburtstagsfeuer war – Schneider hatte diesen Ausdruck vermieden – fühlte sich die Jubilarin sichtlich wohl im Gratulantenkreis aus zwei Söhne mit Familien, Nichten und Neffen sowie Schwester und Schwägerinnen, Nachbarn und Freunde. Die 14-jährige Enkeltochter Marlen ist Omas Augapfel, „ich bin sehr stolz auf sie“, verrät die 75-Jährige.

Ihre musikalischen Wurzeln hatte Maria Schneider als Teil der „Steindl Kinder“ – dahinter verbergen sich sie und ihre beiden Schwestern sich – , die 1953 beim 3. Böhmerwaldsingen in Waldmünchen ihren ersten großen Auftritt hatten. Gerne erinnert sich die 75-Jährige an Darbietungen bei Ministerpräsident Alfons Goppel, Rundfunkaufnahmen und den Besuch eins Filmteams in den 1980er Jahren. Beeindruckend sei auch ein Mariensingen am Münchner Marienplatz gewesen. Dann ist es aber auch schon wieder genug mit dem Rückblick, schließlich steht der nächste Seniorennachmittag an. „Da haben wir einige Geburtstagskinder“, erzählt Maria Schneider. Sich selbst erwähnt sie nicht.

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