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Region Cham
Dienstag, 19. Juni 2018 24° 3

Sicherheit

Mega-Feuerwehrübung im Landkreis Cham

Das gab’s noch nie: Rund 2500 Einsatzkräfte aus 15 Rettungsorganisationen üben im Juni in Chamerau den Katastrophenfall.
Von Alois Dachs

So wie bei der Großübung 2007 am Osser sollen im Juni auch bei Chamerau zahlreiche Einsatzkräfte gemeinsam den Katastrophenfall üben. Foto: Rabl-Dachs
So wie bei der Großübung 2007 am Osser sollen im Juni auch bei Chamerau zahlreiche Einsatzkräfte gemeinsam den Katastrophenfall üben. Foto: Rabl-Dachs

Chamerau.„Wir üben etwas, was hoffentlich nie passieren wird“, waren sich Landrat Franz Löffler als Chef der Katastrophenschutzbehörde, Kreisbrandrat Michael Stahl und Rettungsdienstleiter Michael Daiminger einig, als sie am Mittwoch die größte Katastrophenschutzübung vorstellten, die es jemals in der Oberpfalz gegeben hat. Rund 2500 Einsatzkräfte aus 15 Rettungsorganisationen – darunter auch Feuerwehren und Sanitätskräfte aus der Region Pilsen – wollen am 8. und 9. Juni bei Chamerau die Schlagkraft der größtenteils von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragenen Organisationen zeigen.

Zuschauer sind gerne gesehen

Landrat Franz Löffler informierte die deutschen und tschechischen Katastrophenschutzkräfte über die Übung „Roter Eber 2018“. Foto: Dachs
Landrat Franz Löffler informierte die deutschen und tschechischen Katastrophenschutzkräfte über die Übung „Roter Eber 2018“. Foto: Dachs

„Großschadenslagen unter realistischen Bedingungen üben“ lautet das Motto der zweitägigen Demonstration der Hilfeleistung, bei der Schaulustige ausdrücklich erwünscht sind, während „Gaffer“ bei realen Katastrophen immer wieder zum Problem werden. Der Landrat dankte bei einer Pressekonferenz am Freitag vor allem dem Chamerauer Bürgermeister Stefan Baumgartner und seinem Stellvertreter Hans Robl, die in der Gemeinde alles für die beiden Übungstage vorbereitet haben. Besonders erfreulich nannte der Landrat die Tatsache, dass neben Einsatzkräften aus Niederbayern, der Oberpfalz und Oberfranken auch tschechische Katastrophenschutzkräfte mitwirken, die sogar einen Löschpanzer mitbringen, der bei dem als Übungsteil angenommenen Waldbrand viel weiter vordringen kann, als es Feuerwehrleuten zu Fuß möglich wäre.

95 Prozent der Beteiligten seien ehrenamtlich in ihren Organisationen tätig, führte der Landrat aus. Sie würden an diesen zwei Tagen „mit Leidenschaft, Präzision und Professionalität“ zeigen, welche Schlagkraft gut ausgebildete, engagierte Menschen mit moderner Ausrüstung entwickeln.

„Der Sicherheitsfaktor ist eines der höchsten Güter für der Bürger“, sagte der Landrat. Die Großübung „Roter Eber“ werde aber auch zeigen, dass ein hoher Sicherheitsstandard „nicht selbstverständlich ist“, sondern ehrenamtlichen Einsatz und ständiges Üben erfordert.

Kreisbrandrat Michael Stahl erläuterte den Ablauf der Übungstage, die mit einem angenommenen Unfall mit einem Rückewagen mit folgendem Waldbrand beginnen. Während von zwei Wasserentnahmestellen im Regen über 2,5 Kilometer lange Schlauchleitungen 12.000 Liter Wasser pro Minute auf den Roßberg gepumpt werden müssen, kommt ein schwerer Verkehrsunfall bei Göttling mit mehreren Verletzten hinzu und schließlich der Absturz von drei Feuerwehrleuten am „Steinernen Häusl“, hoch über Chamerau. Zur Brandbekämpfung und Verletztenbergung werden an beiden Tage auch bis zu fünf Hubschrauber eingesetzt.

Roter Eber 2018

  • Die Übung

    Knapp 2500 Einsatzkräfte von mehr als 15 Hilfs- und Rettungsaktionen auis Bayern und Tschechien kommen bei „Roter Eber 2018“ am 8. und 9. Juni in Chamerau zum Einsatz.

  • Die Szenarien

    Ein Unfall mit einem brennenden Holzrückewagen ist am Freitag Übungsmotiv, wobei es um Bekämpfung eines schließlich großflächigen Waldbrandes am Roßberg geht. Der Zusammenstoß einess Personenwagens mit einem Bus auf der Regenbrücke,mit mehreren Toten und Dutzenden Verletzten, ist am Samstag Hauptszenario.

  • Für Interessierte

    „Gaffer erwünscht“ heißt ausnahmsweise die Devise der Rettungskräfte. Zuschauer werden mit Shuttlebussen zu den Unfall- oder Brandorten gebracht, wo sie die Arbeit der Rettungskräfte verfolgen können. Mehrere Hubschrauber und 378 Einsatzfahrzeuge werden bei der zweitägigen Übung zu sehen sein. (kad)

Tschechen loben Kooperation

Rettungsdienstleiter Michael Daiminger erläuterte die 13 Szenarien, die zum Sanitätskonzept gehören, bei dem am Freitag 70 Einsatzkräfte mit 20 Fahrzeugen und am Samstag über 45 Fahrzeuge mit 160 Einsatzkräften aufgeboten werden, dazu zwei Rettungshubschrauber. Die Sanitätskräfte schminken die „Verletzten“, die aus den Reihen der Bundeswehr kommen, übernehmen die Verpflegung aller Beteiligten, den Rücktransport der „Verletzten“, sowie Übernachtungsmöglichkeiten für 150 Beteiligte.

Chameraus Bürgermeister Stefan Baumgartner dankte für die Wahl seiner Gemeinde als Übungsort und führte aus, die Gemeinde habe gerne die Vorbereitungsarbeiten und die Verhandlungen mit den betroffenen Grundstücksbesitzern übernommen, auch wenn die Katastrophenschutzübung für zwei Tage zu Straßensperrungen und Einschränkungen führe. František Pavlas von der Feuerwehr Pilsen lobte ebenso wie Jiˇri Ružiçka das schon vor Jahren geschlossene Abkommen über gegenseitige Hilfe im Katastrophenfall. Für die tschechischen Einsatzkräfte sei diese Großübung in Chamerau wichtig, weil ähnliche Großereignisse auch im Böhmerwald auftreten könnten und alle aus solchen Übungen lernen. Alleine aus dem Landkreis Cham werden 1200 Einsatzkräfte bei dieser Großübung mitmachen, sagte Landrat Franz Löffler. Alleinee das mache deutlich, wie wichtig ehrenamtliche Rettungskräfte für die Bürger sind.

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