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Soziales

Mehr Hilfe für Grundschüler

Einen Sozialarbeiter an der Schule zu haben, hat sich bewährt. Der Landkreis stellt jetzt an 13 Grundschulen jemanden ein.
Von Anna Heidenreich

Vom gestorbenen Hamster bis hin zu häuslicher Gewalt – die Grundschüler des Landkreises sollen jemandem ihre Probleme anvertrauen können. Symbolbild: Eisenhuth/dpa
Vom gestorbenen Hamster bis hin zu häuslicher Gewalt – die Grundschüler des Landkreises sollen jemandem ihre Probleme anvertrauen können. Symbolbild: Eisenhuth/dpa

Cham.Sie sind überfordert mit dem Übergang von Kindergarten zur Grundschule, haben Probleme mit den Eltern oder sind einfach nur traurig, weil sie sich am Schulhof gestritten haben: Schon ab der ersten Klasse hadern Kinder immer wieder mit großen und kleinen Problemen. Deshalb sollen künftig noch mehr Schüler einen Ansprechpartner haben – dank eines Sozialarbeiters an ihrer Grundschule. Das erklärte Landrat Franz Löffler in einer Pressekonferenz.

Seit Schulanfang sind bereits vier neue Stellen besetzt: Ramona Engl kümmert sich in Neukirchen b. Hl. Blut, Robert Engl in Bad Kötzting, Kerstin Kreis in Mitterdorf und Bianca Straßburger in Stamsried-Pösing um die Probleme der jungen Schüler.

Der beste Ort zum Helfen

Von links: Schulamtsdirektor Klaus Utz mit der Leiterin der Jugendsozialarbeit an Schulen, Nina Dietrich, mit ihren Neuzugängen Ramona Engl, Robert Ebner, Kerstin Kreis und Bianca Straßburger sowie Landrat Franz Löffler Foto: Anna Heidenreich
Von links: Schulamtsdirektor Klaus Utz mit der Leiterin der Jugendsozialarbeit an Schulen, Nina Dietrich, mit ihren Neuzugängen Ramona Engl, Robert Ebner, Kerstin Kreis und Bianca Straßburger sowie Landrat Franz Löffler Foto: Anna Heidenreich

Zudem wird ab Oktober auch in den Grundschulen Rötz und Schorndorf eine Stelle mit einem Sozialpädagogen besetzt sein. Das versicherte Jugendamtsleiter Markus Biebl. „Wenn’s gut läuft, kommt auch Miltach und Waffenbrunn-Willmering heuer noch dran“, sagte er. Er sei guter Dinge, im nächsten Jahr an den Grundschulen in Eschlkam, Falkenstein, Lam, Walderbach, Weiding und Wilting ebenfalls jemanden einstellen zu können.

Dahinter steckt das Programm „Jugendsozialarbeit an Schulen“. Der Staat, der Landkreis und die Gemeinde teilen sich hierbei die Kosten für einen Sozialpädagogen, wenn die Schule gewisse Voraussetzungen erfüllt. „Es ist ein verlängerter Arm des Jugendamts, dort, wo das Kind garantiert aufschlägt“, sagte Franz Löffler. Denn auch wenn sie Probleme hätten, würden sich junge Menschen nicht unbedingt beim Jugendamt melden.

Die sieben Mittelschulen des Landkreises, bei denen von der fünften bis zur letzten alle Klassen durchgängig besetzt sind, hatten bereits einen Sozialarbeiter in der Schulfamilie. Hinzu kamen bisher aber nur die vier Grundschulen in Cham, Furth in Wald, Roding und Waldmünchen. Denn Kriterium war, dass diese mindestens 20 Prozent Migrantenanteil und mindestens 200 Schüler haben.

Kosten von über 500 000 Euro

„Aber eigentlich haben wir gewusst, dass das Blödsinn ist“, sagte Löffler. Ob und wie viele Schüler Probleme haben, hänge nicht von der Herkunft, Zahl, Stand oder Geschlecht der Schüler ab. Und gerade an Grundschulen könne Menschen mit Problemen früh und nachhaltig geholfen werden. Deshalb wurden die Bedingungen jetzt geändert. Nun gilt: An Grundschulen mit mindestens 100 Schülern ist ein Sozialarbeiter notwendig, was 13 Schulen im Landkreis zu Gute kommt. An den restlichen 17 kleineren Grundschulen betreue der Allgemeine Sozialdienst des Jugendamtes die „Problemfälle“, sagte der Landrat.

Sobald alle neuen Stellen besetzt sind, wird der Landkreis jährlich knapp 540 000 Euro für die Jugendarbeit an Schulen ausgeben. Die Resonanz von Bürgermeistern und Schulleitern fiel sehr positiv aus.

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