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Donnerstag, 19. Juli 2018 27° 1

Stadtentwicklung

Mehr Sicherheit für Fußgänger

Der direkte Zugang vom Residenzwohnpark zum „Netto“ ist für Waldmünchens Senioren ein Segen. Ein zweites Projekt steht an.
Von Petra Schoplocher

Dieser neue Pfad erspart allen, die vom Residenzwohnpark kommen, den lästigen und vor allem auch gefährliche Umweg über die Engstelle in der Hammerstraße. Ab sofort können Passanten direkt in Richtung Einkaufsmarkt abbiegen. Die Stadt hat das dafür nötige Grundstück erworben. Foto: Schoplocher
Dieser neue Pfad erspart allen, die vom Residenzwohnpark kommen, den lästigen und vor allem auch gefährliche Umweg über die Engstelle in der Hammerstraße. Ab sofort können Passanten direkt in Richtung Einkaufsmarkt abbiegen. Die Stadt hat das dafür nötige Grundstück erworben. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.„Großartig, einfach großartig“, sagt die Seniorin, als sie geradewegs vom Weg am Schaufelbach entlang Richtung „Netto“ abbiegt. Obwohl sie rüstig und gut zu Fuß ist, ist auch sie froh, dass der Umweg über die Engstelle an der Hauptstraße nun wegfällt.

So wie sie freuen sich viele, berichtet Seniorenbeirats-Vorsitzender Arnold Lindner, der von zahlreichen Anrufern auf die „wahnsinnige Verbesserung“ hingewiesen worden ist. Die Situation vorher sei nämlich nicht nur wegen der beengten räumlichen Verhältnisse beschwerlich gewesen („mit dem Rollator ist man fast rechts und links an die Wand gestoßen“) unbefriedigend gewesen. Der Pflasterbelag mit seinen unebenen Steinen wäre für Ältere ein Problem, macht Lindner aufmerksam.

Erst die Tinte trocknen lassen

Wiederholt war diese Gefahrensituation, wie auch die Querung der Hammerstraße Richtung Heiligenfeld-Klinik, von den SPD-Stadtratsmitgliedern Karl-Heinz Hendl und Manfred Ruhland in Sitzungen angesprochen worden. Zuletzt hatte sich Bürgermeister Markus Ackermann bedeckt gehalten, setzte die nun erfolgte Lösung doch einen notariellen Grundstückskauf voraus. Dieser ist mittlerweile in trockenen Tüchern, der entsprechende Mauerdurchbruch ist gemacht, der Weg angelegt. Versehen wird er mit einer wassergebundenen Deckschicht mit feiner Körner, die auch für Rollatoren gut befahrbar ist.

Und plötzlich ist der Gehweg zu Ende. Auch an dieser Stelle gegenüber dem alten Bahnhof ist die Stadt gerade dabei, Abhilfe zu schaffen. Foto: ps
Und plötzlich ist der Gehweg zu Ende. Auch an dieser Stelle gegenüber dem alten Bahnhof ist die Stadt gerade dabei, Abhilfe zu schaffen. Foto: ps

Ackermanns Aussage, immer von den Grundstückssituationen abhängig zu sein, trifft auf eine weitere „Baustelle“ zu, die die Stadt zeitnah beheben wird. Wer vom Kreisverkehr in Richtung Bahnhof unterwegs ist, steht in der Heinrich-Eiber-Straße auf Höhe etwa unterhalb des Forstamtes vor dem Ende eines Bürgersteigs. Die Folge: Entweder im Gras weiter oder die Straße überqueren.

Jahrelang war es trotz intensiven Bemühens nicht möglich gewesen, an die Freiflächen heranzukommen, um den Weg zu verlängern, weiß Markus Ackermann. „Wir hatten wie so oft einfach keinen Zugriff.“ Als sich die Möglichkeit zum Erwerb von der Deutschen Bahn ergab, habe die Stadt sofort zugeschlagen. Die Fläche ist mittlerweile gerodet, erst beim Bahnhof ist dann eine Straßenquerung nötig. Ackermann ist wichtig, zu transportieren, dass Maßnahmen nicht am guten Willen der Stadt scheitern. „Wir sind dran, Barrierefreiheit und das Streben nach mehr Sicherheit sind Dauerthemen“.

Gehwege nicht nutzbar

Dazu gehört für Arnold Lindner auch die Möglichkeit, die Gehwege als solche benutzen zu können. Allzu oft würden Bürgersteige zugeparkt. Der Seniorenbeauftragte und sein Mitstreiter Reinhard Tietze sähen beispielsweise in der Fabrik- und Bahnhofstraße mehr Parknägel gerne, aber „da ist dann wieder das Problem, dass das keine städtischen Straßen sind“.

Bleibt neben den Wünschen des Seniorenbeirats vor allem die Überquerung der Hammerstraße vom Netto Richtung Heiligenfeldklinik, die Manfred Ruhland trotz der „deutlichen Verbesserung“ in Richtung Residenz nicht aus dem Auge verlieren möchte. Er habe schon einige „Beinahe-Zusammenstöße“ beobachtet . „Unübersichtlich und viele, die zu schnell fahren“, macht er zugleich die Ursachen aus.

Die Frequenz sei rege und auch, wenn die Senioren aus dem Residenzpark die Engstelle beim Anwesen „Stumpf“ (Fischer) nun umschiffen könnten, blieben immer noch die, deren Weg zu oder vom Marktplatz oder dem Bereich Schießangerstraße führe. „Mit einem Kinderwagen oder im Winter musst du auf die Straße“, sagt er und untermauert damit das „ungeheuere Risiko“. Ruhland plädiert für einen Zebrastreifen, der als Signal für die Verkehrsteilnehmer wirken würde und keine größeren baulichen Eingriffe bedeute. Auch die Autofahrer, die vom Parkplatz in die Straße einbiegen wollen, würden von dieser Maßnahme durch die Bremswirkung profitieren, ist er sicher.

„Komplexe Problematik“

Wenngleich Markus Ackermann die Situation dort nicht ganz so dramatisch einschätzt, weil die Passanten überwiegend jünger seien, ist ihm die „komplexe Problematik“ mit verschiedenen Einfahrten, Abzweigungen und der Kurve sehr wohl bewusst. Erschwerend hinzu komme, dass unter der Straße der Bach verlaufe und alle Standard- oder DIN-Lösungen nicht umsetzbar seien.

Dennoch will die Stadt beim zuständigen Straßenbauamt hartnäckig bleiben. Dieses habe immerhin zugesagt, sich die Gegebenheiten noch einmal anzuschauen. Eigenständig könne man Nichts entscheiden, warb er um Verständnis. Aber die anderen beiden Beispiele hätten ja gezeigt, dass sich hin und wieder eine Tür auftue.

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