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Wahlkampf

Mautgebühr bringt Probleme ins Grenzland

Die Grenzlandliste Großaign-Kleinaign hatte Landrat Franz Löffler zu Gast, um ihre Ziele abzustecken.

Landrat Franz Löffler stellte am Dienstag vor mehr als 60 Zuhörern seine Ziele vor.  Foto: Schillbach
Landrat Franz Löffler stellte am Dienstag vor mehr als 60 Zuhörern seine Ziele vor. Foto: Schillbach

Eschlkam.Kein Platz war am Dienstagabend im Gasthaus Hastreiter mehr frei bei der Versammlung der Grenzlandliste Großaign-Kleinaign, bei der Landrat Franz Löffler Gastredner war. Listenführer Eduard Stoiber stellte seine 16 Gemeinderatskandidaten vor.

Für die Deutsch-Tschechische Bürgerinitiative gegen den Schwerlastverkehr sprach zuerst Xaver Brandl. Als die Baumaßnahme Penzenbrücke gelaufen ist, sei der Verkehr trotz Ampelregelung einigermaßen erträglich gewesen, der internationale Schwerlastverkehr sei großräumig umgeleitet worden. Nur der regionale Lkw-Verkehr habe diese Strecke genutzt. Seit die Baumaßnahme „Brücke“ beendet sei, sei der Verkehr von Woche zu Woche steigend, so Brandl.

Dank der Marktgemeinde wurde ein Messgerät in Großaign, dass den Verkehr genau aufzeichnet, installiert. So werden täglich alle Fahrzeuge gezählt und nach Fahrzeugklassifizierung aufgezeichnet. Am Sonntag wurden bis zu 150 Lkw gezählt, so dass selbst an diesem Tag keine Ruhe sei. Dazu seien die 5,60 Meter breiten Straßen einfach zu eng. „Diese Lkw-Titanen gehören auf die Autobahnen“, so der Redner. So müsse das Ziel die Sperrung auf 12,2 Tonnen sein, forderte Xaver Brandl stellvertretend für alle Betroffenen.

Mutter vom „Eiwahof“

Er kenne die Probleme der Menschen hier, so Landrat Franz Löffler. Denn es sei ja seine „zweite Heimat“, seine Mutter stammt vom „Eiwahof“ in Neuaign ab. Wer nicht aus der kommunalen Ebene komme, werde sich schwer tun, denn in einer Kommune kämen alle Situationen auf den Tisch. So sei er der Meinung, dass der, der für den Bundestag kandidiere und eine gute Politik machen wolle, aus der kommunalen Ebene kommen müsse, um richtige Entscheidungen treffen zu können. Er sei zehn Jahre Landrat und Bezirkstagspräsident, sei acht Jahre Bürgermeister gewesen, dazu fühle er sich mit 58 Jahren nicht zu alt für das Amt, er sei noch voller Tatendrang. Er wolle den Landkreis noch weiter voranbringen, aber er wolle eines nicht: dem Bürger etwas schönreden. Er wolle ehrlich sein, so Löffler, auch wenn’s dem einen oder anderen nicht passe.

Im Landkreis laufe alles so weit gut, es sei eine ständige Steigerung der Arbeitsplätze zu verzeichnen gewesen, aber es könne schnell anders werden – das sehe man an Conti. Die Arbeitsplätze von morgen zu sichern, sei ein wichtiges Thema. Vor allem brauche der Landkreis Facharbeiter.

Was ihn besonders freue, sei, dass junge Menschen heute wieder gern hier bleiben. In den letzten Jahren sei die Wertigkeit der Ausbildungsstruktur erkannt worden. Die Fachkräftesicherung für die Infrastruktur von morgen sei ein weiteres wichtiges Thema. Eine Verbesserung im Schienen- und Straßenverkehr müsse erfolgen, damit das Ganze nachhaltiger werde.

Zur Integration meinte der Landkreischef, 60 Millionen Menschen seien weltweit auf der Flucht, es müssten in den Ländern Möglichkeiten geschaffen werden, dass die Menschen in ihrer Heimat bleiben könnten.

Seit der Grenzöffnung habe sich bei uns die Infrastruktur Straße enorm verbessert.

Die Hürde ist hoch

Dann kam Landrat Löffler auf den Schwerlastverkehr zu sprechen, der die Großaigner am meisten bewegt. Er könne es gut nach vollziehen, wenn täglich bis zu 600 Lastwagen oder noch mehr durch die Ortschaften an den Fenstern vorbei fahren. Nach der Grenzöffnung vor 30 Jahren hätte man bereits den Grundstein für eine Ortsumgehung legen sollen, dann hätte sich alles anders entwickelt. Aber so stehe man vor einer Hürde – keiner wisse, wie diese am besten zu nehmen sei.

Mautgebühr nicht überall

Das größte Problem sehe die Bürgerinitiative, so wie er selbst, in der neuen Mautgebühr in Tschechien, so das noch mehr Lkw aus Bulgarien, Rumänen, Slowakei auf deutschen Boden ausweichen werden. Vor allem liege dies daran, weil eben nicht alle Strecken bemautet werden, so Löffler. Die Strecke über den Grenzübergang Eschlkam sei mautfrei, darin liege das Übel. So müsste der Transitverkehr weiter wie bei der Brückenbaumaßnahme großzügig umgeleitet werden, regte Löffler an. Aber jeder müsse bedenken, dass er sich als Chef der Verwaltungsbehörde Landratsamt auch in einem gesetzlich vorgegebenen Rahmen bewege. Nach der Grenzöffnung wurde bereits über eine Ortsumgehung diskutiert. „Wir müssen einen offenen Dialog führen und uns dafür einsetzen, was für uns das Beste und realistisch ist“, so das allgemeine Resümee.

Glasfaser in alle Haushalte

Landrat Löffler sprach noch eine Bandbreite von Themen an, wie die Breitband-Versorgung, die heute so wichtig wie Strom und Wasser sei. Besonders in der Marktgemeinde Eschlkam, wo Randlagen immer noch nicht richtig erschlossen seien. Der Landkreis habe das Ganze selbst in die Hände genommen – es sei die schwierigste Zeit in seiner bisherigen ganzen Amtszeit gewesen, bekannte Landrat Löffler.

Im Februar würden die Ausschreibungen vergeben, im Westen des Landkreises werde mit dem Ausbau begonnen. Es werde dann mit jeder Gemeinde alles ausdiskutiert, es sei mit einem Zeitfenster von etwa dreieinhalb Jahren zu rechnen, jedes der 47 000 Anwesen werde am Glasfasernetz angeschlossen sein. Bürgermeister Sepp Kammermeier und Dritter Bürgermeister Eduard Stoiber sensibilisierten alle Anwesenden, am 15. März zur Wahl zu gehen oder Briefwahl zu machen und Landrat Franz Löffler ihre Stimme zu geben – ebenso den 20 Kandidaten auf der Hohenbogenliste. (kbi)

Gesundheit

  • Krankenhaus:

    Auch die Krankenhaus- und Hausärztesituation wurde ausgiebig diskutiert. Dazu brachte es Xaver Brandl auf den Punkt: Bevor das Kötztinger Krankenhaus vor 20 Jahren neu gebaut wurde, hätte seiner Meinung nach ein zentrales Krankenhaus in der Nähe des Satzdorfer Weihers gebaut werden sollen. Dieser Meinung schloss sich Landrat Löffler an.

  • Arztpraxen:

    Auch Hausarztpraxen zu besetzen, werde immer schwieriger, so suche er händeringend einen Kinderarzt für Furth im Wald und Waldmünchen, so Löffler. Der Trend gehe heute dahin, dass mehrere Ärzte sich in einer Praxis zusammenschließen. Nötig sei auch eine Kinderklinik, so eine Stimme – es könne nicht sein, dass Eltern ihre kranken Kinder nach Regensburg oder Straubing fahren.

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