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Region Cham
Samstag, 26. Mai 2018 25° 3

Verkehr

Mehr Platz auf der Kurverl-Strecke

Im zweiten Anlauf klappt die Sanierung der alten Strecke nach Straubing. Ruhe auf der Rüttelpiste ist damit aber noch nicht.
Von Roman Hiendlmaier

Zuversicht bei den Verantwortlichen – der Anfang ist gemacht: Seit Anfang der Woche wird der Abschnitt Oberndorf-Liebenau auf der Staatsstraße 2140 saniert. Mitte Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, die jedoch nicht alle maroden Streckenabschnitte umfassen. Foto: rh

Bad Kötzting.Erleichterte Gesichter bei den Verantwortlichen, und auch die Sonne strahlte passend: Am Montag ist es nun endlich losgegangen: Die marode Staatsstraße 2140 zwischen Oberndorf und Kothrettenbach wird saniert. In drei Bauabschnitten wird „die alte Strecke nach Straubing“ aus dem Altlandkreis bis Mitte Juni saniert und auf ein zeitgemäßes Niveau modernisiert.

Seit Jahren steht das Straßenbauamt Regensburg als Verantwortlicher unter Druck, die marode Strecke komfortabler und sicherer zu machen. Breite Fahrzeuge wie Lkw oder Ernte-Fahrzeuge waren an unübersichtlichen Stellen eine massive Gefahr – aufgrund der Enge der Strecke benötigen sie nahezu beide Fahrbahnseiten.

Bei Regen kam an vielen Stellen Aquaplaninggefahr hinzu, die sich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in massive Glättegefahr wandelte. Im Sommer war die wegen ihrer kurvigen Streckenführung bei Motorradfahrern beliebte St 2140 bei Nässe gefährlich.

Am Pfahl bleiben noch Wellen

Die Bedeutung der Straße zwischen Oberndorf und Konzell als wichtige Verkehrsader nicht nur für die Gemeinden Miltach und Zandt, sondern für den gesamten Altlandkreis Kötzting, hatten die Bürgermeister der Regental-Gemeinden unter anderem auch bei ihren Forderungen in der Straßenausbau-Resolution der Bereichs-CSU betont.

„Vor allem im Bereich Kothrettenbach und auf Höhe Wolfersdorf weist die Fahrbahn sehr starke Verdrückungen auf, und im Bereich der Zandter Kläranlage war durch bis zu 40 Zentimeter tiefe Risse schon ein Abrutschen der Böschung zu befürchten,“ sagt Dr. Richard Bosl, bei der Regensburger Baubehörde verantwortlich für den Straßenbau im Landkreis Cham.

Der kurvige Streckenverlauf ist für ortsunkundige Fahrer und nicht geländegängige Fahrzeuge eine Herausforderung – der marode Straßenzustand tat ein Übriges. Fotos: rh

Zwei Teilstücke von je etwa 500 Metern Länge auf Höhe von Kothrettenbach und bei Wolfersdorf werden saniert und – wo kein Grundstückserwerb notwendig ist – auf 6 oder 6,5 Meter verbreitert. Die Maßnahme erfordert für jeden Bauabschnitt eine eigene Umleitungsstrecke, die ausgeschildert wird, ergänzt der Bauleiter der Straßenbaubehörde, Johann Weiß. Mit der Durchführung der Maßnahme wurde die Firma Rädlinger Asphaltbau aus Cham betraut. Verantwortlich für die Erdarbeiten ist als Nachunternehmer die Fa. Pongratz aus Neukirchen beim Hl. Blut. Rund 800 000 Euro hat die Regensburger Behörde dafür eingeplant. Soweit die guten Nachrichten. Die Schlechte lautet, dass mit dieser Summe nicht der gesamte marode Abschnitt der St. 2140 zwischen Oberndorf und der Abzweigung nach Harrling vor dem Landkreis-Grenzort Kasparzell saniert werden kann – genauer gesagt, nur gut die Hälfte. So muss der Abschnitt „Pfahl“ – ein kurviger Gefälle-Abschnitt mit massiven Fahrbahnwellen – auf einen weiteren Bauabschnitt warten.

„Wir hätten den Abschnitt gern in einem Zug durchsaniert,“ sagt Dr. Bosl, „allerdings wachsen bei uns die Bäume nicht in den Himmel, auch wenn das von außen manchmal so scheinen mag.“

Es handle sich bei dem aktuellen Projekt um eine Sanierungsmaßnahme, ergänzt Bosl, die zusammen mit der Verbreiterung, der Entwässerung und der Aufbereitung des Straßenbanketts aufwendig und damit nicht billig sei. Angesichts der Vielzahl maroder Abschnitte bei den Staatsstraßen habe man Prioritäten setzen müssen.

„Zu steigenden Preisen in Zeiten hoher Auslastung bei den Firmen kommt hinzu, dass mehr Geld für solche Projekte schon wünschenswert wäre,“ sagt Bosl. Beide Parameter führten dazu, dass sich die Regensburger Straßenbauprofis auf weniger Projekte fokussieren müssten und der Investitionsstau bei den Staatsstraßen damit aktuell eher länger als kürzer würde.

Die drei Bauabschnitte

  • Bauabschnitt 1 (aktuell)

    Ab der Abzweigung nach Liebenau (Harrling) bis über die Einmündung der CHA 3 nach Altrandsberg werden auf rund 700 Meter Länge die vorhandene Deckschicht erneuert und die Fahrbahn auf 6,50 Meter aufgeweitet. Es werden die Entwässerungseinrichtungen und das Bankett erneuert. Dauer ca vier Wochen.

  • Bauabschnitt 2

    Bei Wolfersdorf werden auf 550 Meter Länge die Deckschicht und Teile der Tragschicht abgefräst und erneuert. Die Fahrbahn wird von 5,50 Meter auf 6,50 Meter aufgeweitet, die Bankette werden erneuert. Im Einmündungsbereich der CHA 50 aus Wolfersdorf wird ein Fahrbahnteiler eingebaut, um die Kreuzung zu verdeutlichen. Dauer: ca 4 Wochen.

  • Bauabschnitt 3

    Auf Höhe der Kläranlage Zandt wird die von tiefen Rissen unterhöhlte Fahrbahn auf einer Länge von 120 Metern komplett erneuert. Dauer: ca 3 Wochen.

Nächster Abschnitt noch offen

An diejenigen, die in solchen Fällen mit dem Begriff „Neubau“ schnell zur Hand sind, hat Bosl diese Botschaft: Einen rund acht Kilometer langen Abschnitt wie diesen neu zu planen, den Grunderwerb zu vollziehen, die Dringlichkeit für die Finanzierung zu ermitteln, die Planungs- und Bauphasen durchzuziehen – „da sprechen wir von einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren – wenn überhaupt“.

Zandts Bürgermeister Ludwig Klement verfolgt die Bauarbeiten und die Ausführungen der Verantwortlichen mit gemischten Gefühlen. Zum einen sei er froh, dass der Abschnitt endlich saniert werde, wenn schon ein Neubau offensichtlich realitätsfern sei. Andererseits sei es schwer verständlich, dass diese Sanierung in zwei, schlimmstenfalls mehr Abschnitten über die Bühne gehen müsse. „Man sieht, wie wichtig die Resolution zum Ausbau der Straßen für die Gemeinden im Altlandkreis ist,“ so Klement.

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