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Besichtigung

Mehr blühende Landschaften für Cham

Der Landkreis hat Saatgut für 135 000 Quadratmeter Blühfläche verteilt. Gemeinden und Vereine nahmen das Angebot dankend an.
Von Jakob Moro

Susanne Deutschländer erläuterte die Maßnahmen 2019 in Bezug auf Blühflächen im Landkreis. Foto: Jakob Moro
Susanne Deutschländer erläuterte die Maßnahmen 2019 in Bezug auf Blühflächen im Landkreis. Foto: Jakob Moro

Roding.Das Thema Biodiversität wurde viele Jahre als selbstverständlich betrachtet, weil man der Meinung war, die Natur sei in der Lage, sich selbst zu helfen. Dem ist nicht so, daher ist Handlungsbedarf gegeben. Dies erkannte auch der Landkreis Cham.

Die fünfjährige Veitshöchheimer Bienenweide bei Fronau Foto: Jakob Moro
Die fünfjährige Veitshöchheimer Bienenweide bei Fronau Foto: Jakob Moro

Seit Anfang Juni hat der Landkreis Cham vom Maschinenring, den Gemeinden und Privatleuten auf rund 13,5 Hektar Blühstreifen angelegt. Im Einzelnen sind dies 13 Einzelflächen auf 2,5 Hektar, neun Einzelflächen auf drei Hektar auf Flächen der Bundesrepublik und des Freistaats, 22 Einzelflächen auf 3,5 Hektar sowie drei Flächen mit rund 4,5 Hektar auf privaten Flächen. 40 Einzelflächen wurden durch den Maschinenring, drei Einzelflächen durch Gemeinden (Chamerau) und drei Einzelflächen durch private Grundstücksbesitzer in Breitenried, Dieberg und Dalking angelegt.

Eine dieser Flächen, die von Dietmar Strasser bei Fronau in Zusammenarbeit mit dem Kreisbauhof angelegt wurde, besichtigte am Dienstag bei strömendem Regen Landrat Franz Löffler, um sich ein Bild über die Aktion seiner Behörde zu machen. Es wurde dort eine zweijährige Blühmischung-Cosmos auf der südlichen Fläche und eine fünfjährige Veitshöchheimer Bienenweide auf der nördlichen Fläche gesät, ein Gramm auf einen Quadratmeter.

Kein Pflegebedarf

Pflegebedarf ist eigentlich keiner, sagte Susanne Deutschländer, Fachberaterin für Gartenbau- und Landschaftspflege, die neben Richard Seidl, dem Kreisbauhofleiter, Dietmar Strasser, Johann Braun vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald, Alexander Fuchs von der Tiefbauabteilung und Johann Stibich vom Maschinenring an der Besichtigung teilnahmen. Die Besichtigungskommission war angetan von der hervorragend entwickelten Blühfläche mitten im Wald an der Kreuzung der CHA 30/CHA 31 bei Fronau/Raubersried.

„Neben den Obst- und Gartenbauvereinen wurden Blühmischungen auch von Gemeinden und Institutionen nachgefragt.“

Susanne Deutschländer

Neben dieser beispielgebenden Maßnahme nahm Landrat Franz Löffler aus seinem Fonds 10 000 Euro, kaufte Blühmischungen und übergab sie zur Verteilung an sein Referat Gartenbau im Landratsamt. Das gab sie an 1436 Personen, Vereine und Institutionen aus. Neben den Obst- und Gartenbauvereinen wurden Blühmischungen auch von Gemeinden und Institutionen nachgefragt, so Susanne Deutschländer.

Der Fortschritt

  • Menge:

    Insgesamt wurden 315 Kilogramm Saatgut für Blühflächen an die Landkreisbewohner ausgegeben. Dies entspricht einer Blühfläche von 13,5 Hektar oder 135 000 Quadratmetern.

  • Entwicklung:

    Die beteiligten Bürger sandten Fotos ans Sachgebiet Gartenbau, anhand derer die Blüherfolge sichtbar wurden, berichtete Susanne Deutschländer. (rjm)

Beispielgebend wurden an Schulen, bei der Polizeihundeschule in Herzogau, beim BRK Waldmünchen, bei der Polizei Waldmünchen und beim Kloster Strahlfeld Blühflächen angesät. Auch ein Blühstreifenprojekt des Fachbereiches Biologie am Joseph-von-Frauenhofer Gymnasium in Cham wurde gefördert.

Gekauft wurden folgende Blühmischungen: 250 Kilogramm Veitshöchheimer Bienenweide, eine mehrjährige Blühmischung mit einer Standzeit von fünf Jahren, sehr ökologisch, bestehend aus über 40 verschiedenen Arten, heimischen Wildblumen und Wildkräutern sowie Kleearten. Ferner wurden 55 Kilogramm Natur Plus BM 10 niedrig wachsend, einjährige Blühmischungen gekauft. Sie waren für kleine Flächen von bis zu zehn Quadratmeter gedacht.

Straßenrand wird später gemäht

Für jeden auffallend in diesem Jahr ist ferner, dass Straßenrandstreifen erst später gemäht werden. „Wir haben eine zu aufgeräumte Landschaft“, sagte Löffler. Wenn man etwas verbessern wolle, müsse sich der Anspruch ändern, meint Löffler.

Landrat Franz Löffler zog Bilanz: „Die Förderaktion wurde äußerst positiv von der Bevölkerung aufgenommen und kann als Erfolg verbucht werden, auch wenn nicht alle Aussaaten keimten. Eine Fortführung ist für 2020 angedacht, denn diese Maßnahme würde der Förderung der Artenvielfalt und der Insektenwelt dienen. Ergänzt mit Baum- und Heckenpflanzungen und der Anlage von neuen Trocken- und Feuchtlebensräumen dient sie unserer Natur“, so der Landrat.

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