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Tourismus

Mehr Luxus-Camping fürs Kötztinger Land

Die Stadt knackt einen neuen Gäste-Rekord. Jetzt will Bürgermeister Hofmann auf neue Angebote für den Outdoor-Urlaub setzen.
Von Roman Hiendlmaier

Nah an der Natur, aber mit Komfort: Luxus-Camping ist ein Mega-Trend, von dem Bodenmais mit einer neuen Anlage profitieren will. Fotos: ADAC/dpa/rsr/wf
Nah an der Natur, aber mit Komfort: Luxus-Camping ist ein Mega-Trend, von dem Bodenmais mit einer neuen Anlage profitieren will. Fotos: ADAC/dpa/rsr/wf

Bad Kötzting.So viele Gäste wie noch nie hatte die Stadt Bad Kötzting 2018. Kurdirektor Sepp Barth und Bürgermeister Markus Hofmann stellten die Jahresstatistik vor, wonach im Vorjahr die Zahl der Ankünfte wie auch der Übernachtungen um rund zehn Prozent gestiegen sind. 44 301 Ankünfte und 232 259 Übernachtungen hatten die 71 Vermieter im Stadtbereich bis Jahreswechsel gezählt.

„Ein großartiges Ergebnis,“ lobten beide die Jahresstatistik, die ein Beleg für die Attraktivität der Anbieter und der Region seien. Bad Kötzting profitiere vom Trend zur Naherholung, so Sepp Barth. Mehr als die Hälfte der Gäste in der Stadt seien aus Bayern oder Baden-Württemberg mit einem Anreiseweg von bis zu drei Stunden. Sepp Barth: „Solche Urlaube werden heuer immer öfter mehr oder weniger spontan geplant und kurzerhand auf einem der Urlaubsportale eingegeben: Anforderungen, Entfernung, Preis – Buchung.“

Erfolg contra Personalmangel

Wohlstand: Dass sich vor allem immer mehr begüterte Ruheständler ab in den Urlaub machen, davon möchte Bad Kötzting profitieren. Einen Betrieb wie das City-Hotel in Roding mitsamt Veranstaltungen für betuchte Gäste käme da gerade recht.
Wohlstand: Dass sich vor allem immer mehr begüterte Ruheständler ab in den Urlaub machen, davon möchte Bad Kötzting profitieren. Einen Betrieb wie das City-Hotel in Roding mitsamt Veranstaltungen für betuchte Gäste käme da gerade recht.

Dieser Vorgang erfolge wie der Kauf eines Kleidungsstücks oder Elektrogeräts, sagt Barth – und immer mehr Anbieter stellen sich darauf ein. Daraus resultiere auch das Wachstum bei den Buchungen in Bad Kötzting – neben dem im vergangenen Jahr sehr (kurz-)urlaubsfreundlichen Wetter. Entsprechend sind Barth und seine Kollegen in der Tourist-Info im Sinocur stark dahinter, mit Info- und Schulungs-Veranstaltungen die Online-Buchbarkeit der Bettenanbieter auszubauen. Aktuell sei dieser Standard aber erst bei 15 der 71 Anbieter der Fall.

„Camping in dieser neuen Form hat mit dem Image von Zwei-Mann-Zelten und Dixi-Klos nichts mehr zu tun“

Kurdirektor Sepp Barth

Barth: „Zu wenig, ganz klar. Aber wir können unsere Hilfe nur anbieten – umsetzen müssen es die Unternehmer das selber.“ Wobei diese Statistik vom allgemeinen Fachkräftemangel relativiert werde, fügt Sepp Barth hinzu. Im regionalen Tourismus würden und wollen viele mehr oder neues anbieten, was aber mangels personeller Kapazitäten nicht möglich sei. Im Gegenteil: „Einige Betriebe haben mangels Personal bereits ihr Angebot herunterfahren müssen.“

So haben sich die Zahlen der Ankünfte und Übernachtungen in den letzten Jahren entwickelt

Besagter Mangel beim operativen Personal bremse nach den Worten Barths leider auch das Interesse von Investoren, die Bad Kötzting in Richtung neuer Rekorde voranbringen könnten. Mit Blick auf die steigende Zahl an finanziell potenten Ruheständlern sind Barth und Hofmann beispielsweise überzeugt, dass die Stadt Potenzial für ein weiteres Hotel der gehobenen Klasse habe.

Attraktion: Der modernisierte Kurpark, Aqacur und Spielbank sind neben der nahen Natur des Mittelgebirges Bayerischer Wald die Trumpfkarten von Bad Kötzting. Auch ehemalige Patienten der Kliniken werden später zu Urlaubern.
Attraktion: Der modernisierte Kurpark, Aqacur und Spielbank sind neben der nahen Natur des Mittelgebirges Bayerischer Wald die Trumpfkarten von Bad Kötzting. Auch ehemalige Patienten der Kliniken werden später zu Urlaubern.

Potenziellen Investoren könne die Stadt Angebote machen. Jedoch wachsen die Hürden durch die zuletzt deutlich gestiegenen Baukosten und den Mangel an für den Betrieb eines solchen Hauses notwendigen Fachkräften. Die Gefahr sei, dass diese dann von bestehenden Häusern abgeworben werden könnten. Mit Interesse verfolgen beide auch Bemühungen im Nachbar-Landkreis, von einem lukrativen Mega-Trend in der Tourismusbranche zu profitieren: Camping.

Ob wohlhabende Ruheständler oder junge Familien – immer mehr Städter leihen oder kaufen sich ein Wohnmobil oder einen Wohnanhänger und geben eine Route in Richtung Natur ins Navi ein. „Camping in dieser neuen Form hat mit dem Image von Zwei-Mann-Zelten und Dixi-Klos nichts mehr zu tun,“ sagt Barth.

Der Blick nach Bodenmais

Teilten sich früher Sparfüchse und Wackeldackel-Spießer die Parzellen, bieten Fünf-Sterne-Anlagen WLAN, Supermarkt, Restaurant, Kinderspielplatz, oder einen Shuttle-Service zur nächsten Stadt oder Freizeiteinrichtung. Eine solche Fünf-Sterne-Anlage wird gerade nahe Bodenmais als eine der größten Baumaßnahmen im Landkreis Regen von der örtlichen Firmengruppe Weikl erbaut.

Digitalisierung: Die Deutschen sind bekanntlich Reiseweltmeister und Immer mehr Urlaube werden online gebucht – Kurzurlaube für wenige Tage zunehmend spontan. Den Mega-Trend vermitteln die Bad Kötztinger Touristiker immer wieder den Beherbergungsbetrieben.
Digitalisierung: Die Deutschen sind bekanntlich Reiseweltmeister und Immer mehr Urlaube werden online gebucht – Kurzurlaube für wenige Tage zunehmend spontan. Den Mega-Trend vermitteln die Bad Kötztinger Touristiker immer wieder den Beherbergungsbetrieben.

Für 7,5 Millionen Euro werden auf einem fünf Hektar großen Grundstück derzeit errichtet: 140 Stellplätze für Wohnwagen und Wohnmobile, Zeltwiese, Chaletzimmer, Holzzelte im Wald – und ein Wellnessbereich mit diversen Saunen, Außen- und Whirlpools – „wie in einem gehobenen Hotel“ sagte Unternehmer Franz Weikl jüngst der Passauer Neuen Presse über sein Projekt, das im Herbst eröffnen soll. „Dieser Trend des Urlaubens würde auch gut zu unserer Stadt passen“, ist Bürgermeister Markus Hofmann überzeugt.

Als Ergänzung zur bestehenden Camping-Anlage am Fluss könnte die Stadt mit ihren Attraktionen wie Aqacur, Spielbank und dem Kurpark ein neues Klientel gewinnen. Allerdings gelte hier die gleiche Prämisse, wie bei einem neuen Hotel der gehobenen Klasse: Die Stadt kann nur ihre Bereitschaft signalisieren und Angebote machen – das Risiko müssten Investoren schultern.

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