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Gastronomie

McDonald’s bedient seine Chamer Gäste

Michael E. Heinritzi hat rund eine Million Euro ins McDonald’s-Restaurant in Cham gesteckt, ausgebaut und aufgerüstet.
Von Johannes Schiedermeier

Die Mannschaft steht und das neue Restaurant-Konzept mit Bedienungs-Service auch. Präsentiert wurde es von Franchisenehmer Michael E. Heinritzi, Gästebetreuerin Kathi Gellert, Restaurantleiterin Cornelia Schulz, Gebietsleiterin Martina Rosenhammer und Schichtleiter Karel Kugovec. Foto: Schiedermeier
Die Mannschaft steht und das neue Restaurant-Konzept mit Bedienungs-Service auch. Präsentiert wurde es von Franchisenehmer Michael E. Heinritzi, Gästebetreuerin Kathi Gellert, Restaurantleiterin Cornelia Schulz, Gebietsleiterin Martina Rosenhammer und Schichtleiter Karel Kugovec. Foto: Schiedermeier

Cham.Martina Rosenhammer tippt auf das Display über der Ausgabestation und auf einem Tisch im Kinderbereich leuchtet die Nummer 141 auf. Die Gebietsleiterin schnappt sich das Menü-Tablett und marschiert nach hinten. Dort steht prompt der Tischaufsteller 141. Sie grinst: „Klappt, oder?“

Das Geheimnis hinter dem Gäste-Ortungssystem: Der Gast hat sein Menü selbst am digitalen Bestell-Terminal eingetippt und den Tischaufsteller mitgenommen. Der wird anschließend über Bluetooth geortet, bis hinaus ins Freigelände.

800 000 Gäste im Jahr in Cham

Restaurantleiterin Cornelia Schulz und das Geheimnis der Gäste-Ortung: Der Tischaufsteller wird mitgenommen und ist per Bluetooth für das Personal zu orten. So wandert der Burger automatisch dem Kunden hinterher. Foto: Schiedermeier
Restaurantleiterin Cornelia Schulz und das Geheimnis der Gäste-Ortung: Der Tischaufsteller wird mitgenommen und ist per Bluetooth für das Personal zu orten. So wandert der Burger automatisch dem Kunden hinterher. Foto: Schiedermeier

Mehr als eine Million Euro hat Michael E. Heinritzi in den Chamer Mc investiert. Heute ist er von Kitzbühel nach Cham gekommen, um die Neuerungen selbst rüberzubringen. Cham ist seit kurzem ein „5 Sterne McDonald’s Restaurant“: Neues Service- und Küchenkonzept, digitale Bestellung, mehr Spielangebote für Kinder und – Bedienung am Tisch. Heinritzi sieht im Standort Cham großes Potenzial: „Hier haben wir 800 000 Gäste pro Jahr und 3,5 Millionen Umsatz – und das war vor dem Umbau und dem neuen Konzept.“ Hier seien 51 Mitarbeiter beschäftigt, 90 Prozent von ihnen in Teilzeit. Natürlich dürfe man nicht an jedem Standort gleich mit einer Amortisation der Kosten innerhalb von sechs Jahren rechnen, aber Cham ...

Michael E. Heinritzi

  • Der Mann

    Michael E. Heinritzi (66) betreibt 50 McDonald’s-Restaurants und ist damit Europas Nummer 1 unter den Franchisenehmern. Heinritzi kommt aus der Hotellerie und war für Sheraton und Steigenberger bis in die Karibik tätig.

  • Der Weg

    Später war er Gastro-Berater bei Lufthansa, bevor es ihn in die Heimat zog. Seit 36 Jahren baut er sich nun ein Netz aus Fastfood-Restaurants auf. Sein erstes McDonald’s stand in Rosenheim.

  • Der Standort

    In Cham hat Heinritzi mehr als eine Million Euro investiert. Er baute innen komplett um, rüstete ein Service-System auf und vergrößerte das Restaurant selbst.

  • Der Umsatz

    Langfristig sei das Geld gut angelegt, sagt der Chef. Cham habe einen Jahresumsatz von 3,5 Millionen Euro und rund 800 000 Gäste pro Jahr. „Die Investition war notwendig, ist aber gut angelegt, weil wir hier langfristig denken und nicht nur im schnellen Euro.“

Der Unternehmer leitet inzwischen 50 Schnellrestaurants und ist damit der größte Franchisenehmer von McDonald’s in Europa. Was er in Cham anbietet, hat woanders schon eingeschlagen: iPads an den Sitzplätzen, gratis WLAN und ein Tischservice, der genauso schnell funktionieren soll, wie die Selbstabholung früher. Das Einzige, was der Gast noch tun muss: Er bestellt selbst am Touchscreen gleich beim Eingang. „Es hat Leute gegeben, die rückwärts wieder raus sind und gesagt haben: Den neumodischen Schrott wollen wir nicht“, erzählt Heinritzi. In Cham versucht er gegenzusteuern mit Gästebetreuern. Wer selbst nicht will, für den wird das Menü eingetippt. Und selbst die altmodische Selbstabholung ist noch möglich.

Und Heinritzi schildert einen weiteren Kundenvorteil: Jeder kann seinen Burger selbst mit Zutaten individualisieren. Jede Position hat selbstverständlich ihren Aufpreis. Die ebenfalls komplett umstrukturierte Küche arbeitet auf Abruf. Jeder Auftrag wird frisch zusammengestellt.

Der dicke Burger

Zusätzlich gibt es jetzt mit 150 Gramm Fleisch noch einen besonders dicken Burger. „Ist das noch gesund?“ – Heinritzi bleibt gelassen: „Das kommt immer darauf an, wie oft Sie das essen und wie Sie sich sonst ernähren. Wieso sollte der Burger ungesund sein, wenn Sie den nicht jeden Tag essen ...“

Mehr als eine Million Euro hat Michael E. Heinritzi in den McDonald’s-Standort Cham investiert. Er ist sicher, dass sich das bei rund 800 000 Gästen pro Jahr rentieren wird: „Wir rechnen langfristig!“ Foto: Schiedermeier
Mehr als eine Million Euro hat Michael E. Heinritzi in den McDonald’s-Standort Cham investiert. Er ist sicher, dass sich das bei rund 800 000 Gästen pro Jahr rentieren wird: „Wir rechnen langfristig!“ Foto: Schiedermeier

Wie managt man 50 McDonald’s? Mit gutem Personal, sagt Heinritzi. Er verweist auf seine Gebietsleiterin Martina Rosenhammer (zuständig für acht Restaurants in Niederbayern und der Oberpfalz), auf die Chamer Restaurantleiterin Cornelia Schulz und auf Schichtleiter wie Karel Kugovec. „Das sind gute Leute, die bei uns ausgebildet wurden und groß geworden sind. Die kommen alle aus dem System. Deswegen klappt das.“ Allerdings räumt Heinritzi ein, dass es mit dem personal nicht mehr so einfach ist. „Wir haben festgestellt, dass man es in industriellen Boomregionen schon schwer hat. Bei Sonn- und Feiertagsdiensten und Nachtschichten kann man da schwer konkurrieren, auch wenn wir dafür zusätzlich bezahlen.“

Wie kommt jemand nach Steigenberger, Sheraton und Lufthansa-Gastro auf McDonald’s? „Es war immer schon mein Traum, selbstständig zu sein. Irgendwann hat mich vor 35 Jahren einer von McDonald’s angeredet und gesagt: Du wärst genau der Richtige für uns. Der hatte Recht“, sagt Heinritzi.

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